Antarktis schrumpft rasant!

Bild von der Antarktis.
Bild von der Antarktis.

Das Eis der Antarktis schwindet nicht nur stetig, sondern auch immer schneller.

Drei Billionen Tonnen Eis haben sich seit dem Jahr 1992 bereits verflüssigt. In den vergangenen fünf Jahren schwindet das Eis noch rasanter als zuvor – ein besorgniserregendes Ergebnis.
Die Auswirkungen auf die Erde sind verheerend, weil der Meeresspiegel weiter ansteigt.

Aktuelle Entwicklungen

Die Antarktis ist der Ort, an welchem sich die größte Eismasse des Planeten befindet. Aktuelle Entwicklungen der um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete entscheiden, wie sich der Klimawandel zukünftig auswirken könnte.

Eine aktuelle Analyse der Zeitschrift „Nature“ beweist, dass die Antarktis im Moment mehr zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt, als es in den vergangenen 25 Jahren der Fall war. Wenn das gesamte Eis schmelzen würde, stiege der Meeresspiegel um rund 60 Meter. Zur Verdeutlichung: Ein einziger Meter Anstieg würde bereits ausreichen, um den Großteil Deutschlands komplett unter Wasser zu setzen. Wie verheerend der Rückgang von 60 Metern Eismasse wäre, kann man sich aktuell kaum vorstellen.

Exakte Prognosen sind wichtig für zukünftige Prognosen

Wissenschaftler sind sich einig, dass die Entwicklungen in der Antarktis genauestens dokumentiert und beobachtete werden müssen. Je besser die Dynamik hinter der Eisschmelze verstanden wird, umso eher kann die Menschheit sich auf die Zukunft vorbereiten. Informationen darüber, wie viel Eis in welchem Zeitraum schmilzt und wohin sich das Eis bewegt, sind besonders wichtig. Auch der Frage nach dem Ausgleich durch Neuschnee kommt eine große Bedeutung zu.

Neuestes Forschungsprojekt in der Antarktis

Die IMBIE (Ice Sheet Mass Balance Intercomparison Exercise) hat die Antarktis nun so umfassend untersucht wie noch kein anderes Forschungsteam zuvor. Das internationale Team besteht aus 84 Wissenschaftlern, welche Daten von 24 verschiedenen Satelliten auswerten und vergleichen. Die Untersuchungen des IMBIE kommt einer Rundumüberwachung des Kontinents gleich und bietet neue Einblicke in das Schmelzen der Arktis.

Besorgniserregende Ergebnisse der IMBIE

Erst die neuesten Analysen der so gewonnenen Daten gaben Aufschluss darüber, wie schnell der Kontinent tatsächlich schwindet. Bisher hielten Forscher den Fortgang nämlich für deutlich langsamer, als er tatsächlich ist. Die neuen Analysen führen zu einer mehreren wissenschaftlichen Veröffentlichungen, welche durchaus Anlass zur Sorge geben.

Unter anderem haben die Forscher festgestellt, dass sich die Menge des geschmolzenen Eises binnen weniger Jahre sogar verdreifacht hat. Während zwischen 1992 und 2012 76 Milliarden Tonnen Eis verschwunden sind, waren es zwischen 2012 und 2017 ganze 219 Milliarden Tonnen. Insgesamt haben sich im vergangenen Vierteljahrhundert drei Billionen Tonnen Eis verflüssigt.

Verluste in der Westantarktis besonders hoch

Im Westen der Antarktis seien die Menge an verlorenem Eis ganz besonders hoch, sagen die Forscher. Dieser Zerfall ist schon seit Jahren bekannt und zuverlässig dokumentiert, aber nicht weniger erschreckend. Der Kollaps von besonders gefährdeten Regionen, wie zum Beispiel dem Larsen-Schelfeis sind schon seit einiger Zeit absehbar. Bei diesem Schelfeis handelt es sich um einen riesigen Eisberg, welcher ungefähr doppelt so groß ist wie das Saarland. Schon vor einiger Zeit fanden Forscher heraus, dass sich der weiße Riese am Südpol gelöst hat. Dass das Larsen-Schelfeis stetig schrumpft und sogar regelmäßig große Teile abfallen, ist inzwischen bewiesen. Die Bewegungen des schwimmenden Giganten geben Forschern wichtige Informationen über den Verlauf der Strömungen im Meer.

Auch die Pine-Island-Gletscher stellen ein enorm gefährdetes Gebiet dar und sind wahrscheinlich nicht mehr vor der Eisschmelze zu retten. Dieser Gletscher ist ein Eisstrom der Westantarktis, welcher eine Fläche von circa 162.300 Quadratkilometer umfasst. Immerhin 10 Prozent des west-antarktischen Eisschildes macht das riesige Gebiet aus. Außerdem transportiert der Gletscher mehr Eismasse als jeder andere Gletscher auf unserer Erde.

Aber auch die Ostantarktis bröckelt. Die Satellitenbilder und deren Auswertung durch die IMBIE belegen diese Tatsache. Ein Verlust von 28 Milliarden Tonnen Eis wird schon jetzt prognostiziert.