Bisphenol A – Wie schädlich ist Bisphenol A wirklich?

Forscher untersuchen schon lange die Auswirkungen von Bisphenol A.
Forscher untersuchen schon lange die Auswirkungen von Bisphenol A.

Was ist Bisphenol A und wie wirkt es?

BPA ist ein Weichmacher, welcher in vielen Produkten aus Plastik vorkommt. In letzter Zeit ist der Stoff, der ausgeschrieben als Bisphenol A bezeichnet wird, in aller Munde. Grund hierfür sind die negativen Auswirkungen, welche BPA auf den menschlichen Organismus und auf die Umwelt hat. Doch was ist BPA eigentlich genau? Und warum wird der Stoff verwendet, obwohl er doch so schädlich für Mensch und Umwelt ist?

Bisphenol A aus chemischer Sicht

BPA ist eine chemische Verbindung, welche zu der Gruppe der sogenannten Diphenylmethan-Derivate gehört. Bereits im Jahr 1891 findet der Stoff seinen Ursprung. Damals hat der Chemiker Dianin Bisphenol A erstmalig entdeckt. Bis heute wird es als Ausgangsstoff für die Synthese polymerer Stoffe verwendet. Hierzu gehören vor allem Polyester, Polysulfon, Polycarbonat und Epoxidharz. Sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft hat BPA inzwischen eine sehr große Bedeutung, da es in fast allen Bereichen als besonders praktischer und zugleich besonders kostengünstiger Stoff gilt. Außerdem wird BPA als Weichmacher verwendet. In dieser Funktion sorgt es dafür, dass Produkte zwar biegsam bleiben, zugleich aber die nötige Härte aufweisen, sodass sie auch auf lange Sich sehr stabil bleiben.

In diesen Bereichen findet BPA Verwendung

Der Stoff wird so vielseitig eingesetzt, dass es schier unmöglich ist, alle Einsatzbereiche zu nennen. Sogar in den Kassenbons befindet sich der Weichmacher, damit sich das Papier sowie der Druck unter dem Einfluss von Wärme nicht dunkel verfärbt und möglichst lange lesbar bleibt. Einige große Ketten, wie Edeka, Aldi und dm haben inzwischen auf BPA-freie Alternativen umgestellt, da aufgrund des BPA-Gehalts berechtigte gesundheitliche Bedenken bestehen. Außerdem wird BPA in Trinkflaschen und Verpackungsmaterialien für verschiedenste frische Lebensmittel, Konserven und Flüssigkeiten eingesetzt. Besonders für Dichtungen und in den Deckeln von verschiedenen Konservendosen spielt der Gebrauch eine große Rolle. Laut offiziellen Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland werden bei uns pro Jahr mindestens sechs Millionen Tonnen hergestellt und weiterverarbeitet.

Wo kommt BPA vor?

Verschiedene Gegenstände des täglichen Gebrauchs enthalten Bisphenol A. Dazu gehören vor allem Produkte, welche aus Polycarbonat und Epoxidharz gefertigt werden. Beschichtungen für metallische Behältnisse gehören ebenso in diesen Bereich wie Behälter aus Plastik. Außerdem kommt der Stoff in Lacken, Farben und in den meisten Klebstoffen vor, welche wiederum in sämtlichen Sparten mitverarbeitet werden. Mit dem Stoff im Alltag nicht ständig in Berührung zu kommen, ist daher so gut wie unmöglich. Sogar in Schwimmbecken und zur Lagerung von Wein werden große Mengen BPA verwendet; der bloße Verzicht auf Geschirr oder Flaschen aus Plastik ist daher nur bedingt hilfreich. Um BPA aus unserem Alltag zu verbannen, müssten viel weitreichendere Maßnahmen getroffen werden. Vor allem müsste die Wissenschaft einen adäquaten Ersatz finden, welcher dem Bisphenol A sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus biologischer Sicht überlegen ist. Bisher ist dies keinem Wissenschaftler gelungen.

Gesundheitliche Risiken und Umweltaspekt

Vor allem die Probleme, welche die menschliche Fruchtbarkeit betreffen, stehen im Vordergrund, wenn es um die gesundheitlichen Aspekte im Zusammenhang mit Bisphenol A geht. Diese Probleme können sowohl bei Frauen als auch bei Männern jeglichen Alters auftreten. Außerdem wird der Transport von Enzymen und Proteinen innerhalb des menschlichen Organismus negativ beeinflusst. Da BPA in unserem Körper wie ein Hormon wirkt, sind zudem besonders kleine Kinder und Jugendliche betroffen. Das neueste medizinische Phänomen, welches in Verbindung mit BPA steht und nur bei Kindern auftritt: die sogenannten Kreidezähne. Auch auf die Umwelt hat BPA Auswirkungen. Durch die Entsorgung der Plastikabfälle gelangt der Stoff in das Abwasser und mittelfristig in die Meere. Dort schädigt es Meerestiere sowie Mikroorganismen nachhaltig. Durch die Nahrungskette gelangt der Weichmacher anschließend auf unsere Teller und wird dem Organismus zugeführt.