Gibt es Psychopathen in der Wirtschaft?

Symbolbild eines Psychopathen.
Symbolbild eines Psychopathen.

Berufe, in denen Persönlichkeitsstörungen häufig vorkommen.

An der Universität in Oxford haben Psychologen ein sogenanntes „Psychopathen-Ranking“ erstellt. Es galt herauszufinden, in welchen Berufsgruppen häufig Menschen mit Persönlichkeitsstörungen arbeiten. Die Erhebung basiert auf eigene Forschungsergebnisse unter Berücksichtigung der herangezogenen Faktoren aus dem Gesundheitssystem. Dass Wirtschaftsbosse durchaus zu Auffälligkeiten neigen, dürfte kaum jemanden wundern. Psychopathen finden sich aber auch in mittelständischen Berufsgruppen wieder. Wie sieht es mit Ihrem Beruf aus?

Der Psychopath in uns
Im alltäglichen Sprachgebrauch gilt der Begriff Psychopath als Schimpfwort. Gemeint sind damit Personen, die sich dissozial verhalten. Ihnen fehlt Empathie und sie agieren rücksichtslos auf die Gefühle anderer Menschen. Zeitgleich verstehen sie es, Menschen einzunehmen, sie symbolisch um den Finger zu wickeln. Trotz ihrer antisozialen Haltung sind diese Menschen sehr ergebnisorientiert. Jede einzelne Aufgabe verfolgen sie mit einem klaren Ziel. Nur wenn das erreicht wird, finden sie in ihren Handlungen Befriedigung. Umgangssprachlich gehen Psychopathen „über Leichen“, weil ihr eigener Erfolg im Vordergrund steht. Dabei stellt sich heraus, dass Psychopathen oft zusätzlich unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden.

Für die Wirtschaft sind Psychopathen demnach unerlässlich. Durch sie erringen Wirtschaftsunternehmen Erfolge. Die Persönlichkeitsstörung verhilft ihnen als starker Verhandlungspartner aufzutreten, die keine Zugeständnisse machen. Lieber verhandeln sie härter, als dem Geschäftspartner entgegen zu kommen. Mitunter führt das zur Rufschädigung des unterlegenen Verhandlungspartners, weil Psychopathen nicht davor zurückschrecken, alternative Wahrheiten zu publizieren, um ihre Verhandlungsposition zu stärken.

Merkmale der Psychopathie
Selten erkennen Kollegen die Persönlichkeitsstörungen und wissen zudem nicht, dass es sich dabei um eine ernstzunehmende schwere Erkrankung handelt. Schuld sind Fehlfunktionen im Gehirn, die für soziale Lernfunktionen zuständig sind. Diese Hirnregionen sind unterentwickelt und weisen zudem fehlende Verbindungen zu anderen elementaren Hirnregionen auf. Um ein psychopathisches Muster zu erkennen, werden diese in antisozialen und interpersonellen Faktoren gegliedert.

Das antisoziale Verhalten macht sich durch anhaltendes impulsives Auftreten, der Bemühung kurzfristiger Erfolge, fehlendem Verantwortungsbewusstsein und Schuldeingeständnis, bemerkbar. Mindestens diese Anzeichen müssen langfristig bei einem Menschen vorhanden sein, um ihn in der Psychopathie klassifizieren zu können. Hinzu kommen weitere interpersonelle Störungen. Dazu zählen unter anderem eine hohe Sprachgewandtheit, oberflächliche Beziehungen innerhalb der Familie und im Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreis. Häufig fallen Psychopathen durch betrügerisches und pseudologisches Verhalten auf. Immer auf der Suche nach einer alternativen Wahrheit, dessen Verantwortung sie selbst nicht übernehmen müssen.

In diesen Jobs gibt es auffällig häufig Psychopathen
Köche – obwohl in einem Restaurant Teamarbeit gefragt ist, gibt es in vielen Restaurantküchen Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, die nach der Universität in Oxford in der Psychopathie klassifiziert sind. Köche sehen sich oft als Künstler und bewahren ihre Geheimnisse über die Zusammensetzung der Menüs für sich. Für ein Restaurant ergibt sich daraus die Möglichkeit eines Alleinstellungsmerkmals.

Priester und Pfarrer leiden unter Persönlichkeitsstörungen, die sie als Psychopathen klassifizieren. Für sie ist die Tätigkeit eine Berufung Gottes und damit die höchste Instanz des menschlichen Daseins.

Polizisten sind von der Persönlichkeitsstörung nicht ausgenommen. Fehlende Empathie führt zu grobem Verhalten. Dass es sich bei Ermittlungen gegen Personen um Menschen handelt, die mitunter soziale Probleme belastet, interessiert nicht. Der Ermittlungsdruck ist ein ausschlaggebender Faktor.

Manager arbeiten oft alleine und tragen eine hohe Verantwortung für ein ganzes Unternehmen. Durchsetzungsfähigkeit ist ein positives Merkmal von Psychopathen.

Geschäftsführer, Personaler, Anwälte und Journalisten zeigen zudem überdurchschnittliche Persönlichkeitsstörungen auf.

Psychopathen sind also nicht gänzlich negativ zu bewerten, da diese Fähigkeiten besitzen, die bei anderen Menschen nicht so stark ausgeprägt sind. Besonders das Verfolgen von klaren Linien, die zu positiven Ergebnissen führen, machen Psychopathen in der Wirtschaft unersetzlich. Personalchefs der größten Wirtschaftsunternehmen setzen in bestimmten Abteilungen bewusst auf Psychopathen, die durch ihr ehrgeiziges und selbstbewusstes Auftreten, das Unternehmen zum Ziel führen.