Ein Bitmoji sagt mehr als tausend Worte.

Erstellt mit der Bitmoji App.
Erstellt mit der Bitmoji App.

Wie personalisierte Emojis Textnachrichten verändern.

Menschen haben oft Bilder anstelle von Worten verwendet. Prähistorische Gesellschaften hatten Höhlenmalereien, die alten Ägypter verwendeten Hieroglyphen. Im Jahr 2018 hat die Welt Bitmoji. Wenn Sie noch immer altmodische Kommunikationsformen – Telefonanrufe, SMS und Skype – nutzen, kennen Sie Bitmoji vielleicht nicht. Damit gehören Sie zu einer schrumpfenden Gruppe.

**Erfolgreichste App in 2017**
Letztes Jahr wurde die App zur meist heruntergeladenen iPhone App in den USA. In Europa war Bitmoji auf dem vierten Platz – nur geschlagen von WhatsApp, Instagram und Snapchat (dem Besitzer von Bitmoji).

Mit Bitmoji stecken Sie einen digitalen Avatar in eine von hunderten verschiedener Situationen und Aktionen. Ihr Bitmoji könnte Breakdance tanzen, aus einer Glückwunschkarte zum Geburtstag herauskommen oder sich in einen Schlafsack mit dem Wort „Montags“ kuscheln. Die Frisuren und Outfits der Avatare können nach Belieben verändert werden.

Möchten Sie jemanden zum Essen einladen? Dafür gibt es ein Bitmoji. Ignoriert der Freund ihre Textnachrichten? Schicken Sie ihm einen fertigen Cartoon Ihres Bitmoji mit einem „Ich weiß, dass Du das gelesen hast“-Schild. Reichen die Worte „Ich liebe dich“ nicht aus? Es gibt Dutzende von Bitmoji, die das Gewünschte mit einem Bild zum Ausdruck bringen.

**Täglich Millionen Bitmoji**
Wenn das für Sie überhaupt keinen Sinn ergibt, sind Sie nicht allein. Jedoch werden täglich Millionen von Bitmoji auf Snapchat, WhatsApp und Facebook hin und her geschickt. Zu den prominenten Nutzern zählen Victoria Beckham, Katy Perry und der Schauspieler Seth Rogen.

Für Bitmoji’s Chief Executive Jacob Blackstock ist es nicht verwunderlich, dass wir das geschriebene Wort durch Cartoons ersetzen. Er findet, dass wir für die zunehmende Zeit der elektronischen Kommunikation neue Wege benötigen. Textnachrichten alleine ersetzen nicht die direkte Kommunikation.

Immer mehr Kommunikation erfolgt online über digitale Medien. Es fehlt hierbei die emotionale Nuancierung, die in der menschlichen Interaktion natürlich ist. Jeder auf der Welt versteht Zeichentrickfilme. Diese Trickfilme gehen über die verbale Sprache hinaus.

**Wiederherstellung der eigenen Persönlichkeit**
Es ist leicht zu erkennen, was dahinter steckt. Der Boom bei Textnachrichten um die Jahrtausendwende ging zu Lasten der Telefonanrufe. Dabei ging das Verhältnis zu vertrauten Kommunikationsformen soweit verloren, dass bereits das Setzen eines Punktes am Ende der Nachrichten als unhöflich interpretiert wurde.

Ursprünglich führte dies zur Entwicklung von Emoticons. Textnachrichten wurde mit -) oder -P unterschiedliche Bedeutungen gegeben. Dann wurden diese Emojis in die Smartphones integriert. Bitmoji könnte der nächste Schritt in dieser Entwicklung sein.

Auch wenn es wie eine verrückte Teenagerbesessenheit klingt, sind Bitmoji in allen Altersgruppen angekommen.

Das Update der App Bitmoji Deluxe lässt die Avatare realistischer und menschlicher aussehen. Bei Bitmoji deluxe kann der Nutzer ein Selfie mit der digitalen Version vergleichen. Die App hat die Auswahl an Frisuren und Hauttönen erweitert, um sicherzustellen, dass sie ein präzises Abbild der eigenen Person ermöglichen.

**Bitmoji kann fast alle menschlichen Emotionen ausdrücken**
Bitmoji begann sein Leben als Bitstrips. Diese Website ermöglichte es ihren Nutzern, eigene Avatare zu erstellen. Für einen kurzen Zeitraum schien es unmöglich, Facebook ohne einen Newsfeed voller Comics zu sehen. Die Bitmoji-App folgte 2014 und wurde 2016 von Snapchat für 100 Millionen Dollar erworben. Als Bitmoji einige Monate später in Snapchat integriert wurde, war die Nachfrage so groß, dass die Server der App abstürzten.

Angesichts des finanziellen Drucks, dem Bitmojis Muttergesellschaft Snapchat seit dem Börsengang im vergangenen Jahr ausgesetzt ist, stellt Bitmoji möglicherweise eine gute Einnahmequelle für die Firma dar. Die japanische Messaging-App Line hat jüngst ein lukratives Geschäft mit dem Verkauf von „Aufklebern“ erschlossen, Cartoon-Bilder mit einer Gruppe von Teddybären. Da Bitmoji immer mehr Teil des Lebens der Menschen wird, wachsen auch die Möglichkeiten zur Monetarisierung.