EWE plant die größte Batterie der Welt!

EWE Prinzip der größten Batterie. (Bild Quelle: EWE)
EWE Prinzip der größten Batterie. (Bild Quelle: EWE)

Weltgrößte Batterie: Deutsche Energieversorger planen den Bau in einer Salzkaverne

Der deutsche Energieversorger EWE hat einen ehrgeizigen Plan für den Bau eines Energiespeichers vorgelegt, der nach eigenen Angaben die größte Batterie der Welt werden könnte. Der Plan von EWE sieht vor, unterirdische Salzkavernen mit Salzwasser zu füllen, um daraus ein massives Redox-Flow-Batteriesystem zur Speicherung von Strom aus Windkraftanlagen zu bauen.

**Redox-Flow-Batterien in Salzkavernen**
Redox-Flow-Batterien speichern Energie in flüssigem Elektrolyt. Die Menge an flüssigem Elektrolyt bestimmt die Speicherkapazität der Batterie. Je mehr Flüssigkeit zur Verfügung steht, desto mehr Strom kann in der Batterie gespeichert werden. Salzkavernen sind in der Regel riesig, weshalb sie auch für die Speicherung von Erdgas weit verbreitet sind. Durch die Nutzung der Salzkaverne als Behälter für den Elektrolyten könnte EWE eine sehr, sehr große Batterie bauen.
Während die genaue Größe des Projekts noch nicht bekannt gegeben wurde, hat der deutsche Energieversorger gesagt, dass er wahrscheinlich genug Energie in der Batterie speichern kann, um „eine Großstadt wie Berlin eine Stunde lang mit Strom zu versorgen“.

Um den potenziellen Umfang des Projekts ins rechte Licht zu rücken, betrachten wir die weltweit größte Durchflussbatterie, die von Sumitomo Electric Industries in Japan gebaut wurde. Sumitomos Flow-Batterie hat eine Speicherkapazität von 15 Megawatt (MW) und kann rund 60 Megawattstunden (MWh) Strom liefern. Damit ist sie in der Lage, etwa 15.000 bis 20.000 Menschen mit Strom zu versorgen.

In Berlin leben etwa 3,5 Millionen Menschen.

Die derzeit in der Entwicklung befindlichen größten Flussbatteriesysteme – ohne das EWE-Projekt – werden nicht viel größer sein als die von Sumitomo. In China bauen UniEnergy Technologies und Rongke Power Flow-Batterien mit einer Speicherkapazität von 20 MW und einer Kapazität von ca. 80 MWh.

Sollte sich das Projekt von EWE als umsetzbar erweisen, wäre es ein großer Schritt für Speicherlösungen im Versorgungsbereich und würde auch andere Unternehmen betreffen, die Flow-Batterie-Technologien entwickeln und vertreiben.

Es stellt sich die Frage, ob die von EWE für das Projekt entwickelte Technologie in der Praxis auch tatsächlich funktioniert. Die Technologie, die als Brine-for-Power (b4p) bezeichnet wird, wurde von EWE und Forschern der Schiller-Universität in Jena entwickelt. Es ist eine deutliche Abkehr von herkömmlichen Methoden der Energiespeicherung in Salzkavernen.

Die Konstruktion der benötigten Salzkavernen ist aufwendig, technisch und zeitlich. Für die von EWE genannte Kapazität der Batterie rechnen Experten mit einer Bauzeit von einem Jahr. In dieser Zeit wird ein Loch gebohrt und mit etwa 2000 Litern je Minute geflutet. Im Verlauf wird der Bohrer nach oben gezogen, um eine elliptische Form zu erzeugen.

Das überschüssige Wasser wird in Soleentsorgungsteiche geleitet. Dort wird das Salzwasser im Laufe mehrerer Jahre verdunsten. Zurück bleiben schätzungsweise zwei Millionen Tonnen Salz.

Die Speicherung in Salz stellt die günstigste Form der Lagerung dar. Salz ist relativ dicht gepackt und vermeidet so das Eintreten und Ausströmen von Luft. Salz dehnt sich aus, wenn Luft in die Kaverne ein- und ausgeblasen wird.

EWE beabsichtigt nicht, den Strom in einen anderen Energieträger wie Druckluft umzuwandeln. Stattdessen will EWE den Strom direkt mit der b4p-Technologie in der Batterie speichern.

Zunächst wird die Batterie des Projekts an einem anderen Standort gebaut und in Plastikbehälter verpackt, bevor sie in die Kavernen transportiert wird. Redox-Flow-Batterien sind größer und sperriger als Lithium-Ionen-Batterien, wie sie zunehmend im Automobilbau in Verwendung kommen.

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