Fußball: Diskussionen um Video-Beweis.

Fußball Videobeweis
Fußball Videobeweis

Die aktuelle Diskussion über den Videobeweis beim deutschen Fußball

Seit der Saison 2017/18 ist der Videobeweis nicht nur im internationalen Fußball und bei Länderspielen auf Probe in den Stadien, sondern auch in der Fußball- Bundesliga wird er getestet. Er kommt bei Fragen um Tore, Strafstöße, Rote Karten und Verwechslung bei der Ahndung von Fouls zum Einsatz. Was sich prinzipiell vernünftig anhört, bietet immer wieder Diskussionsstoff. Die häufigsten Kritikpunkte lesen Sie hier.

Allgemeine Kritik an der Videoanalyse
Die größte Diskussion geht darum, ob sich der Fußball der modernen Medienwelt beugen soll oder nicht. Traditionalisten meinen, das Spiel basiere auf Tatsachenentscheidungen und auch die Emotionen des Fußballs leben von diesen Entscheidungen. Befürworter meinen, dass auch bei anderen Sportarten bereits der Beweis per Video erfolgreich verwendet wird und somit Fehlentscheidungen vermieden werden können.

Nationalspieler kritisieren das System
Aktuell mischen sich auch Nationalspieler wie Toni Kroos in die Diskussion um die Videoanalyse im Fußball ein. Er hält das Projekt für gescheitert und sieht darin keine gute Lösung, obwohl die Idee dahinter gut sei. Weitere Nationalspieler sprechen sogar von einer Katastrophe. Dagegen stehen Mats Hummels und der Trainer Joachim Löw vollkommen hinter der Idee und befürworten deutlich eine Fortsetzung der eingesetzten Videotechnik. Aber auch Hummels hält den Einsatz nur für notwendig, wenn es sich um eine eindeutige Fehlentscheidung des Schiedsrichterteams handelt. Ist die Situation nicht handfest, sollte die Analyse ruhen, um weitere Diskussionen zu vermeiden.

Ergebnisse werden nicht akzeptiert
Das Spiel Dortmund gegen Köln wurde 5:0 für Dortmund bewertet, unter starken Protesten der Kölner, denn die Videoanalyse stand im Fokus des Spiels. Und darum geht es: Der Schiedsrichter pfiff die Situation ab, da er den Kölner Torwart vom gegnerischen Spieler behindert sah. Der Ball ging ins Tor. Anschließend wurde per Videobeweis belegt, dass der Torwart vom eigenen Mann gestört wurde, und der Schiedsrichter gab das Tor im Nachhinein. Das ist nach dem Regelwerk nicht möglich. Auf eine Spielwiederholung wird aktuell verzichtet, jedoch trägt dieses Ereignis nicht zu positiven Meinungen über das neue System bei.

Schiedsrichter wirken unsicher
Auch die Schiedsrichter sind nicht in der Lage, die Bundesliga vom Videosystem zu überzeugen. Sie sind zwar in mehreren Stunden geschult worden, jedoch ist der Videobeweis nicht störungsfrei und sorgt oft nicht für die eindeutige Entscheidung. Die Zuschauer erfahren auch nur durch eine Stadiondurchsage von der Analyse und dem Ergebnis, können somit Entscheidungen oft nicht nachvollziehen und feuern anschließend gegen den Schiedsrichter.

Manipulationsvorwürfe
Der renommierte Schiedsrichter Helmut Krug steht ebenfalls im Fokus der Diskussionen. Er ist der Supervisor des Videobeweises und soll im Spiel Schalke gegen Wolfsburg zweimal Entscheidungen des Assistenten zugunsten Schalke überstimmt haben. Krug weist den Vorwurf zurück. Jedoch trägt diese Diskussion nicht dazu bei, den Videobeweis in der deutschen Bundesliga zu etablieren.

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