Harry Potter auf dem Index?

Eine junge Frau liest Harry Potter.

Katholische Schule schließt Bücher aus.

Eine US-amerikanische Schule in Tennessee hat die Buchreihe über Harry Potter jüngst aus der Schulbibliothek entfernt. Nachdem sich Schulpfarrer Dan Reehil mit einer Mail an die Schüler wandte und eindringlich von der Lektüre abriet, sickerte die Begründung für dieses Vorgehen Anfang September auch gegenüber der Presse durch: Die Bücher enthielten echte Zaubersprüche – wer sie liest, beschwöre böse Geister.

Lektüre unerwünscht?

Kaum eine andere Figur hat soviel Kinder zum Lesen animiert wie Harry Potter. J. K. Rowlings Bücher über den Zauberschüler aus Hogwarts sind weltweit bekannt. Viele junge Leserinnen und Leser haben die Bände förmlich verschlungen. In der Schulbibliothek der in Nashville gelegenen St. Edward Catholic School im amerikanischen Bundesstaat Tennessee dürfte das nicht anders gewesen sein.

Dem Direktor und Pfarrer der Schule war der Spaß am Lesen und die Wissbegierde der Kinder in diesem Fall allerdings nicht genehm. Sie verbannten Harry Potter kurzerhand aus den Buchregalen. Darüber hinaus riet man den Schülern auch allgemein von der Lektüre ab. Dazu teilte Pfarrer Reehil in einer Mail die folgende Begründung mit. Seiner Meinung nach fänden sich in den Büchern echte Zaubersprüche. Folglich würden durch die Lektüre böse Geister beschworen.

Pfarrer konsultiert anerkannte Exorzisten

Laut der in der Zeitung „The Tennessean“ zitierten Mail teilt der Pfarrer zudem mit, dass er sich ausführlich beraten habe lassen. Diverse in Amerika bekannte Exorzisten habe er ebenso konsultiert und Rücksprache mit entsprechenden Kollegen aus Rom gehalten. Auf Basis dieser Expertise ist man offenbar zu einem entsprechenden Urteil gekommen.

In den Ohren unbeteiligter klingt die Argumentation der Schule wie ein Schildbürgerstreich. Zum einen wird eine Realität magischer Praktiken hinter den fiktiven Büchern unterstellt. Zudem wird kritisiert, dass die Bücher Magie auch als etwas Positives darstellen würden. In den Ohren aufgeklärter Menschen klingt dies geradezu absurd. Es wirkt zudem so, als ob die Theologen heidnische Praktiken für bare Münze nähmen.

Der Index war immer auch eine Art Leseempfehlung

Die aktuelle Diskussion erinnert an einen historischen Vorläufer. Schon vor Jahrhunderten stellte die katholische Kirche den sogenannten Index auf. In dieser berühmten Liste wurden alle Bücher aufgeführt, die der kirchlichen Lehre widersprachen und nicht gelesen werden sollten.

Bahnbrechende Werke der Naturwissenschaft fanden sich auf der Verbotsliste ebenso wie bedeutende philosophische Werke. Wie sich herausstellte, war diese Praxis jedoch nicht von Erfolg gekrönt. In manchen Fällen wurde durch die Auflistung das Interesse der Leserinnen und Leser sogar gesteigert. In gewisser Weise wirkten Verbote damit als Anreiz.

Fazit

Die Diskussion um den Bann der Buchreihe über Harry Potter wirkt kurios. Zugleich macht sie auf Schwierigkeiten aufmerksam, die sich ergeben können, wenn es zu einer engen Verbindung von Bildungsinstitutionen mit kirchlichen Strukturen kommt. Auf die meisten Leser weltweit dürfte der Verweis aus Tennessee jedoch eher als Ansporn wirken. Für die Buchautorin J. K. Rowling ist er gute Werbung.

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