Die einzigartig artenreichen Philippinen – ein Video das erstaunt und begeistert!

Screenshot Video CMS COP12 Philippines.
Screenshot Video CMS COP12 Philippines.

Die Philippinen sind mit rund 7.650 Eilanden einer der größten Inselstaaten überhaupt.

Die einzige, streng christliche Republik in Südostasien liegt mit ihren über 100 Millionen Einwohnern im westlichen Pazifik. Die Metropole und Hauptstadt Manila gehört mit mehr als 10 Millionen Bewohnern zu den größten weltweit.

Zugleich sind die Philippinen ein Entwicklungsland, das seit Jahrzehnten den Sprung zur Industrienation versucht. Verhindert wurde dieser Strukturwandel auch durch Naturkatastrophen. Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring in der Nähe des Äquators, weshalb jährlich mehrere schwere Erdbeben registriert werden. Dabei werden Werte von deutlich über sechs auf der Richterskala erreicht, was häufig zu zahlreichen Todesopfern führt. Zudem gelten die Philippinen als das Land, das mit am stärksten unter dem Klimawandel zu leiden hat.

Unvergesslich sind die Bilder des Jahrhunderttaifuns Haiyan, der am 08. November 2013 mindestens 8.000 Menschenleben forderte und eine Vermisstenliste mit mehr als 3.000 Filipinos verursachte. Damals wurden allein in der ärmsten Region auf der Insel Leyte mehr als 8 Millionen Palmen entwurzelt, was rund 45.000 Arbeitsplätze in einer Provinz vernichtete, in der die Arbeitslosenquote vorher bereits jenseits der 15% lag.

Und vor dem Küstenstreifen zwischen den Orten Dulag und Palo zerstörte die bis zu 15 Meter hohe und 120 km/h schnelle Sturmflut, verursacht durch den Taifun, ein Riff auf einer Länge von mehr als 40 Kilometern. Allein bis zum September durchquerten 2018 acht Taifune und 17 schwere Tropenstürme das Staatsgebiet der Philippinen; so viele, wie niemals zuvor. Die Menschen im zwölftgrößten Land der Welt müssen mit den Auswirkungen des Klimawandels kämpfen, verursacht von Ländern, in denen eine Krankenversicherung, eine Rentenversicherung und Arbeitslosengeld selbstverständlich sind. Auf den Philippinen sorgen nach wie vor die Kinder für ihre Eltern, wobei der Lohn eines einfachen Arbeiters deutlich unter 100EUR im Monat liegt.

Zugleich sind die Philippinen ein traumhaftes Reiseland. Endlose, oft menschenleere Sandstrände und die einzigartige Natur faszinieren. Statistisch gesehen ist es deshalb keine Überraschung, dass über 75% der Urlaubsgäste immer wieder auf die Philippinen zurückkehren, wo sie von freundlichen, stets lachenden Menschen herzlich begrüßt werden. Und eine Reise lohnt sich, denn neben den famosen Stränden bieten die Philippinen eine ungewöhnliche Artenvielfalt. Biologen stufen die Inselrepublik als Megadiversity Country ein.

Die Biodiversität ist in der Tat beeindruckend. Dieses relativ kleine Land beherbergt rund 70% der weltweiten biologischen Ressourcen. Über 50% der hier lebenden Tiere und Pflanzen sind ausschließlich auf den Philippinen zu finden. Mehr als 52.200 Arten wurden in der pazifischen Inselwelt registriert. Darunter sind 718 Vogelarten zu finden, von denen rund 230 endemisch sind, d.h. sie leben nur dort.

Dazu gehört der Stolz und Wappenvogel des Landes, der mächtige Philippinische Adler, der größte Vertreter der Adler-Familie. Weit mehr als 16.000 Pflanzenarten wurden gezählt, von denen die Fleischfressenden und die Orchideen mit einer stolzen Zahl von mehr als 3.000 endemischen Arten aufwarten können. Auch die Vielfalt der Insekten übersteigt das Vorstellungsvermögen, denn den bislang über 20.000 Arten werden monatlich weitere hinzugefügt. Grund dafür ist, das weite, unzugängliche Teile des Landes erst jetzt gründlicher erforscht werden.

Von den 207 Säugetierarten der Philippinen kommen 133 nur in diesem Land, teilweise nur auf einer bestimmten Insel der Philippinen vor. Auch weit über die Hälfte der 352 Reptilien sind endemisch, nämlich 244. Und von den 118 Amphibien sind 82% oder 97 Arten nur in der Inselrepublik zu finden. Die Philippinen sind das Land mit der höchsten Konzentration an einzigartigen, endemischen Lebewesen weltweit.

Dazu kommen 26.000 Quadratkilometer Korallenriffe, an denen Badegäste mit harmlosen Walhaien schwimmen oder sich von Putzerfischen die Zähne reinigen lassen können. An den Riffen leben mehr als 500 verschiedene Steinkorallen. In deren Nachbarschaft wurden 3.053 Fischarten und 2.724 andere maritime Lebensformen wie Krebse, Seesterne oder Muscheln gezählt. Mangroven schieben sich bis ins Meer und bieten Lebensraum für Tiere, die die meisten Europäer noch nie gesehen haben. Erstaunlich ist, das darunter auch Nashornvögel wie aus Südamerika oder Kakadus wie aus Australien zu finden sind. Und einige Affenarten sehen aus, als wären sie von Madagaskar oder aus dem Kongo importiert worden.

Wer sich ein wenig mit dem Land befasst, wird begeistert sein. Und es ist dann auch nicht mehr verwunderlich zu erfahren, dass das größte jemals gefangene Salzwasserkrokodil keinen Pass aus den USA, Australien oder Afrika besaß, sonder ein waschechter Filipino war. Lolong war 6,17 Meter lang und wog unglaubliche 1.075 Kilogramm. Das oben gezeigte Video, vom Biodiversity Management der Philippinen, gibt mit fantastischen Bildern einen kleinen Einblick in die bedrohte Natur des Landes, das jederzeit eine Reise wert ist.