E-Fuels eine zukunftsweisende Alternative zur Elektromobilität?

Bild einer Photovoltaik-Anlage.
Bild einer Photovoltaik-Anlage.

Die Entwicklung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen läuft auf Hochtouren.

Ziel ist es, die Kraftstoffe Diesel, Benzin und Kerosin durch den Antrieb von Strom zu ersetzen, was Ressourcen einspart und die Umwelt schont. Doch warum die Entwicklung abwarten und viele Milliarden Euro investieren, wenn es möglich ist, sogenannte E-Fuels (synthetische Kraftstoffe) zu entwickeln, welche die Elektromobilität scheinbar überflüssig macht?

Was sind E-Fuels und wie werden sie produziert?
E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die aus Kohlendioxid und Wasser gewonnen werden. Damit die Gewinnung überhaupt möglich ist, wird elektrische Energie benötigt, die Wasser in Sauerstoff und in Wasserstoff zerlegt. Das Endprodukt ist eine Flüssigkeit, die dem fossilen Rohöl gleicht und die zu synthetischem Gas, Benzin, Diesel und sogar Kerosin weiterverarbeitet werden kann. Werden gasförmige Brennstoffe synthetisiert, wird dies als Power-to-Gas bezeichnet. Werden flüssige Brennstoffe synthetisiert, wird der Prozess Power-to-Liquid genannt.

Eine Hoffnung für die Autoindustrie
Die Autobauer sind vorab schon sehr an E-Fuels interessiert. Besteht doch beispielsweise die Möglichkeit mit einem synthetischen Dieselkraftstoff die CO2-Emissionen um ca. 80 % zu senken. Vorbei wären sämtliche Diskussionen um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge und auch die Verkaufszahlen für Neufahrzeuge würden wieder in die Höhe schnellen. Synthetische Kraftstoffe könnten als Alternative zur Elektromobilität dienen. Die teure und langwierige Entwicklung von Elektromotoren könnte aufgegeben werden, weil E-Fuels in herkömmlichen Otto- und Dieselmotoren problemlos verbrannt werden können.

Warum werden E-Fuels nicht schon heute produziert und eingesetzt?
Die Produktion von E-Fuels ist zwar möglich, doch müssen erneuerbare Stromquellen dazu verwendet werden, damit die synthetischen Kraftstoffe umweltfreundlich sind. Die Gewinnung von Strom aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie ist jedoch noch immer kostspielig, sodass die Herstellungskosten für E-Fuels rund doppelt so teuer wie für herkömmliche Kraftstoffe sind. Dies würde bedeuten, dass private und industrielle Verbraucher rund das Doppelte für ihren Kraftstoff bezahlen müssten. E-Fuels sind derzeit noch nicht erschwinglich.

E-Fuels sind derzeit noch keine wirkliche Alternative zur Elektromobilität
Dies könnte sich aber in den nächsten 5-10 Jahren ändern. Denn nachdem der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen wurde, vermehrt sich der Anteil der erneuerbaren Energien rasant. In Deutschland wird vermehrt auf die Energiegewinnung aus Wind- und Sonnenenergie gesetzt. Es entstehen immer mehr Kraftwerke für regenerative Energien. Dadurch sinken auch die Kosten für die Herstellung der E-Fuels. Sobald es möglich ist, dass erneuerbare Energien den gesamten Strombedarf liefern, werden E-Fuels eine ernstzunehmende Alternative zur Elektromobilität sein.

 

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