Der Euro führt zum Kollaps!

Künstlerische Darstellung, zerbrochene Euro Währung.
Künstlerische Darstellung, zerbrochene Euro Währung.

Warum festgelegte Wechselkurse und eine Einheitswährung nicht funktionieren.

Fester Wechselkurs bedeutet, dass ein Land zu einem anderen den Austauschkurs seiner Währung festsetzt und diesen mit Notenbankinterventionen zu verteidigen versucht. Ein System, das auf einem festen Wechselkurs basiert, gleicht einem gesperrten Thermostaten, der die Temperatur in einem Raum nicht mehr regulieren kann und eine konstante Heizleistung beibehält, unabhängig davon, wie sich die Umgebungstemperatur verändert. Das funktioniert so lange, wie die dem Raum zugeführte Wärme gleich der Wärmeabgabe ist. Sollte diese jedoch größer oder kleiner werden (Winter/Sommer), gerät das System mangels Steuerungsmechanismus aus dem Gleichgewicht. Im Sommer würde die Heizung zusätzlich heizen, statt abzuschalten, im Winter würde die Heizleistung nicht ausreichen und der Raum würde zu stark abkühlen. Ähnlich verhält es sich bei der Währung mit festem Wechselkurs. Solange sich die beiden betroffenen Länder im gleichem Maße entwickeln ist keine Wechselkursanpassung nötig – auch der flexible Wechselkurs würde hier konstant bleiben. Wird das Gleichgewicht jedoch dahingehend gestört, dass ein Land einen stärkeren Wirtschaftszuwachs, eine höhere Inflationsrate oder mehr Kapitalzustrom aufweist, so kommt es zu einer Reihe von Ungleichgewichten. Häufig wird der Fehler begangen, gerade die festen Wechselkurse mit Stabilität gleichzusetzen, was sich jedoch in einer Währungskrise als Trugschluss herausstellt.

So meinte etwa der damalige französische Staatspräsident Chirac zur Euro-Einführung, dass man auf Dauer kein System ständig schwankender Wechselkurse hinnehmen und nicht auf finanzielle Stabilität in der Welt hoffen dürfe, solange schwankende Wechselkurse akzeptiert würden. Was Chirac hier übersieht, ist die Tatsache, das Wechselkursänderungen nur Anzeigeinstrumente dafür sind, dass sich verschiedene Staaten auseinander entwickeln und die Abschaffung dieser Instrumente keineswegs die Probleme löst, sondern sogar noch weiter verstärkt.

Zunehmende Ungleichgewichte in Europa
Die Ergebnisse des Euros nach über 15 Jahren sind klar. Zwischen den Ländern haben sich enorme Handelsbilanzungleichgewichte aufgebaut – Ungleichgewichte, die früher durch Wechselkurse ausgeglichen worden wären. Verbunden mit diesen Spannungen ist eine immer massivere Verschuldung der schwachen Euro-Staaten bei den reichen Euro-Ländern – vor allem bei Deutschland. Das zeigt sich auch an den immer größeren Target-Salden. Die schwachen Staaten sind dabei inzwischen wieder mit etwa 700 Milliarden Euro bei der Deutschen Bundesbank verschuldet.

Und genau diese enormen Ungleichgewichte und Spannungen sind die Ursache für die Euro-Krise und die Überschuldung der ehemaligen Schwachwährungsländer im Euro-Raum. Um den Euro vorübergehend zu stabilisieren, sind immer mehr Rettungsgelder nötig. Kaum jemand ist sich darüber im Klaren, wie hoch die Summen sind, für die Deutschland heute schon haftet. Zwar haben sich die Handelsbilanzdefizite der Südländer seit dem Beginn der Euro-Krise durch rückläufige Importe dieser Länder deutlich verringert, trotzdem bleiben die damit aufgehäuften Schuldenberge bestehen und führen weiterhin zu Spannungen.

Brexit – Warum der Austritt Großbritanniens aus der EU zum Untergang des Euros führen wird
Mitte 2016 entschieden sich die Briten dafür, aus der EU auszutreten. Das für die Börsianer offensichtlich völlig unerwartete Ergebnis schickte die Finanzmärkte rund um den Globus umgehend auf eine dramatische Talfahrt. Das britische Pfund verlor gegenüber dem US-Dollar 11 Prozent an Wert und markierte damit seinen tiefsten Stand seit 1985. Auch die britischen Bankaktien fielen an den asiatischen Märkten sofort nach Bekanntwerden der Entscheidung um über 11 Prozent. Ebenso der DAX. Er stürzte um fast 700 Punkte und damit fast 7 Prozent ab. In der Spitze lagen seine Verluste sogar bei 10 Prozent. Zwar haben sich die Kurse später wieder erholt, aber der Brexit zeigt, wie sich die EU und damit der Euro in einem Auflösungsprozess befinden. Auf die Gefahren eines Brexits hatte auch kurz vor der Abstimmung noch George Soros, der bekannte Großspekulant, hingewiesen. Er erklärte, dass es dadurch zu einem Finanzcrash kommen und die einfachen Menschen viel Geld verlieren werden. Zusätzlich warnte er vor dramatischen Auswirkungen für die Finanzmärkte.

Ich bewerte den Brexit als den Anfang vom Ende der EU und damit auch der Gemeinschaftswährung Euro. Meiner Überzeugung nach werden dem Austritt Großbritanniens weitere Länder folgen. Dies führt dazu, dass das Europa-Projekt in seiner jetzigen Form und der Euro über kurz oder lang Geschichte sein werden. Ein weiteres Indiz dafür, dass die EU allein schon wegen der Brexit-Abstimmung am Ende ist, belegt die Tatsache, dass die Schweiz am 15. Juni 2016 ihr Beitrittsgesuch zur EU zurückgezogen hat.

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