Für und Wider das Haustier.

Bild von einem Hamster.
Bild von einem Hamster.

Haustiere – treuer Begleiter für einsame Seelen?

Deutschland ist das Land der Tierfreunde. In unzähligen Haushalten tummeln sich aus unterschiedlichsten Beweggründen Hunde, Katzen, Meerschweinchen und zahlreiche andere Sympathieträger. Die einen dienen als Spielgefährte für die Kinder, andere Haustiere sollen die Leere und Stille aus der zunehmenden Zahl von Single-Haushalten vertreiben. Doch welche Beweggründe lassen sich mit den Ansprüchen des Tieres vereinbaren und wann siegt der Egoismus der Halter über das Wohl der Haustiere?

Auch Haustiere sind Tiere
Es liegt auf der Hand, dass die Haltung eines Haustieres nichts mit dem ursprünglichen Leben der jeweiligen Tierart in freier Wildbahn zu tun hat. Viele Tiere, wie Katzen oder Hunde, sind ohnehin durch Zucht teils stark von der früheren Wildform entfernt und besonders extreme Zuchtformen erscheinen ohne Betreuung durch den Besitzer kaum noch lebensfähig. Dennoch handelt es sich weiterhin nicht nur um Lebewesen, sondern um Tiere. Das bedeutet, die heute gerne praktizierte Vermenschlichung mit Kleidung, Spielzeug, Schmuck etc. mag zwar der Halter als Tierliebe empfinden, dass diese Dinge dem Wohl des Tieres zuträglich sind, darf dagegen bezweifelt werden. Denn auch gezüchtet und nach den Vorstellungen des Menschen geformt, beinhaltet das Wesen jeden Haustieres immer noch große Anteile des natürlichen Verhaltensrepertoires, so dass etwa Jagd- oder Fluchtinstinkte, sowie Revier- und Paarungsverhalten, keinesfalls verschwunden sind. All diese Aspekte sollte ein zukünftiger Haustierbesitzer bei der endgültigen Entscheidung für einen tierischen Begleiter im Hinterkopf behalten.

Menschen und Haustiere – eine Wechselbeziehung
So wie die Menschen unzählige Wünsche und Hoffnungen mit der Anschaffung ihrer Haustiere verbinden, so haben selbstverständlich auch die Haustiere selbst eigene „Wünsche“, oder nennen wir es lieber Bedürfnisse. Mögen sich die Menschen von ihren Tieren Ansprache, Nähe, eine Motivation zur Bewegung im Freien und vieles mehr erhoffen, so fordern auch Haustiere verschiedenste Dinge von ihren Besitzern. So unterschiedlich wie die Tierarten sind dabei auch die Anforderungen. Der Hund als Rudeltier wünscht sich eine Hierarchie und ein Leittier, der Goldhamster möglicherweise ein geschütztes Versteck und die Hauskatze ein Revier, in dem sie ihrem Entdeckungs- und Bewegungsdrang nachgehen kann. Manche dieser Wünsche sind durch die Anschaffung einer Katzenklappe oder eines geräumigen Käfigs mit Rückzugsmöglichkeiten einfach zu erfüllen. Viele Dinge erfordern jedoch vom Besitzer weit mehr als einen finanziellen Aufwand. Ein Paradebeispiel ist der Hund, der, über den Gang zur Hundeschule oder auch nur das regelmäßige Gassigehen, von seinem Besitzer einiges an Aufwand und Konsequenz erfordert. Denn auch, wenn es draußen nass, kalt, oder einfach ungemütlich ist, stellt der Hund seine Bedürfnisse nicht einfach für eine gewisse Zeit zurück.

…drum prüfe, wer sich bindet
Dieser Artikel soll gewiss niemandem die Lust an Haustieren nehmen. Menschen, die sich mit dem Gedanken an ein Haustier beschäftigen, sollen aber dafür sensibilisiert werden, alle Konsequenzen ihrer Anschaffung zu berücksichtigen. Gerade weil Haustiere eben keine Gegenstände sind, die bei Nichtgefallen zurückgegeben oder auf dem Dachboden abgestellt werden können, sollte man sich dessen bewusst sein, dass ein Haustier zumindest für einige Jahre bis hin zu Jahrzehnten eine Bindung mit zahlreichen Pflichten und Aufgaben bedeutet. Wichtigster Schritt zu einer bewussten Entscheidung für ein Haustier ist sicherlich zunächst eine klare Definition der eigenen Beweggründe. Wenn diese sich objektiv mit dem Wohl des Tieres vereinbaren lassen und darüber hinaus noch das Bewusstsein für die Bedürfnisse des Tieres vorhanden sind, sollte einem ungetrübten Zusammenleben von Mensch und Tier nichts mehr im Wege stehen.

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