Dieselskandal: Weitere Sammelklage gegen VW eingereicht!

Bild von einem Oldtimer VW Bus.
Bild von einem Oldtimer VW Bus.

Eine weitere Sammelklage wurde gegen VW eingereicht!

Wie einige gut informierte Medien berichten, liegt dem Braunschweiger Landgericht eine weitere Sammelklage gegen den VW-Konzern vor. Die US-Kanzlei Hausfeld sowie die Financialright GmbH soll demnach die Interessen von Diesel-Käufern aus Slowenien vertreten. Bislang hält sich das Landgericht bezüglich weiterer Informationen jedoch noch zurück. Vertreter der Kanzlei sprechen indes von „größte Sammelklage Europas“.

Klage von 6.000 slowenischen Staatsbürgern
Laut der vorliegenden Informationen reichten die US-Kanzlei Hausfeld sowie die Financialright GmbH erneut eine Sammelklage gegen VW ein. Eine Sprecherin des Landgerichts Braunschweig bestätigte den Eingang. Weitere Angaben zu den Einzelheiten des Sachverhalts machte sie jedoch nicht. Die Sammelklage umfasst 6.000 Käufer von VW-Dieselfahrzeugen in Slowenien, welche ihre Forderungen abgetreten haben. Im Vorfeld haben sich die VW-Käufer zwischen September 2017 und Januar 2018 gegenüber der slowenischen Verbraucherschutzorganisation ZpS zu einer Klage gegen den Konzern bereiterklärt.

Rückabwicklung des Fahrzeugerwerbs
In der 850 Seiten umfassenden Klageschrift verlangen die Kläger eine Rückabwicklung des Fahrzeugerwerbs. Als Begründung führt die Klage auf, dass die Kunden „ein Kraftfahrzeug erwarben, das mit einer Manipulationssoftware ausgestattet ist und daher den geltenden Vorschriften nicht entspricht“. Die Anwaltskanzlei Hausfeld gab hierzu bekannt, dass sich der Streitwert auf rund 48 Millionen belaufe.

Bereits dritte Sammelklage gegen den VW-Konzern
Die Sammelklage ist bereits die dritte ihrer Art, welche im Landgericht Braunschweig einging. Hausfeld und die Financialright GmbH haben seit November des vergangenen Jahres in stellvertretender Funktion für 15.000 VW-Diesel-Käufer aus Deutschland eine entsprechende Klageschrift eingereicht. Darüber hinaus vertreten sie weitere Anklagen von 2.000 VW-Kunden aus der Schweiz. Beide Anträge wurden bislang vor Gericht noch nicht verhandelt.

Abtretungsmodelle ernten heftige Kritik von Verbraucherschützern
Deutsche Verbraucherschützer stehen der gewählten Klage-Form äußerst zwiespältig gegenüber. Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, teilt bereits im November 2017 mit, dass die Abtretungsmodelle der Kanzlei Hausfeld „nicht der optimale Weg“ für betroffene Verbraucher sei. Nach seiner Auffassung sei diese Lösung lediglich für sogenannte Massenschadensfälle geeignet, welche auch für die jeweiligen Kanzleien eine Rendite in Aussicht stellen würden. Aufgrund von hohen Provisionen sei es zudem nahezu unwahrscheinlich, dass Verbraucher den vollen Umfang ihres Schadens erstattet bekommen. Derzeit bearbeitet das Landgericht Braunschweig rund 1.200 Verfahren, die im direkten Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal stehen. Bisher wurden durch die Richter in etwa 370 Urteile gefällt. Überwiegend fiel der Richterspruch zu Gunsten des Autokonzerns aus Wolfsburg aus. Was also im Hinblick auf die neu eingereicht Sammelklage zu erwarten ist, dürfte bis zum richterlichen Entscheid überaus ungewiss bleiben.

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