Bienen begeistern Forscher bei mathematischer Feldstudie!

Bienen auf einer Wabe.
Bienen auf einer Wabe.

Die kleinen Insekten verstehen das Prinzip hinter der Null.

Viele Menschen begeistern sich heute für die Welt der Bienen. Ohne die eifrige Arbeit der kleinen Insekten bei der Bestäubung wäre das Überleben eines Großteils der Pflanzenwelt gefährdet. Aber auch eine neue Forschungswelle über Bienen sorgt für eine besondere Neugierde. Das neuste Forschungsergebnis kommt aus Melbourne. Eine Studie belegt: Bienen verstehen das Prinzip hinter der Zahl Null.

Das Verstehen der Zahl Null erfordert komplexes mathematisches Verständnis
Nicht jedes Zahlensystem der Menschheitsgeschichte enthielt auch die Zahl Null. Über lange Strecken hinweg ging die Forschung davon aus, dass diese erst auf höherem menschlichem Kognitionsniveau verstanden werden kann. Selbst kleine Kinder scheitern im Vorschulalter am Verstehen dieses Prinzips. Erst ab einem bestimmten Alter scheint der Mensch das Prinzip der Nullmenge genauer einordnen zu können. Um so erstaunlicher ist das Ergebnis, das Forscher von der University Melbourne nun in einer Feldstudie mit Bienen erschließen konnten. Die kleinen Insekten konnten nachweisen, dass sie das Prinzip der Nullmenge sehr wohl verstehen. Das Experiment mit den eifrigen Insekten und Honigproduzenten belegt ein verblüffendes mathematisches Wissen der Bienen. Sie können nicht nur zwischen größeren und kleineren Mengen unterscheiden. Ihr mathematisches Kognitionsvermögen geht sogar noch viel weiter. Sogar mancher erfahrene Bienenforscher zeigt sich von den Ergebnissen der neuen Studie überrascht.

Ein einfacher Versuchsaufbau mit überraschendem Ergebnis
Die Forscher der Universität bauten für Bienen ein Experiment der folgenden Art auf: Den Bienen wurden zwei Anflugsziele mit unterschiedlich vielen Punkten angeboten. Hinter dem einen Blatt verbargen die Forscher eine positive Belohnung von Zuckerwasser. Tatsächlich ließen sich die Bienen darauf trainieren, zwischen verschiedenen Blättern mit mehr oder weniger Punkten gezielt die richtige Wahl zu treffen. Eine Versuchsgruppe mit Bienen trainierten die Forscher so darauf, gezielt das Blatt mit weniger Punkten anzusteuern. Die andere Gruppe wurde darauf trainiert, das Blatt mit der höheren Punktezahl nach Erscheinen gezielt anzufliegen. In einem weiteren Versuch bewiesen die Bienen nun, dass sie auch ein leeres Blatt sehr genau einordnen konnten. Die Bienen, die gelernt hatten, die kleinere Menge anzufliegen, flogen unmittelbar das leere Blatt an, als ihnen dieses erstmals gezeigt wurde. Bei der Vergleichsgruppe verhielt sich dies nicht so. In einem Artikel im Fachmagazin „The Conservation“ legten die Wissenschaftler ausführlich die überraschenden Ergebnisse ihres Experiments dar. Gegenwärtig werden diese in der Fachwelt diskutiert.

Nicht nur der Dienst an der Umwelt interessiert die Wissenschaft
Die Studie aus Melbourne hat der Forschung ein überraschendes Ergebnis geliefert. Es dürfte auch viele Hobbyimker, Bienenbegeisterte und vielleicht sogar Mathematiker interessieren. Gleichzeitig ist diese Art von Forschung repräsentativ für die breit aufgestellte Bienenforschung der heutigen Zeit. Längst interessiert sich die Wissenschaft dabei nicht mehr nur um den Dienst der kleinen Insekten für das Ökosystem. Auch die Intelligenz einzelner Tiere und des Schwarms in seiner Gesamtheit interessiert die Forscher. Mit vielen interessanten Experimenten versuchen sie dabei den Bienen auf die Sprünge zu kommen. Immer wieder liefern die kleinen Insekten den Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit verblüffende Ergebnisse. Das besondere mathematische Verständnis der Bienen ist nur eine dieser Überraschungen. Auch das Sozialleben im Bienenvolk und die Kommunikation zwischen einzelnen Bienen wird gegenwärtig immer genauer erforscht. Viele neugierige Menschen warten auf Ergebnisse dieser Forschung und freuen sich über ein besseres Verständnis der Bienen. Obwohl der Mensch seit Jahrtausenden Bienen züchtet und sich um diese kümmert, haben die kleinen Insekten dennoch viele Geheimnisse bewahrt. Erst allmählich werden diese von der Wissenschaft gelüftet.