Amerikaner bekommt Donnerkopfschmerz nach Chili-Verzehr!

Bild von Carolina Reaper Chilli Schoten.
Bild von Carolina Reaper Chilli Schoten.

Nach verzehr einer „Carolina Reaper“ kam der Donnerkopfschmerz.

Eine medizinische Studie besagt, dass der Verzehr von scharfen Lebensmitteln einen unmittelbaren Einfluss auf die Lebenserwartung eines Menschen haben kann. Wer scharf isst soll dieser Studie zufolge gesunde Ernährung betreiben und dementsprechend auch eine längere Lebenserwartung haben. Übertreiben indes soll es der Mensch jedoch nicht und insbesondere in Amerika ist scharfes Chili ein regelrechtes Nationalgericht.

Bislang unbekannter Auslöser
Die Chili-Schote zählt zu den schärfsten Gewächsen der ganzen Welt. Insbesondere in Amerika erfreut sich Chili einer großen Beliebtheit. Es gibt sogar ganze Meisterschaften im Verzehr von scharfen Chili-Schoten doch in einem Fall ist nunmehr genau das Gegenteil der oben thematisierten Studie eingetreten. Dass scharfes Chili auf den Magen schlagen kann ist hinlänglich bekannt doch das die schärfsten Chili-Sorten der Welt auf den Kopf schlagen können war bislang neu. Ein US-Amerikaner musste dies jetzt jedoch am eigenen Leib erfahren, als er nach einem Chili-Wettbewerb nach dem Verzehr der schärfsten Sorte dröhnende Kopfschmerzen bekam. Die Medizin kennt zwar diese Art des Kopfschmerzes und hat mit der Bezeichnung „Vernichtungskopfschmerz“ auch den passenden Namen gefunden, allerdings war Chili als Auslöser dieses Kopfschmerzes bislang nicht bekannt.

Scharf, schärfer, am schärfsten
Die Scoville-Schärfeskala ist bei einem Chili-Wettbewerb ein guter Gradmesser zur Klassifizierung der Chili-Sorten. Als die schärfste Schili-Art gilt hierbei die sogenannte „Carolina Reaper“-Züchtung, die insgesamt 1.600.000 Einheiten aufweist. Damit steht diese Züchtung auch im Guiness Buch der Rekorde und stellt bislang haushaltsübliche Chili-Arten, die mit 100.000 Einheiten als überaus scharf gelten, deutlich in den Schatten. Dass der Verzehr von überscharfen Chili-Sorten der Gesundheit nicht gerade förderlich sind zeigt nunmehr der Fall von einem 34-jährigen Amerikaner, der die „Carolina Reaper“ im Rahmen eines Wettbewerbs verzehrte. Unmittelbar nach dem Verzehr der Rekord-Chili begann für den jungen Amerikaner eine regelrechte Tortur mit heftigen Qualen in Form eines trockenen Würgereizes sowie überaus starken Nacken- und Kopfschmerzen. Nachdem diese Qualen auch Tage später nicht abklangen wurde der Mann in einem Krankenhaus in der Notaufnahme vorstellig.

Ursache zunächst unklar
Über die Ursache für die Qualen des Mannes, der über kurzzeitig anhaltende starke Kopfschmerzen klagte, konnte zunächst nur spekuliert werden. Die Kopfschmerzen wurden jedoch sehr schnell als „thunderclap headache“, zu deutsch „Donnerschlagkopfschmerzen“, identifiziert. Nach Aussage des Mannes erlebte er diese Kopfschmerzen öfters am Tag in regelrechten Schmerzepisoden. In der gängigen Praxis wird zunächst ein sogenannter schwerwiegender neurologischer Notfall als Ursache für den Vernichtungskopfschmerz angesehen, allerdings konnten die Mediziner in der Notaufnahme im Fall des Mannes keine Anzeichen dafür feststellen. Auch die zweite mögliche Ursache für die Donnerschlagkopfschmerzen, Gehirneinblutungen, konnte ausgeschlossen werden. Erst nach einem umfassenden Hirn-Scan offenbarte sich den Medizinern deutlich, dass Blutgefäße im Gehirn des Mannes stark verengt gewesen sind und dass diese verengten Gefäße als höchstwahrscheinliche Ursache für den Donnerschlagkopfschmerz infrage kamen.

In Ermangelung alternativer Ursachen diagnostizierten die Mediziner, nachdem der Mann sie über den Verzehr der Chili-Schote in Kenntnis gesetzt hatte, dass Capsaicin die Hauptursache sein musste. Capsaicin ist bei der Chili-Schote der Wirkstoff, welcher für die Chili-Schärfe verantwortlich ist. Auf der Grundlage dieses Falles wird nunmehr davon ausgegangen, dass Capsaicin in besonders hohem Ausmaß eine gefäßverengende Wirkung aufweist, so dass die Chili-Schote „Carolina Reaper“ die Ursache für den Donnerschlagkopfschmerz gewesen sein muss. Nachdem der Mann das Krankenhaus wieder verlassen durfte traten seine Kopfschmerzen nicht mehr auf. Nach insgesamt fünf Wochen der Capsaicin-Abstinenz wurde ein Kontrolltermin im Krankenhaus durchgeführt in welchem festgestellt wurde, dass die Blutgefäße des Mannes im Gehirn wieder ein normales Ausmaß hatten. Ob der Mann aus dieser Qual seine Lehren gezogen hat und welchen Platz er letztlich bei dem Chili-Wettbewerb erreicht hatte bleibt an dieser Stelle ungeklärt. Für die Medizin jedoch hat dieser Fall eine aufschlussreiche Wirkung gehabt so dass die Studie, schärfer essen ist gesund, ein Stück weit relativiert werden muss.