Die Mount Pelerin Society!

Darstellung eines Markt-Charts und einer Frau mit prüfenden Blick.
Darstellung eines Markt-Charts und einer Frau mit prüfenden Blick.

Die Mount Pelerin Society – unterwegs auf Hayek´s Spuren.

Das im Jahr 1947 und kurze Zeit nach Beendigung des zweiten Weltkriegs entstandene neoliberale Netzwerk wurde von Friedrich von Hayek, dem bekannten österreicherischen Ökonomen, gegründet. Ursprung und Ausgangssituation war der aktuelle Tiefstand des Klassischen Liberalismus nach dem zweiten Weltkrieg. Mit dem Treffen sollte hierfür ein Wendepunkt gestaltet werden und heute steht die Mount Pelerin Society als Flaggschiff für wirtschaftsliberale Bewegungen weltweit. Und dies nicht ausschließlich unumstritten, selbst in den eigenen Reihen kam es historisch immer wieder zu Differenzen und unterschiedlichen Auffassungen bezüglich Plan- und freier Marktwirtschaft sowie der generellen Intervention des Staates. Das erste Treffen, zu dem von Hayek in der Schweiz am Mount Pelerin geladen hatte, hatte das Ziel, die Zukunft des Liberalismus zu diskutieren und zu gestalten.

Von 30 auf über 1000 Mitglieder gewachsen

Die Anfangs von Friedrich von Hayek eingeladenen 30 Teilnehmer der Mount Pelerin Society umfassten unter anderem zu damaliger Zeit hochrangige Intellektuelle, Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Historiker. Heute treffen sich mehr als 1000 Mitglieder, einmal im Jahr an unterschiedlichen Orten weltweit und beschäftigen sich, mit dem Vorantreiben der Ansätze des Neoliberalismus. Für eine Mitgliedschaft bewirbt man sich nicht, sondern man wird vorgeschlagen und als Gast eingeladen. Die genauen Aufnahmebedingungen sind weitgehend unbekannt, denn das Netzwerk hat bisher keine Satzung oder Ordnung veröffentlicht und hält sich auch sonst mit offiziellen Publikationen zurück.

Bis heute starker Einfluss auf Politik und Wirtschaft

Die Mount Pelerin Society erstellt oder vermittelt keine direkte politische Agenda, jedoch finden die Werte über die Freiheit des Einzelnen und die Vorzüge einer offenen Gesellschaft durch alle Mitglieder Einzug in Politik und Gesellschaft. Es geht ihr darum , die Welt weg vom Sozialismus und hin zu einer offenen und liberalen Demokratie, einer ausschließlich von Marktwirtschaft geprägten Gesellschaft zu bewegen. Dafür sucht sich die Mount Pelerin Society prominente und ausgezeichnete Mitglieder die ohnehin schon über vorzügliche Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verfügen. Im Laufe der Zeit gründeten sich weitere Organisationen, Zusammenschlüsse und Think Thanks, welche über das 1981 gegründete Atlas Network eng mit der Mount Pelerin Society in Verbindung stehen und ihre Werte und Weltanschauung teilen: Der Neoliberalismus mit maximaler Marktfreiheit und minimaler Intervention des Staates. Die Rolle der Regierungen soll sich auf einige wesentliche Dinge beschränken. Zum einen auf die Verteidigung der Märkte und zum anderen auf den Schutz des Privateigentums. Alle weiteren Angelegenheiten und Bereiche sollten möglichst privatisiert und durch Unternehmen abgedeckt sein. Auch intern kam es zwischen den Mitgliedern immer wieder zu unterschiedlichen Meinungsbildern und Differenzen, denn auch der Neoliberalismus kann die Soziale Marktwirtschaft vertreten. So gab es einen so genannten deutschen Flügel innerhalb der Mount Pelerin Society, welcher eine gewisse Intervention des Staates für den sozialen Frieden forderte und im Gegenzug dazu einen amerikanischen Flügel. Dieser vertrat die Ansicht, der Staat solle so wenig Funktionen wie möglich übernehmen, so dass die Märkte optimal funktionieren können. Betrachtet man die aktuelle globale Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen, muss man feststellen, dass sich flächendeckend zumindest teilweise die Eigenschaften beider Ansichten durchgesetzt haben und überall zu finden sind. Der von der Mount Pelerin Society angestrebte und alternativlose Kapitalismus, mit all seinen auch oft kritisierten Eigenschaften, ist aktuell dass dominierende Gesellschaftsmodell.