Das große Problem der Lichtverschmutzung.

Bild von New-York-City bei Nacht.
Bild von New-York-City bei Nacht.

Die Lichtverschmutzung und ihre Auswirkung auf Umwelt und Gesundheit.

Zunächst scheint Lichtverschmutzung ein Luxusproblem zu sein. Es ist kaum vorstellbar, dass Licht die Umwelt verschmutzen und ein Problem darstellen könnte. Tatsächlich wird sie der Umwelt aber zunehmend zum Verhängnis. Konkret bezieht man sich bei der Lichtverschmutzung auf die Aufhellung des Nachthimmels. Dies geschieht durch künstliches Licht, das in die Atmosphäre gestreut wird.

Beeinträchtigung der Astronomie
Aus gutem Grund stehen große Teleskope in abgelegenen Orten, etwa in Wüsten oder in den Bergen. Dort hofft man, dass die Lichtverschmutzung keine oder zumindest geringe Auswirkungen hat. Schätzungen zufolge hat man vor 100 Jahren mit dem Auge noch 2500 Sterne erkennen können. Heute sind es weniger als 500, in Städten nur noch 200. Insbesondere in Industriegebieten erscheinen nächtliche Lichtglocken über den Städten. Das ganze Ausmaß ist mit Nachtaufnahmen heutiger Satelliten erkennbar. Durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Lichter sind die Konturen einzelner Länder deutlich wiederzuerkennen. Schätzungen ergeben, dass eine Stadt mit 30.000 Einwohnern über einen Lichtradius von 25 Kilometern verfügt. Dieser entsteht durch Straßenbeleuchtung, Leuchtwerbung, Autoscheinwerfer und Gebäudespots. In Millionenstädten ist die Lichtverschmutzung deutlich prekärer. Für Astronomen ist dies eine erhebliche Beeinträchtigung. Es gibt kaum noch Orte in Europa, in denen ein klarer Sternenhimmel aufgenommen werden kann.

Auswirkungen auf die Tierwelt
Die Lichtverschmutzung fällt nicht nur Astronomen zur Last. Die Aufhellung des Nachthimmels hat auf lebende Organismen eine negative Auswirkung. Studien belegen, dass sich viele Kleintiere und Insekten an die zunehmende Lichtverschmutzung nicht anpassen können. In der Nacht orientieren sich die Tiere am polarisierten Lichtmuster am Himmel. Die Lichtverschmutzung führt zu einem anhaltenden Rückgang vieler Insekten und Tierarten. Besonders problematisch ist das ‚Towerkill-Phänomen‘. So verlieren Zug-und andere Vögel durch die übermäßige Beleuchtung die Orientierung und können mit Gebäuden kollidieren.

Belastung für Menschen
Bedrohlich ist die Lichtverschmutzung für den Menschen nicht. Dennoch kann sie den Hormonhaushalt und die innere Uhr des Menschen stören. Insbesondere in Großstädten klagen viele Einwohner, dass sie unter Ein- und Durchschlafstörungen leiden. Dieter Kunz ist Chefarzt und Leiter der Abteilung für Schlafmedizin am Berliner St.-Hedwig-Krankenhaus. Er gibt an, dass das Nachtlicht die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin verzögert. Damit wird das Einschlafen erheblich erschwert. Gleichzeitig sei Schlaf unerlässlich, damit das Immunsystem und die Gedächtnisbildung einwandfrei funktionieren. Chronischer Schlafentzug könnte zu Bluthochdruck, Diabetes und Fettleibigkeit führen.

Maßnahmen zur Lichtreduzierung
Immer mehr Gemeinden setzen sich das Ziel, die Lichtverschmutzung zu reduzieren. So soll künstliches Licht auf notwendige und sicherheitsrelevante Beleuchtung reduziert werden. Dazu zählt etwa die Straßenbeleuchtung. Eine weitere Maßnahme ist die Ausrichtung der Lichtquelle. Konkret soll der Lichtstrom stets von oben nach unten strahlen. Zuletzt kann eine präzise Lichtlenkung Abhilfe schaffen. Das Ziel besteht darin, die Streuung und damit die Emission zu minimieren.

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