Die Schweinepest breitet sich weiter aus!

Bild von Wildschwein-Frischlingen.
Bild von Wildschwein-Frischlingen.

Die afrikanische Schweinepest kann in Deutschland schwerwiegende Folgen haben.

Die afrikanische Schweinepest rückt immer näher an Deutschland heran und verunsichert Landwirte und Verbraucher. Während das Virus für Menschen und Haustiere nicht ansteckend sind, könnten die wirtschaftlichen und tierschutzrelevanten Auswirkungen enorm sein. Neben verstärkten Hygienemaßnahmen und Einfuhrkontrollen steht der Abschuss von bis zu 70% der Wildschweine als Überträger der Schweinepest zur Debatte.

Was ist die Schweinepest?
Aktuell ist vor allem die Amerikanische Schweinepest (ASP) Thema in den Medien. Die Erreger sind nicht mit der Klassischen Schweinepest (KSP) verwandt, verursachen aber ähnliche Symptome bei den Tieren. Die Krankheitssymptome treten 5-15 Tage nach Infektion auf und führen fast immer zum Tod der betroffenen Tiere. Symptome sind Fieber, Apathie, Hustenanfälle und Blutungen der Schleimhäute. Besonders beim akuten Verlauf kann es zu einer Blaufärbung von Nase und Extremitäten kommen. Die Seuche wird als hoch-ansteckend eingestuft und ist anzeigepflichtig.
Impfstoffe werden in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen.

Welche Gefahren und Krankheiten entstehen für die Verbraucher und wie kann ich mich schützen?
Für den Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr. Selbst der Verzehr von infiziertem Fleisch birgt keine gesundheitlichen Gefahren. Trotzdem sollten Verbraucher darauf achten, keine Essensreste mit Schweinefleisch liegen zu lassen, da der Erreger so weiter verbreitet werden kann. Auch Haustiere können sich nicht anstecken, der Virus befällt ausschließlich Schweine.

Und die Wirtschaft?
Für Landwirte mit Schweinebestand hätte der Nachweis der ASP in seinem Bestand verheerende Folgen. In der „Schweinepest-Verordnung“ Deutschlands ist bei einem Ausbruch die Tötung und Beseitigung aller Schweine des Betriebes sowie von Kontaktbetrieben festgeschrieben. Es werden außerdem großflächige Schutzzonen ausgewiesen, in denen Handels- und Transportverbote bestehen. Auch nicht direkt betroffene Landwirte leiden unter der Situation, die Preise und Nachfrage für Schweinefleisch sinken, dies führt zu finanziellen Einbußen und einer Überfüllung der Ställe.

Ausbreitung und Gegenmaßnahmen
Die Afrikanische Schweinepest ist vor allem in Afrika, der iberischen Halbinsel und in Sardinien zu finden. Durch Reiseverkehr sind aber auch schon Fälle in Spanien, Portugal, Frankreich und Belgien aufgetreten, in Deutschland wurden bisher keine Fälle dokumentiert (Stand 25.01.2017). Doch die Meldungen von Fällen der Schweinepest rücken näher. So wurde bei Wildschweinen in Tschechien rund 300 km von der deutschen Grenze entfernt ASP festgestellt, in Polen wurden 2018 bereits zwei Fälle bei Hausschweinen dokumentiert. Um die Ausbreitung der Schweinepest zu verhindern wird eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen bzw. sind in Planung. Der Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen ist zu verhindern. Dies erfolgt durch Hygienemaßnahmen in den Ställen sowie durch wildschweinsichere Einzäunungen von Futtermitteln, Einstreu und Schweinen in Freilandhaltung. Dies betrifft auch private Schweinehalter.

Die Einfuhr von Fleisch- und Wursterzeugnisse aus betroffenen Ländern wird stärker kontrolliert, hier sind auch Reisende aufgerufen, keine Schweineprodukte einzuführen. Um eine Ausbreitung zu verhindern bzw. zu verlangsamen steht die drastische Reduzierung der Wildschweinbestände in der Debatte. Dazu könnten Schonzeiten aufgehoben und bisher nicht legale Jagdmethoden wie der Einsatz von Nachtzielgeräten oder Fallen eingesetzt werden. Dies wird vor allem vom Deutschen Bauernverband gefordert. Insbesondere Tierschutzverbände und auch einige Jäger bewerten diese Maßnahmen als übertriebenen Aktionismus, sie sehen eher die intensive Massentierhaltung, Tiertransporte und den Import von Schweinefleischprodukten als Grund für die Ausbreitung der Schweinepest. In Betrieben mit Stallhaltung ist ein Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen fast unmöglich.