Digitale Revolution? Sind wir noch dabei?

Künstlerische Darstellung Digitaler High-Speed
Künstlerische Darstellung Digitaler High-Speed

Wie gut sind wir für die digitale Revolution gewappnet?

Das 21. Jahrhundert wird bisher sehr stark von der digitalen Revolution beherrscht. Immer wieder tauchen dieser oder ähnliche Begrifflichkeiten auf, auch in der Politik. So befanden sich die Jamaika – Koalitionspartner unter anderem, in den (vorerst gescheiterten) Sondierungsgesprächen über das Thema digitaler Ausbau. Jeder fordert eine wesentlich schnellere Denkweise. Deutschland darf nicht rückfällig werden, wenn es um den internationalen Wettbewerb geht.

Ist Deutschland gewappnet?
Es gibt sie heute und es wird sie auch in vielen Jahren noch geben. Die Dörfer, außerhalb der Städte, welche mit einer unterdurchschnittlich schnellen Internetleitung versorgt werden. Das soll sich ändern. Der Breitbandausbau soll zügig vorangetrieben werden, auch in Hinsicht auf die Bildungspolitik. Glaubt man den Studien und Statistiken, so hinken die deutschen Schulen hinsichtlich digitale Revolution extrem hinterher, was die Nutzung von digitalen Medien in der Unterrichtspraxis betrifft. Das darf natürlich nicht sein. Schließlich soll doch der Schüler von heute als der Erwachsene von morgen für die digitale Welt ausreichend gewappnet sein. Ob dies wie in den USA in der Grundschule mit der Abschaffung der Handschrift und der damit verbundenen Einführung des Tastenschreibens erreicht werden kann, darf zumindest angezweifelt werden. Doch sollten wir vielleicht nicht alles nur schlecht sehen. Deutschland ist weiter Exportweltmeister und vor allem in der Automobilbranche ist der deutsche Staat großer Weltmarktführer. BMW und Co. werden sich rechtzeitig darauf einstellen, die digitale Revolution für sich zu nutzen. Autonomes Fahren lässt grüßen. Die digitale Revolution für sich zu nutzen bedeutet aber auch, den Bürger für diese Sache zu gewinnen. Nicht wenige sehen diese rasende Entwicklung mit großer Skepsis, vor allem hinsichtlich des Datenschutzes. In Zeiten von Terror und Angst bleibt abzuwarten, ob die digitale Überwachung sich wirklich in Grenzen halten wird.

Ist der Mensch für die digitale Revolution gewappnet?
Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Es gilt zu unterscheiden, welcher Typ Mensch analysiert wird. Welcher Typ Mensch Sie sind. Grundsätzlich könnte man meinen, dass jüngere Menschen, vor allem, die im Bereich des Digitalen arbeiten wollen, sich auf die digitale Revolution einlassen müssen. Ältere Menschen dagegen können sich auf ihre Stärken der Lebenserfahrung verlassen und sind nicht (mehr) gezwungen, sich mit der neuen Mode zwangsweise zu beschäftigen. Ist das wirklich so? Brauchen Sie, nur weil die digitale Revolution und Ihr Umfeld danach schreien, das neueste Smartphone? Dazu noch Alexa, ein Tablet und am besten noch die App, mittels derer Sie die wichtigsten Funktionen des Hauses steuern können? Auch Sie kennen vielleicht Mitmenschen, die (noch) kein Facebook oder Whatsapp haben? Sind diese Menschen deshalb automatisch von der Gesellschaft ausgeschlossen? Zu einem gewissen Grad wahrscheinlich leider schon. Durch die digitale Revolution werden wir fast schon zu manchen gravierenden Lebensschritten gezwungen, ob wir wollen oder nicht. Aber wenn Sie sich fragen, ob Sie für die digitale Revolution gewappnet sind und deshalb unter anderem möglichst schnell und häufig E-Mails und Whatsapp-Nachrichten beantworten, dann ist das die falsche Frage. Ständige Erreichbarkeit kann ungeahnte Folgen mit sich haben.

Manfred Spitzer lässt grüßen
Bitte verstehen Sie das Ganze nicht falsch. Die digitale Revolution und die mit ihr verbundenen technischen Errungenschaften sollen hier nicht verteufelt werden. Aber es ist beunruhigend, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf unsere Gesellschaft hat. Vor allem Manfred Spitzer, der sehr bekannte Hirnforscher, warnt vor den Folgen des digitalen Konsums. Was früher das Schweizer Taschenmesser war, ist jetzt das Smartphone, welches unser ständiger Wegbegleiter ist, so seine Meinung. Mit verschiedensten Studien versucht er dem Ottonormalbürger näher zu bringen, weshalb Smartphone und Co. ein solch großes Risiko in sich bergen. Eine Problematik ist nämlich, dass es diese digitale Revolution noch nicht sehr lange gibt, etwa 20 Jahre. Dementsprechend sind Langzeitstudien bisher Mangelware und somit können auch etwaige Langzeitfolgen eines digitalen Konsums noch nicht genau genug abgeschätzt werden.

Müssen wir gewappnet sein?
Müssen Sie gewappnet sein? Brauchen Sie unbedingt dies und jenes, um mithalten zu können? Wollen Sie denn mithalten? Müssen Sie überhaupt mithalten? Es steht schließlich in keinerlei Gesetz, dass wir als Bürger verpflichtet sind, den neuesten technischen Errungenschaften immer nachzulaufen. Schon seit Jahren gibt es aktive Gegenbewegungen, auch an Schulen. Ein bekanntes Projekt sieht etwa vor, dass Schüler für einige Tage oder gar einen Monat vollständig auf jede Art von digitalen Konsum verzichten. Dabei macht so mancher eine erstaunliche Erfahrung für sich.