Die Grasmilbe – wenig bekannt und doch so lästig!

Bild einer Grasmilbe.
Bild einer Grasmilbe.

Die warmen Monate bescheren sowohl den Menschen, als auch den Haustieren, unzählige Plagegeister.

Üblicherweise haben sie es auf das Blut der Person oder des Tiers abgesehen. Stechmücken und Zecken erzeugen zumindest juckende und lästige Bisse oder Stiche, in seltenen Fällen kann sich aus der Verletzung der Haut aber auch eine schwerwiegende Erkrankung ergeben. Doch droht mit der Grasmilbe ein noch weit lästigerer Konkurrent, die Gärten zu erobern.

Die Grasmilbe – unbekannt, dafür umso lästiger
Obwohl die Stechmücke sicherlich der bekannteste und verbreitetste Übeltäter ist, rührt dennoch nicht alles, was zunächst als Stich erscheint, von ihnen. Weit unbekannter, aber mit deutlich lästigeren Folgen, ist die Grasmilbe. Früher unbekannt, findet sie durch die Folgen des Treibhauseffekts mittlerweile auch bei uns akzeptable Lebensbedingungen und breitet sich daher teils epidemieartig aus.

Grasmilbe? – Nie gehört…
In der Bevölkerung ist die Grasmilbe noch vergleichsweise unbekannt. Eigentlich handelt es sich bei diesem parasitär lebenden Spinnentier um die so genannte Erntemilbe oder auch Herbstmilbe. Die Milben selbst leben zumeist unerkannt und un-auffällig in Wiesen und heimischen Rasenflächen. Im Larvenstadium dagegen lebt das Tier parasitär. Das bedeutet, es ist auf Wirtstiere, oder eben auch Menschen, als Nahrungsquelle angewiesen. Vergleichbar den Zecken wandern die Larven an die oberen Enden der Grashalme und lassen sich dort von ihrem zukünftigen Wirt einfach abstreifen. Einmal auf dem Wirt angekommen, wandern die Larven zu ihren bevorzugten Bisstellen, die sich durch dünne und oft feuchte Haut auszeichnen. Damit sind besonders Gelenkbereiche wie Knie oder Knöchel, sowie Kniekehlen und die Leistengegend betroffen. Selten wandern die Tiere aber auch bis zu den Armbeugen oder unter die Achseln.

Im Gegensatz zu Zecken oder Stechmücken ernähren sich die Grasmilben nicht vom Blut der Wirte. Viel mehr dringt ihr Biss nur Bruchteile eines Millimeters in die Haut ein, wo sie die austretende Gewebsflüssigkeit als Nahrung aufnehmen.

Darum sind Grasmilben weit lästiger als Stechmücken
Obwohl der Biss der Grasmilbe vergleichsweise gering ausfällt, leiden Mensch und Tier mit dessen Folge weit mehr und länger, als bei Stichen und Bissen anderer Parasiten. Dies ist in einem Sekret begründet, das die Milbe mit dem Biss in die Haut absondert. Es führt zu Rötung und Juckreiz. Im Gegensatz zu anderen Bissen und Stichen kann der Juckreiz nach einem Grasmilbenbiss bis zu einer Woche lang an-halten. Daher liegt hier auch das Risiko einer Folgeinfektion durch aufgekratzte Haut weit über dem Risiko nach anderen Stichen.

So wird man den lästigen Besucher wieder los
Grasmilben wieder los zu werden, ist beinahe unmöglich. Zwar bietet der Markt einzelne Mittel zur Bekämpfung der Grasmilbe, auch diese führen aber im Regelfall nicht zur kompletten Ausrottung.

Die üblichen Strategien setzen daher lediglich auf das Zurückdrängen der Milben und Milbenlarven. Zum einen hilft regelmäßiges Rasenmähen, da die Blattspitzen mitsamt Larven gekappt werden und diese weniger leicht auf den Wirt umsteigen können. Zum anderen führt regelmäßiges Gießen dazu, dass sich die wasserscheuen Milben in den Untergrund zurückziehen und daher ebenfalls für eine gewisse Zeit nicht auf den Wirt umsteigen können.

Ergänzend dazu trifft man häufig auf die Empfehlung, geschlossene Schuhe und lange Hosen zu tragen, sodass die Larven den Wirt nicht erreichen können. Auch das sofortige Duschen nach der Gartenarbeit soll die Larven vor dem Biss entfernen. Alle diese Maßnahmen führen aber belegbar zwar zu einer Reduzierung, aber keinesfalls zu einer Vermeidung von Bissen.

Fazit – Darum sollte man Grasmilben ernst nehmen
Die Grasmilbe ist lästig. Ist sie im heimischen Garten angekommen, kann sie so lästig werden, dass viele Wege ausprobiert werden, sie wieder los zu werden. Da aber derzeit keine adäquaten Mittel zur Bekämpfung zur Verfügung stehen, bleibt den Menschen meist nur die Möglichkeit, sich und die Haustiere von befallenen Flächen fernzuhalten und nach einem Biss mit juckreizlindernden Mitteln die Folgen abzumindern.