Deutscher Preis für Onlinekommunikation.

Bild einer weinenden Frau (Inszenierung).
Bild einer weinenden Frau (Inszenierung).

Hamburger Mut-Mach-Kampagne „Aus/Weg“ erhält die begehrte Auszeichnung

Die Opferschutzkampagne „Aus/Weg“ wurde im vergangenen Jahr von Hamburgs Sozialbehörde zum Tag gegen Gewalt an Frauen ins Leben gerufen. Nun erhielt sie den begehrten Deutschen Preis für Onlinekommunikation und sahnte als einzige Aktion sogar zwei Auszeichnungen ab, nämlich in den Kategorien „Kampagne von Institutionen“ sowie „Disruptive Kampagne“.

Bei der Aktion „Aus/Weg“ der Behörde für Arbeit, Soziales, Integration und Familie in Hamburg werden Frauen gezeigt, die einen Weg aus einem häuslichen Umfeld gefunden haben und es geschafft haben, der Partnerschaftsgewalt in den eigenen vier Wänden zu entkommen. Die Architektur für die Kampagne wurde in Zusammenarbeit mit der Hamburger Werbeagentur Polycore realisiert.

Mit der tollen Aktion wollen die Köpfe hinter der Kampagne Frauen dazu ermutigen, einen Ausweg aus gewalttätigen Beziehungen zu finden. Zu verdanken ist die Aktion in erster Linie dem mutigen Einsatz von drei ehemaligen Gewaltopfern. Martina, Anette und Felicitas haben offen über ihre Leidensgeschichte gesprochen und somit andere Betroffene dazu ermutigt, sich endlich eine eigene Zukunft fernab von Gewalt aufzubauen. Die Senatorin Melanie Leonhard bedanke sich aufrichtig bei den beiden, die mit viel Mut beweisen konnten, dass jeder den Mut dazu haben kann, sich von einer schlimmen Vergangenheit zu lösen.

Gewalt in der Partnerschaft: Leider noch immer ein Tabuthema
Grundsätzlich zieht sich Gewalt in der Partnerschaft und in den eigenen vier Wänden durch alle gesellschaftliche Schichten. Dennoch ist es leider noch immer ein Tabuthema, worüber größtenteils nicht offen in der Gesellschaft geredet wird. Die Betroffenen verschweigen ihrem Umfeld die Tatsachen und finden sich mit der Situation irgendwann einfach ab. Wie die Sozialbehörde für Bundeskriminalstatistik zeigt, waren alleine im Jahr 2015 ca. 127.400 Personen von Gewalt in der Partnerschaft betroffen. Davon handelte es sich bei 82% um Frauen. Diese Zahlen beruhen auf angezeigte Straftaten wie Körperverletzungen, Mord/Totschlag, sexuelle Nötigung, Stalking, Bedrohung und Missbrauch und zeigen deutlich, wie stark sich Straftaten in Partnerschaften ausweiten. Sicherlich ist es daher besonders wichtig, dass es Kampagnen wie „Aus/Weg“ gibt.

Gewalt gegen Frauen – Hilfetelefon
Unter der Rufnummer Nummer: 08000 116 016 können betroffene Frauen ein bundesweites Beratungsangebot wahrnehmen. Das Hilfetelefon »Gewalt gegen Frauen« berät anonym und unterstützt Frauen aller Nationalitäten. Auch eine Online-Beratung ist möglich. Die Servicenummer ist an 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang erreichbar. Auch Freunde, Angehörige und Fachkräfte in entsprechenden Bereichen können dieses anonyme, kostenlose Beratungsangebot wahrnehmen.