Auswirkung einer Bargeldlosen Gesellschaft.

Kreditkarten Zahlung
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Welche Auswirkungen eine bargeldlose Gesellschaft für uns haben wird.

Kennen Sie den Film „The Circle“ mit Emma Watson? Erst vor kurzem war er in den deutschen Kinos zu sehen. Nein? Dann dürften Sie aber die Frage mit ja beantworten, wenn Ihnen George Orwells „1984“ vorgelegt wird. Beide Werke handeln von einer Gesellschaft, in der der Überwachungsstaat stark vorherrscht. Und wenn es auch nicht explizit erwähnt wird: Bargeld spielt keine Rolle mehr.

Die Argumente der Bargeldgegner

Ein Bargeldverbot hätte ohne Zweifel auch Vorteile. Es würde das Ende der Banküberfälle bedeuten, in denen nach einem Überfall schwer Traumatisierte oder gar Tote zurückbleiben. Doch „Aktenzeichen XY“ würde dadurch nicht arbeitslos werden. Man denke nur an die digitalen Möglichkeiten. Wird eine Lücke für Verbrecher geschlossen, finden sie garantiert eine neue. Hackerangriffe stehen mittlerweile an der Tagesordnung. Das weltbekannte Elektronikunternehmen Sony etwa musste bereits einen massiven Hackerangriff auf Millionen von Konten von PlayStation – Spielern miterleben. Bei einem Bargeldverbot können auf diesem Wege keine Krankheitserreger mehr verbreitet werden. Die Sorge, an der Kasse bekommt man beschädigte oder gar zerrissene Scheine zurück, ist ebenso vorbei wie auch die Tatsache, dass Banknoten gefälscht werden können. Auch die Kosten für die Bargeldproduktion würden wegfallen. Gibt es nicht sogar durch das Bargeldverbot eine Ersparnis für den Handel? Kassenabschläge können deutlich schneller vollzogen werden, das Suchen nach Münzen an der Kasse wäre vorbei. Ohne Bargeld gäbe es keine Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Jede Transaktion, bis zum Trinkgeld für den Kellner, würde registriert werden. Ob damit die organisierte Kriminalität und die Geldwäsche bekämpft werden kann, darf jedoch bezweifelt werden. Wenn ein Bargeldverbot nicht weltweit eingeführt wird, werden stets Alternativen gefunden werden, seinen kriminellen Machenschaften nachzugehen. Doch ein weltweites Bargeldverbot ist unmöglich, allein schon aus dem Grund, dass in vielen Ländern schlichtweg die Technologie für eine solche Einführung fehlt.

Wir wären der finanziellen Entwicklung ausgeliefert

Gleich vorweg muss gesagt werden: die Argumente gegen ein Bargeldverbot wiegen weitaus schwerer. Wie Sie wahrscheinlich wissen, befindet sich die Gesellschaft seit vielen Jahren in einer historischen Situation. Die Niedrigzinspolitik seitens der EZB hat nicht nur dazu geführt, dass Sparbuch, Tagesgeld und Lebensversicherungen kaum mehr etwas abwerfen. Genauso fatal ist der Umstand des negativen Sparzinses. Banken erheben bereits Negativzinsen für Erspartes, mit anderen Worten: Sie leihen der Bank Geld und müssen dafür auch noch bezahlen. Vor zehn Jahren hätte man Ihnen für diese Vorstellung noch an die Stirn getippt. Durch ein Bargeldverbot wäre der Mensch solchen finanziellen Entwicklungen hilflos ausgeliefert. Das Geld müsste auf dem Konto verwahrt werden, ob man will oder nicht. Damit verbunden wäre auch ein Bankenrun nicht mehr möglich, wie er heute in kleinem Stil erfolgt. Nicht wenige heben ihr Geld ab und verwahren es zuhause, nach dem Motto: es gibt doch ohnehin keine Zinsen mehr, da lagere ich mein Geld lieber zuhause und kann es jederzeit anfassen und benutzen.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Sehen Sie sich das Bargeld an, welches sich momentan in Ihrer Brieftasche befindet. Nur Sie alleine entscheiden darüber, wer darüber verfügen darf. Und Sie selbst entscheiden, was Sie mit Ihrem Geld kaufen. Nun stellen wir uns wieder das Szenario eines Bargeldverbots vor. Wenn es erst einmal abgeschafft ist, wäre es für große Institutionen oder den Staat wesentlich einfacher, den Bürger zur Kasse zu bitten. Mit einer Art Zwangsabgabe für alle Sparer könnten somit unerwartete Kosten gedeckt werden. Sie glauben, das ist ein Szenario, welches es niemals geben wird? Das Volk würde hier aufschreien? Bisher ist aber nichts von einem wirklich großen Aufschrei zu hören, wenn es um die seit Jahren anhaltende Niedrigzinspolitik geht. Vielmehr, um es provokativ auszudrücken, beschäftigt man sich mit der nächsten Fußball – WM oder anderen seichten TV – Programmen.

Es könnte noch schlimmer kommen

Die womöglich wichtigste und gleichzeitig fatalste Folge eines Bargeldverbots fehlt noch. Wenn Sie nichts mehr mit Bargeld bezahlen können und alles nur noch elektronisch abgewickelt werden sollte, dann werden Sie zu einem gläsernen Bürger, ja Sklaven der Gesellschaft. Die Kreditkartenabrechnungen und Umsätze des Girokontos sind schließlich jetzt schon ohne Probleme einsehbar. Da wir ständig etwas kaufen, könnte dadurch unser Tagesablauf rekonstruiert werden. Das Internet merkt sich schon jetzt, was der Kunde wann und wo kauft und errechnet daraus Algorithmen, was denn noch für ihn interessant sein könnte. Ist doch egal, wenn es die anderen wissen? Bei Eiern, Wurst oder Milch mag das noch sein. Sie trinken gerne Bier, rauchen oder haben eine Vorliebe für fettiges Essen? Dann sollten Sie sich im Falle eines Bargeldverbots nicht wundern, wenn Ihre Krankenversicherung höhere Beiträge von Ihnen verlangt. Da Sie ja ein gläserner Kunde sind, weiß ein solches Institut stets sofort über ihre neuesten Gewohnheiten Bescheid.

Ein Bargeldverbot mag jetzt noch unglaubhaft erscheinen, doch es kann schneller passieren, als wir es uns wünschen. Was man dagegen tun kann? Zahlen Sie möglichst häufig in bar und machen Sie Ihre Mitmenschen auf die Problematik vom Bargeldverbot aufmerksam.