Die Wissenschaft des Lachens.

Bild von einem lachenden Mädchen.
Bild von einem lachenden Mädchen.

Es ist so alltäglich wie das Einatmen und Ausatmen.

Doch es bedarf unserer Mithilfe: das Lachen. Und dies lohnt sich. Denn Lachen wirkt sich in vieler Hinsicht positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Die Erforschung des Lachen ermöglicht uns wertvolle Einsichten und Tipps.

Gelotologie

Gelotologie ist die Wissenschaft des Lachens. Seine Ursachen und Folgen erforschen Gelotologen seit den Sechziger Jahren. Der Begriff leitet sich von griechisch „gelos“ = das Gelächter ab.

15 Mal pro Tag. Während Kinder noch durchschnittlich 400 Mal pro Tag lachen, wird das Zwerchfell bei Erwachsenen im Durchschnitt nur noch 15 Mal am Tag erschüttert. Lachen und Denken gleichzeitig nicht möglich. Während wir lachen, wird das Denken unterbrochen. So verschaffen wir mit einem Lachen dem Gehirn noch eine Pause, bevor es weiterdenken darf. Lächeln ungleich Lachen. Anders als viele glauben, ist Lächeln nicht die Vorstufe vom Lachen, sondern ein eigenes Phänomen der (hoffentlich) alltäglichen Kommunikation.

Wirkung auf die Gesundheit

„Lachen ist gesund“, heißt es im Volksmund. Mehr als hundert Muskeln sind am Lachen beteiligt. Wenn das Zwerchfell hüpft, steigt der Puls und wir atmen tiefer. Der Kreislauf wird angeregt, der Körper wird mit mehr Sauerstoff versorgt. Die Ausschüttung von Serotonin, dem Glückshormon, intensiviert sich. Im Gegenzug wird die Produktion von Stress-Hormonen reduziert. Verspannungen lösen sich. Untersuchungen deuten darauf hin, dass beim Lachen die körpereigene Abwehr gestärkt wird.

Soziale Funktion

Nicht zu vernachlässigen ist die sozialen Funktion des Lachens. Denn ein Lachen ist auch Ausdruck von Spontanität und Kreativität und erleichtert es, miteinander ins Gespräch zu kommen. Bei unseren Vorfahren, den Primaten, lassen sich Anzeichen von Lachen erkennen. Das Lachen ist somit älter als die Sprache und hat evolutionäre Bedeutung.

Repräsentation in der Sprache

In die Sprache hat das Lachen dann aber schnell Einzug gefunden. Die zahlreichen Sprichwörter und Redewendungen zum Lachen beweisen dies: „Da lachen ja die Hühner!“, „Du hast gut lachen!“, „Wer zuletzt lacht, …“, „Sie werden lachen!“. Ein Xylophon wurde früher als „hölzernes Gelächter“ bezeichnet.

Lachyoga

Wie man die eigene Stimmung positiv beeinflussen und die therapeutischen Wirkungen des Lachens für sich nutzen kann, lernt man beim Lachyoga. In weltweit über 6000 Lach-Clubs werden die Teilnehmer mit Hilfe spielerischer Übungen unterstützt, das richtige Gespür für die Lachmuskulatur zu erwerben. Begleitet wird dies von Übungen zum bewussten Atmen, zum Dehnen und Strecken.

Weltlachtag

Von der Lachyoga-Bewegung ging auch die Anregung aus, einen jährlichen Weltlachtag einzuführen. Seit nun 20 Jahren wird dieser am ersten Sonntag im Mai begangen. Dieser Termin ist besonders passend, da Lachen auch ein Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit sein soll. An diesem Tag sollen Menschen weltweit auf die positiven Effekte des Lachens für die Gesundheit hingewiesen werden. Damit sollte es auch möglich sein, den Durchschnitt von 15 Lachern pro Tag deutlich zu erhöhen. Das wäre doch gelacht!