Diskussion über Impfpflicht.

Ein Mädchen welches an Masern leidet.
Ein Mädchen welches an Masern leidet.

Masern sind wieder auf dem Vormarsch.

In Deutschland und in anderen Ländern der Welt sind die Fallzahlen für Masern besorgniserregend gestiegen. 2019 haben sich in den ersten Monaten die Zahlen der Fälle an Masern in etlichen Ländern deutlich erhöht. Teilweise wurden monatlich mehr als doppelt oder dreifach so viel Erkrankte gemeldet als im vorausgegangenen Zeitraum. Besonders hoch war ein Anstieg in Venezuela und einigen Nachbarländern sowie in Ländern Afrikas und sogar Israel. Zu den europäischen Ländern zählen Ukraine, Serbien und Italien sowie Frankreich und Polen, aber auch Deutschland. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts waren es deutschlandweit im Monat Februar 2019 mehr als dreimal so viel als im Januar. Angesichts der Schwere der Erkrankung sowie zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung wird derzeit die Einführung der Impfpflicht in Kitas und Schulen befürwortet. So jedenfalls der zuständige Bundesminister Jens Span. Bereits hörbare Proteste von Eltern und grundsätzlichen Kritikern einer Impfpflicht scheinen ihn in seiner Absicht nicht umzustimmen. Laut Auffassung des Bundesgesundheitsministers kann nur durch die Impfpflicht eine wirksame Bekämpfung der vermeidbaren Masern erfolgen. Die Erkrankung könne im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Von einer Impfung sollte nur in begründeten Einzelfällen Abstand genommen werden, um eine allergische Reaktion zu verhindern. Gegner der Impfpflicht halten dagegen, dass es in zahlreichen europäischen Ländern wie in Österreich, Spanien oder der Schweiz keine Impfpflicht gebe. Die Teilnahme an den angebotenen Impfungen sei auch ohne Impfzwang extrem hoch und effektiv. Grund genug, sich einmal näher mit der Erkrankung, von der in Deutschland bis vor einiger Zeit kaum noch gesprochen wurde, zu befassen.

Die Viruserkrankung ist hoch ansteckend und verursacht rote Hautflecken

Bei Masern handelt es sich um eine Viruserkrankung mit einem besonders hohen Ansteckungspotential. An Masern erkranken hauptsächlich Kinder, es können aber auch Erwachsene angesteckt werden, bei denen die Erkrankung schlimmer verläuft. Als typische Anzeichen für eine Erkrankung an Masern gelten rote Hautflecke, Schwächegefühl und Fieber sowie eine Erkrankung der oberen Luftwege. Es kann sich außerdem Juckreiz einstellen. Bei einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf können in Einzelfällen lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung auftreten. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Sprechen oder Niesen. Über die Atemwegsschleimhäute gelangt das Virus dann in den Körper. Es muss kein direkter Kontakt zwischen Personen vorliegen, eine Ausbreitung kann über die Luft erfolgen. Die höchste Infektionsgefahr besteht einige Tage vor und nach dem Ausbruch der Krankheit. Die Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen Infektion und Krankheitsausbruch) beträgt etwa 10 bis 14 Tage. Die Erkrankung wird mittels Blutuntersuchungen festgestellt. Die Schilderung der Beschwerden im Gespräch mit dem Arzt und der charakteristische Hautausschlag reichen jedoch meistens bereits für eine Diagnose aus. Nach dem Abklingen der Beschwerden genießt der Patient aufgrund der gebildeten Antikörper einen lebenslangen Schutz vor einer weiteren Erkrankung an Masern. Schutz vor einer Erkrankung an masern bieten ebenfalls zwei Impfungen. Während einer Erkrankung ist eine direkte Bekämpfung nicht möglich. Es können lediglich die Symptome therapiert werden. Neben fiebersenkenden Medikamenten haben sich Wadenwickel bewährt. Durch die erhöhte Körpertemperatur kann durch Schwitzen ein übermäßiger Flüssigkeitsverlust entstehen. Daher sollte auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. In den meisten Ländern besteht bei einer Feststellung der Viruserkrankung eine Meldepflicht.

Weltweit erkranken immer noch sehr viele Menschen an Masern

Eine Impfung gegen Masern ist seit den 60er Jahren möglich. Fehlender Impfstoff und mangelnde Aufklärung in den ärmeren Ländern der Welt lassen es zu, dass weltweit immer noch sehr viele Menschen an Masern sterben. Vielfach wird aus Kostengründen wie beispielsweise in Rumänien nur eine Impfung durchgeführt. Zur Wirksamkeit sind jedoch zwei Impfungen erforderlich. Das Ziel der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die Masern bis zum Jahr 2020 auszurotten, hat sich nicht als realistisch erwiesen. Stattdessen muss aktuell auch in europäischen Staaten darauf geachtet werden, dass keine Ausbreitung stattfindet. Experten erklären, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten, um eine Verbreitung der gefährlichen Viren zu vermeiden.

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