Deutsche Wirtschaft zeigt sich besorgt über Abbruch der Nafta-Gespräche.

Handelsabkommen zwischen USA, Mexiko und Kanada.
Handelsabkommen zwischen USA, Mexiko und Kanada.

Abbruch der Nafta-Gespräche.

Der Abbruch der Nafta-Gespräche zwischen Mexiko, Kanada sowie den USA sorgt in der deutschen Wirtschaft für nachdenkliche Gesichter. Ein endgültiges Aus würde auch international agierenden deutschen Unternehmen schaden, so Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Weiter teilt Schweitzer mit, dass eine „nach vorne gerichtete Handelspolitik“ für die Europäische Union wichtig ist, um die Auswirkungen einer derzeit instabilen Situation abzudämpfen.

Milliardenschwere Investitionen auf dem nordamerikanischen Markt
Sicherlich haben Sie in der Vergangenheit vernommen, dass zahlreiche deutsche Unternehmen Investitionen in Milliardenhöhe auf dem nordamerikanischen Markt getätigt haben. Diesen Punkt griff der DIHK-Präsident auf und teilte hierzu mit, dass Unternehmen über viele Jahre hinweg „umfassende“ Lieferketten aufgebaut haben. Gerade in diesem Zusammenhang sei es aus Sicht von Schweitzer wichtig, dass enge intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Nafta-Mitgliedern stattfinden.

Die Fronten sind verhärtet
Bereits vor Monaten schrieb der US-Präsident Trump auf dem Nachrichtendienst Twitter, dass es sich bei Nafta um das schlechteste Handelsabkommen handelt, das jemals mit anderen Staaten abgeschlossen wurde. Die vereinigten Staaten hätten durch die einst abgeschlossenen Handelskompromisse „tausende Firmen“ und „Millionen Arbeitsplätze“ verloren, so Trump weiter. Am vergangenen Freitag trafen sich die USA und Kanada zu Gesprächen über die Zukunft des Handelspakts. Beide Seiten verließen das Treffen nach einigen Stunden ohne ein Ergebnis. Bereits am kommenden Mittwoch sollten die Nafta-Gespräche fortgesetzt werden.

Trump gibt sich hart und droht Kanada und Mexiko
Vor dem Abschluss des Nafta-Abkommens sei die USA „besser dran“ gewesen. Nach Meinung von US-Präsident Trump hätte es niemals unterzeichnet werden dürfen. Eine „politische Notwendigkeit“, Kanada im Nafta-Abkommen zu halten, gäbe es laut Trump nicht. Wie Sie sich denken können, kommen derartige politische Parolen nicht besonders gut beim Nachbarn im Norden an. Trump spricht weiter von einem Jahrzehnte andauernden Missbrauch und von keinem fairen Deal für die USA. Sollte sich dieser Zustand nicht ändern, sei Kanada „draußen“, so Trump weiter. Wie ernste es dem US-Präsidenten ist, beweist ein Schreiben, dass er kurz nach Abschluss der Gespräche an den US-Kongress gesendet hat, um für ein neues Freihandelsabkommen den notwendigen parlamentarischen Prozess in Gang zu setzen. Mit diesem Schritt setzte er eine 90-Tage-Frist in Gang. Offen erklärtes Ziel des US-Präsidenten ist es, ein Handelsabkommen mit Mexiko abzuschließen. Kanada müsse erst dazu „bereit“ sein, erklärte Trump.

Kongress-Mehrheit ohne Kanada unklar
Die US-Regierung hat nun 29 Tage Zeit, um einen vollen Text zum angestrebten Handelsabkommen an den Kongress zu senden. Unklar ist nach wie vor, ob sich eine Mehrheit im amerikanischen Kongress finden wird, wenn ein bilaterales Abkommen lediglich mit Mexiko und ohne Kanada zustande käme. Bereits im Vorfeld haben sich sowohl Republikaner als auch andere Mitglieder des Kongresses für den Abschluss eines Abkommens mit Kanada ausgesprochen. Der Handelt mit dem nördlichen Nachbarn ist ein zentraler Bestandteil der US-Wirtschaftsleistung.