Dashcams – welche Technik steckt hinter den Mini-Kameras?

So sieht eine Dashcam im Auto aus.
So sieht eine Dashcam im Auto aus.

Nach dem BGH Urteil.

Die Daten und Aufnahmen von Mini-Kameras im Auto dürfen nach dem neuen Urteil des Bundesgerichtshofs zukünftig zur Aufklärung von Unfällen mit herangezogen werden. Doch mit welcher Technik sind Dashcams ausgestattet und worauf muss beim Kauf einer Mini-Kamera geachtet werden? Wir erklären Ihnen hier alles Wichtige zu Dashcams aus technischer Sicht!

Was leisten die Mini-Kameras im Auto?
Die Aufzeichnungen von Videokameras im Auto können vor Gericht ausgewertet werden, um Unfälle aufzuklären. Der Bundesgerichtshof hat diesen Beschluss jüngst in einem Grundsatzurteil entschieden. Der Begriff Dashcam setzt sich aus den beiden englischen Ausdrücken Armaturenbrett (Dash) und Kamera (Cam) zusammen. Gemeint sind mit dem Begriff kleine Videokameras, die sich hinter der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett befestigen lassen und von dort aus das Geschehen auf der Straße und während der Fahrt aufnehmen. Die gesamte Verkehrslage wird aus Fahrersicht aufgezeichnet, wodurch sich die jeweilige Verkehrssituation anhand der Videobilder nach einem Unfall rekonstruieren lässt.

Wie funktioniert eine Dashcam?
Dashcams zeichnen permanent den Verkehr auf – als sogenannte Loop-Aufnahme. Die Bilder werden dabei auf einem Speichermedium (z.B. eine SD-Karte) abgelegt. Ist der Speicher voll, kann das System automatisch zum Anfang der Aufnahme zurückkehren. Dort werden ältere Daten gelöscht , um wieder Platz für aktuelle Bilder zu schaffen. Die Aufnahmen können auf Wunsch aber jederzeit auch per Tastendruck manuell gespeichert werden.

Wie reagiert die Dashcam bei Unfällen?
Die Mini-Kameras registrieren Unfälle über einen internen Beschleunigungssensor: Insofern der Sensor starke Änderungen in der Geschwindigkeit oder Richtung ( G-Kräfte) erfasst, wie es bei einer Vollbremsung oder einem Crash der Fall ist, werden die aktuellen Bilder automatisch gespeichert und vor weiteren Überschreibungen sicher geschützt.

Welche Daten werden nach dem Unfall zur Verfügung gestellt?
Die Dashcam stellt nach dem Unfall üblicherweise neben den Bildern auch GPS-Koordinaten und Angaben zur Geschwindigkeit zur Verfügung. Einige Modelle liefern zudem noch weitere hilfreiche Informationen, wie etwa Angaben zur Fahrtroute, über die Durchschnittsgeschwindigkeit oder auch zum Unfall selbst (aufgetretene G-Kräfte). Bei einigen Dashcams kann der Fahrer vor Antritt der Fahrt seinen Namen eintragen, was besonders für Autos wichtig ist, die von mehreren Personen gesteuert werden.

Sind Dashcams weit verbreitet?
Während Dashcams in Deutschland erst jetzt nach dem neuen BGH Urteil langsam auf dem Vormarsch sind, sind sie außerhalb des Landes – besonders in Russland – sehr weit verbreitet. Hierzulande haben zwar derzeit lediglich acht Prozent von 1000 befragten PKW-Besitzern eine solche Kamera, in Zukunft möchten sich aber weitere 13 % eine solche auf jeden Fall zulegen. Immerhin 25 % können sich vorstellen, eine solche Mini-Kamera zu installieren. Fast drei Viertel aller Befragten halten eine Dashcam für ein hilfreiches Beweismittel im Straßenverkehr.

Was kostet eine Dashcam?
Das Angebot an verschiedenen Modellen im Handel ist hierzulande bereits sehr groß und auch preislich unterscheiden sich die erhältlichen Dashcams stark. Günstige Geräte beginnen preislich bereits bei etwa 20 Euro. Wenn Sie allerdings Wert auf eine hohe Bildqualität legen und auch gerne die ein oder andere Zusatzfunktion nutzen möchten, sollten Sie sich im Preissegment oberhalb der 100-Euro-Grenze umschauen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Damit die Dashcam bei einem Unfall aussagekräftige Aufnahmen liefert, sollte das Gerät im Idealfall über eine hohe Bildauflösung verfügen und auch einen großen Blickwinkel aufnehmen. Bei Dashcams, die nicht per Kabel mit dem Zigarettenanzünder aufgeladen werden können, sollten Sie zudem auf eine möglichst üppig bemessene Akkulaufzeit achten. Ebenfalls unverzichtbar ist ein GPS-Sensor, der Ihren jeweiligen Standort erfasst. Eine Kugelkopf-Halterung gilt letzten Endes noch als besonders nützlich, denn damit kann die Kamera ideal ausgerichtet werden.
Über welche Zusatzfunktionen die Kamera verfügen muss, hängt grundsätzlich von Ihren Wünschen ab.

Manche Geräte haben Sicherheitsfunktionen zu bieten wie ein Spurhalte-Assistent, Abstandswarner oder Scheinwerfer-Erinnerung. Lästiges Tastendrücken ersparen Sie sich mit einer Sprachsteuerung und um die Bilder auf ein Mobilgerät zu überspielen, sollte sich die Dashcam ohne großen Aufwand mit dem Tablet oder dem Smartphone verbinden lassen.

Fazit
Dashcams sind hierzulande immer weiter auf dem Vormarsch und die Geräte werden von vielen Autofahrern als effektives Beweismittel bei einem Unfall angesehen. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Bildqualität und entscheiden Sie, welche Zusatzfunktionen für Ihren Verwendungszweck tatsächlich notwendig sind.