Erstickung der Weltmeere droht! Folgen?

Zwei Taucher bei einem Korallenriff.
Zwei Taucher bei einem Korallenriff.

Sauerstoffmangel im Weltmeer führt zum Rückgang von Meerestieren.

Neben der Überfischung und dem Klimawandel gehört der Sauerstoffmangel zu den größten Bedrohungen der Ozeane. In der Wissenschaft wird bereits von ‚toten Zonen‘ berichtet. Betroffen sind Küstenregionen im Weltmeer, die von der Umweltverschmutzung besonders belastet sind. Meerestieren könnte der Sauerstoffmangel zum Verhängnis werden. Bereits jetzt wird die Lage als problematisch eingestuft.

Das Weltmeer als Müllkippe

Neue Untersuchungen der Umweltstiftung WWF (World Wildlife Fund) zeigen auf, dass die Größe der sauerstofffreien Zonen drastisch zunimmt. Von 1995 bis 2018 hat sich die Zahl der sauerstofffreien Zonen vervielfacht. Schätzungen zufolge sind mehr als 200.000 Quadratkilometer gefährdet. An der Ostsee ist die Situation besonders prekär. Hier weisen 42.000 Quadratkilometer einen bedrohlich niedrigen Sauerstoffgehalt auf. Darüber hinaus sind die Küste Japans, der Golf von Mexiko, das Schwarze Meer und das Adriatische Meer betroffen. Jochen Lamp von der Stiftung WWF stuft die Lage als eine Öko-Katastrophe ein. Das Weltmeer werde im 21. Jahrhundert als Müllkippe genutzt. Der Sauerstoffmangel sei eine Folge der Umweltverschmutzung und ebenso gefährlich, wie die Überfischung und der Klimawandel.

Überdüngung der Meere

Wissenschaftler sind sich einig, dass Menschen für die Zunahme der sauerstoffarmen Gebiete mitverantwortlich sind. Die Stiftung WWF gibt an, dass die Überdüngung der Meere die Hauptursache sei. Konkret handle es sich um Abfälle und Düngemittel aus der Landwirtschaft. Diese belasten küstennahe Regionen und können auch in das tiefere Weltmeer vordringen. Abfälle und Düngemittel verfügen über Nährstoffe, insbesondere Phosphate und Nitrate. Diese fördern das Wachstum der Pflanzen auf den Feldern und können im Weltmeer eine massive Algenblüte hervorrufen. Algen sind für ihren hohen Sauerstoffbedarf bekannt. Eine kilometerlange Algenblüte könne dem Ozean selbst in tiefen Schichten den Sauerstoff entziehen. Dies wird Meereslebewesen, vor allem Fischen, zum Verhängnis. In den toten Zonen ist ein Leben kaum noch möglich. Ein weiterer Grund liegt in der Erwärmung, begünstigt durch den Klimawandel. Wenn sich obere Schichten schneller erwärmen, führt dies mit kalten unteren Schichten zu einem Dichteunterschied zwischen dem Oberflächenwasser und der Tiefe. Damit wird die Vermischung der Meere verhindert. Dadurch können sauerstoffarme Meeresgebiete nicht schnell genug ausgeglichen werden.

Folgen der Erstickung

Jochen Lamp führt an, dass Algenteppiche nur das sichtbare Zeichen des Sauerstoffmangels seien. Problematisch sei eine Zunahmen von Phosphor und Stickstoff. Etwa im Ostseewasser soll sich innerhalb der letzten 100 Jahre der Phosphorgehalt verachtfacht und der Stickstoff vervierfacht haben. Dies könnte das Weltmeer nachhaltig stören. Ein ökologisches Ungleichgewicht könnte das Aussterben vieler Meerestiere zur Folge haben. Mit der Überfischung wird insbesondere die Artenvielfalt der Fische weiter beeinträchtigt.