Animal Hoarder – süchtig nach Tieren.

Bild einer schwer erkrankten Katze
Bild einer schwer erkrankten Katze

Tiere spielen für viele Menschen eine wichtige Rolle im Leben.

Die Liebe zu den Fellnasen ist weit verbreitet, fast in jedem zweiten Haushalt in Deutschland leben ein oder mehrere tierische Wegbegleiter. Doch wo hört Tierliebe auf, wo fängt Animal Hoarding an? Animal Hoarder sammeln Katzen, Hunde und Kleintiere. Was die Betroffenen als normal einschätzen, ist in Wirklichkeit eine Krankheit.

Anzeichen für Tierhortung
Animal Hoarder halten eine große Menge an Tieren. Natürlich ist nicht allein der Besitz von vielen Vierbeinern ein Zeichen für Tierhortung. Die betroffenen Tiere leben auf zu engem Raum. Oft sind sie verwahrlost, ungepflegt und abgemagert. Sie haben gesundheitliche Probleme, die nicht behandelt werden. Typischerweise wächst die Situation dem Halter über den Kopf, er verliert den Überblick über seine Tiere. Zudem fehlen die finanziellen Mittel, um alle Tiere artgerecht zu versorgen. Betroffene sammeln Hunde und Katzen, aber auch Nagetiere werden gehortet. In selteneren Fällen fallen Pferde und andere Großtiere dieser krankhaften Leidenschaft zum Opfer.

Gründe für Animal Hoarding
Kein Mensch wird als Animal Hoarder geboren. In der Regel geht eine normale Tierliebe voraus. Schicksalsschläge, Veränderungen im persönlichen Umfeld oder andere Krisen dienen als Türöffner für die gestörte Sammelwut. Ähnliche Symptome kann man beim Messie-Syndrom und bei anderen Zwangserkrankungen beobachten. Dennoch gibt es verschiedene Typen von Tierhortern.

Der Pfleger handelt eigentlich aus Liebe zu seinen Tieren. Er will allen Lebewesen helfen, lehnt grundsätzlich kein Tier ab. Dabei wächst ihm die Situation nach und nach über den Kopf. Er verliert den Überblick und will nicht wahrhaben, dass es den Tieren unter seiner Aufsicht nicht besser, sondern immer schlechter geht. Häufig haben diese Typen wenige Sozialkontakte, leben zurückgezogen und lehnen konsequent jede Hilfe ab.

Der Retter lebt in dem Gedanken, dass es Tiere nur bei ihm gut haben. Er verteufelt Tierärzte und Tierschutzorganisationen, denen er eventuell Rechenschaft ablegen müsste. Der Rettertyp sammelt vor allem kranke oder vermeintlich kranke Tiere, um diese vor der Außenwelt zu bewahren. Niemals würde dieser Typ ein Tier einschläfern lassen, egal, welches Leid dieses ertragen muss. Allerdings kümmert er sich nach der „Rettung der Tiere“ nicht weiter um sie. Dennoch sieht der Retter sich als Tierschützer, und zwar als einzig wahren Tierschützer in seinem Umkreis.

Der Züchter ist der einzige Typ, dem das Wohl der Tiere selbst in seine Gedankenwelt egal ist. Er hält die Tiere aus reiner Profitgier. Die oftmals illegale „Zucht“ gerät dabei irgendwann außer Kontrolle. Die Tiere vermehren sich unkontrolliert, der Verkauf funktioniert nicht mehr nach Plan, der Animal Hoarder verliert den Überblick.

Hilfe für Mensch und Tier
Häufig werden Animal Hoarder entlarvt, weil Nachbarn oder Anwohner auf die Situation aufmerksam werden. Gerade Tiersammler, die nicht außerhalb leben, fallen irgendwann durch heftigen Gestank in der Wohnung auf. Wenn die Behörden eingreifen, ist es für viele Tiere schon zu spät. Andere befinden sich in einem desolaten körperlichen Zustand und müssen lange aufgepäppelt werden. Manchmal werden Dutzende, manchmal sogar Hunderte Tiere aus ihrem Zwangsheim befreit.

Ebenso wie die Tiere benötigen die Sammler Hilfe. Denn Animal Hoarding ist eine Sucht, den Kreislauf können die wenigsten alleine durchbrechen. Leider ist der Anteil derer, die sich in eine Therapie begeben, gering. Das Veterinäramt kann eine Beschränkung der Tieranzahl und zuletzt ein Tierhaltungsverbot aussprechen. Jedoch ist das Amt nur regional zuständig, ein überregionales Register existiert nicht. So kann der Animal Hoarder umziehen und in einem anderen Gebiet erneut seiner kranken Leidenschaft nachgehen.