Allgemeines zur griechischen Landschildkröte.

Ausgewachsene griechische Landschildkröte im Schildkröten Paradies Steinwiesen.
Ausgewachsene griechische Landschildkröte im Schildkröten Paradies Steinwiesen.

Verbreitung
Die griechische Landschildkröte oder auch Testudo Hermanni. Die natürlichen Lebensräume dieser Rasse sind: Spanien (Katalonien) über Südfrankreich, Italien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Mazedonien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien bis in den europäischen Teil der Türkei. Außerdem sind zahlreiche Inseln im Mittelmeer besiedelt.

Lebensweise
Griechische Landschildkröten sind überwiegend tagaktive Reptilien, die ein hohes Alter (meist über 100 Jahre) erreichen können. Die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume haben den Wildtierbestand inzwischen stark gefährdet und Schutzmaßnahmen für ihren langfristigen Erhalt unabdingbar werden lassen.

Griechische Landschildkröten sind wechselwarme-Tiere und können die nötige Körperwärme nicht selbst erzeugen, sondern müssen sie, ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechend, durch Ortswechsel von schattigen zu sonnigen Plätzen beeinflussen.

Für die einwandfreie Verdauung ihrer faserreichen Nahrung benötigen sie für einige Stunden am Tag Körpertemperaturen um 25 bis 30 °C die sie, zum Beispiel durch ein morgendliches Sonnenbad, auch dann erreichen, wenn die Lufttemperatur noch deutlich niedriger liegt. Oberhalb von 40 °C geraten sie in Lebensgefahr und vergraben sich deshalb in der kühleren Erde. Unterhalb von 8 °C kommt der Stoffwechsel zum Erliegen. Auch Atmung und Herzfrequenz sind dann stark herabgesetzt.

Nach Ende der Winterstarre im März/April nutzen die Tiere ihre aktive Zeit hauptsächlich zum Sonnenbad in den warmen Vormittagsstunden. Die Hauptaktivitätsphase liegt im Mai beziehungsweise Juni. Jetzt kommt es zu gesteigerter Nahrungsaufnahme, Revierveränderungen und Sexualverhalten wie Kopulation und Eiablagen.

Die sommerliche Hitze in den Monaten Juli und August zwingt die Tiere zu einem geteilten Tagesrhythmus, mit einem Rückzug in kühle Verstecke während der heißen Tageszeit. Im Herbst September/Oktober geht die Aktivität deutlich zurück. Die Aufwärmphasen nehmen jetzt wieder einen Großteil der aktiven Zeit in Anspruch.

Feinde
Das Ausplündern der Gelege, meist unmittelbar nach der Ablage, bringt die größten Verluste. Daneben haben aber vor allem Jungtiere eine Reihe von Fressfeinden, wie Greif- und Rabenvögel, Ratten, Marder, Füchse, Hunde und Wildschweine. Für größere Schildkröten stellen nur noch sehr große Greifvögel, Hunde, Wildschweine und der Mensch eine Gefahr dar.

Nahrung
Grundsätzlich fressen sie alles was im Garten wächst, Löwenzahn Blätter und Blüten, Klee oder Gras. Doch auch Aas verschmähen sie in freier Wildbahn nicht. Ansonsten fressen sie alle Salatsorten, Gurken und Zucchini. Obst und Tomaten sollte man maximal alle 14 Tage als Leckerbissen füttern, da diese zu viel Fruchtsäure enthalten. Für den Panzeraufbau kann man etwas Kalk in Form von Sepiaschalen ins Freigehege legen, die Tiere holen sich den Kalk selbst bei bedarf. Abzuraten ist hingegen von Futter aus Tier oder Zoofachhandel.

Artgerechte Haltung griechischer Landschildkröten.
Es streiten sich viele erfahrene Züchter und Landschildkröten-Besitzer darum, welche Haltung dieser Tiere am besten ist. Viele halten die Tiere im Innenbereich, wie zum Beispiel Terrarien oder abgegrenzte Wohnbereichen. Nun, ich persönlich als Jahrelanger Züchter halte von dieser Art der Tierhaltung nichts. Ein solches Tier gehört also meiner Meinung und Überzeugung nach ins freie. Zum einen erspart man sich den Aufwand mit Wärmelampen Terrarium usw… und zum anderen ist es auch angenehmer und besser für eine Landschildkröte die echte Sonne sowie den Regen zu erfahren. Ein weiterer positiver Effekt ist die Tatsache, dass die Nahrung der Landschildkröte durch den Garten schon fast gänzlich gedeckt ist.

Wie viel Platz benötigt eine griechische Landschildkröte?
Für eine ausgewachsene Landschildkröte empfehlt sich ein Fläche von 15 bis 20 m².
Wenn Sie jedoch ein oder mehrere Jungtiere haben, macht es natürlich wenig Sinn diese in ein 20m² großes Freigehege zu halten. Daher gilt, im ersten und zweiten Lebensjahr sind 4m² völlig angemessen. Sie sollten das Freigehege stets nach Größe und Anzahl der Tiere erweitern.

Was muss alles im Freigehege vorhanden sein?
Ganz wichtig und unverzichtbar ist eine Wasserstelle, die täglich mit frischem Wasser bereit steht. Allerdings sollte die Schildkröte darin nicht untergehen. Bewährt hat sich eine große breite Tonschale, (Im Baumarkt erhältlich) denn gelegentlich trinken die Schildkröten nicht nur davon, sondern laufen auch gerne mal durch das Wasser. Bei Jungtieren sollte eine angemessene kleine Schale verwendet werden.

Das Freigehege sollte sich idealerweise auf einem Wiesengrund befinden, der jedoch weder mit Dünger oder Pestizide belastet ist, auch die darin vorkommenden Pflanzen, Sträucher, Bäume usw.. sollten nicht belastet sein. Auf dem Wiesengrund sollte Löwenzahn, Klee und einfaches Gras wachsen, denn dies ist die Hauptnahrung der Schildkröte.

Im Gehege sollten verschiedene Versteck-Möglichkeiten vorhanden sein, wie zum Beispiel ein Holzhäuschen welches innen mit Stroh oder Heu als einstreu ausgestattet ist. Das Einstreu je nach bedarf regelmäßig erneuern.

Weitere Versteck-Möglichkeiten sind beispielsweise Sträucher, Steine oder auch hole Baumstämme und Kork-Baumrinde. Diese können beliebig im Freigehege platziert werden, jedoch sollte immer genügend Fläche zum fressen und sonnen frei und unberührt bleiben. Damit wäre dann auch die Grundausstattung eines Freigeheges schon erledigt.

Der Winterschlaf.
Die griechische Landschildkröte gehört zu den Schildkröten-Arten die sich im Winter eine Auszeit nehmen und Winterschlaf halten. In ihrem natürlichem Lebensraum gräbt sie sich entweder ein Loch oder sucht ähnlich wie ein Igel einen Unterschlupf im Laub oder Gestrüpp. Man könnte die Landschildkröten auch bei uns in Deutschland im freien selbst überwintern lassen, doch manche Winter-Jahre sind extrem und daher sollte man es nicht unbedingt darauf anlegen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man eine griechische Landschildkröte überwintert, einige Züchter und Tierbesitzer tun dies mit einem Kühlschrank oder einfach einem kühlen Kellerraum. Die Temperatur sollte mindestens 4°C bis maximal 8°C betragen. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, in jedem Fall sollte es ein ruhiger und ungestörter Ort sein. Ich selbst habe die Kühlschrank-Methode noch nie ausprobiert und als Jahrelanger Züchter hat es bisher immer gut mit dem kühlen Kellerraum funktioniert.

Und so wird es gemacht.
Da man die Schildkröten wie oben beschrieben bei uns nicht unbedingt im freien überwintern lassen sollte, muss der Winterschlaf eingeleitet und vorbereitet werden.
Die Landschildkröten bleiben den ganzen Sommer draußen im Garten und kommen erst rein, wenn es im September/Oktober Nachtfrost gibt. Erst dann werden sie auf den Winterschlaf vorbereitet. Jungtiere unter 5 Jahre sollten bis Anfang Dezember ins Terrarium und weiterhin gefüttert werden. In dieser Zeit kann es sein, das sie etwas weniger fressen, da die Jungtiere die Winterzeit schon spüren. Große Landschildkröten ab 5 Jahre werden im Oktober jeden Abend 4-5 Tage lang in Hand-warmen-Wasser 20 Min. gebadet, die Landschildkröten sollten jedoch noch mit dem Kopf aus dem Wasser schauen können. Die Jungtiere bis 5 Jahre hingegen werden Anfang Dezember 3-4 Tage lang 15 Min. gebadet. In der Zeit wo das Baden der Landschildkröten beginnt dürfen die Tiere nicht mehr gefüttert werden, damit sich der Darm entleert. Nach den Badetagen kommen die Jungtiere in eine Kiste oder Karton, (mit Luftlöchern) welche mit feuchtem Moos ausgestattet ist. Bei den älteren Landschildkröten ab 5 Jahre werden die Kisten mit Heu, Stroh oder Laub eingestreut. Die Tiere werden einfach hineingesetzt und dementsprechend feuchtes Moos bei den kleinen, beziehungsweise Heu, Stroh, Laub bei den großen Tieren oben drauf gegeben. Dann noch den Deckel drauf und die Schildkröten zum Ruheraum bringen. Wie oben bereits beschrieben sollte die Temperatur des Ruheraums mindestens 4°C bis maximal 8°C betragen. Natürlich werden die Tiere nicht sofort einschlafen und sind deshalb noch einige Tage aktiv. Trotzdem gilt, ab jetzt absolute Ruhe und nicht mehr stören.

Die Winterruhe für Jungtiere, die Anfang Dezember eingewintert wurden beträgt zwischen 8 und 12 Wochen. Die großen Tiere die ab Oktober Anfang September eingewintert wurden schlafen bis Anfang oder Ende April je nach Witterungslage.

Aufwecken der Landschildkröten nach der Winterruhe. Dies gilt für Junge und alte Tiere.
Die Kiste oder den Karton aus dem Ruheraum holen und etwa einen Tag an einen nicht so warmen Platz stellen. Dannach die Schildkröten herausnehmen und in Hand-warmen-Wasser für ca. 20 Min baden. Die Jungtiere kommen dann vorerst ins Terrarium wo auch eine Wärmelampe bereit steht. Jetzt sollte den Jungtieren unbedingt schon Wasser und Futter gereicht werden, es ist möglich, dass sie gleich fressen und trinken, kann sich aber auch 1-2 Tage hinziehen, doch das ist völlig normal. Die großen Tiere können Mitte April, wenn es das Wetter zulässt tagsüber in den Garten zum fressen, sollten aber wegen des Nachtfrostes Abends vorerst wieder rein. Ist kein Nachtfrost mehr zu erwarten, bleiben die Schildkröten draußen. Auch die kleinen bis 5 Jahre können an schönen Tagen nach draußen sollten aber vorerst am Abend wieder rein. Ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) können auch die kleinen dauerhaft draußen bleiben.

Sollten Fragen sein, dann schreibt mir einfach einen Kommentar. 🙂

Wir verkaufen griechische Landschildkröten.
Sie möchten sich informieren? Oder eine griechische Landschildkröte kaufen? Dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

 

Udo Weiß
Schüfnerweg 1
96349 Steinwiesen
Mobil: 0152-31860834
E-Mail: udoweiss@base-star.net

 

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