Hat das Kino ausgedient?

Kinobesucher
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Das Kino früher und heute – was hat sich verändert?

Für viele Menschen gilt ein Besuch im Kino als das Highlight schlechthin. Bis vor ein paar Jahren konnte man die neuesten Blockbuster, Filme aus dem Ausland, Schnulzen und brandaktuelle Thriller entweder im Kino schauen, oder man musste lange auf das Video bzw. die DVD warten. Aber wie steht es eigentlich heute um das Kino? Die Zeiten verändern sich durch Anbieter des sogenannten Streamings wie Netflix, Amazon und Co.

Die Geschichte des Kinos

Das Kino erlebte seine Anfänge bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zuerst handelte es sich allerdings nicht um große Kinosäle, wie wir sie heute kennen, sondern um kleine Schaubunde. Erst viel später wurden Kinos zu ernst-zunehmenden Kunst- und Kultureinrichtungen, die nicht nur von Privatleuten, sondern zum Beispiel auch von Bildungseinrichtungen besucht wurden. Als es sich etablierte, dass private Haushalte einen eigenen Fernseher hatten, erlebte das klassische Kino zum ersten Mal eine ernste Krise. Allerdings schafften es die Betreiber und Filmemacher immer wieder, Filmbegeisterte in die Säle zu locken.

Vom Stummfilm bis zum Lichtspieltheater

Die allerersten Filme, welche im Kino öffentlich gezeigt wurden, waren die sogenannten Stummfilme. Die tonlosen Szenen in den Farben Schwarz und Weiß mögen uns heute lächerlich vorkommen – doch damals (circa ab 1895) galten sie als kleine Kunstwerke und noch dazu als echte Innovation. In erster Linie handelte es sich bei den damaligen Kinofilmen um einfache Szenen des Alltags oder um witzig dargestellte Sketche, welche uns heute wohl vollkommen übertrieben sowie unglaubwürdig vorkommen würden. Doch als die Filme im Kino nicht mehr nur als Kuriosität betrachtet wurden, entstanden die ersten Lichtspieltheater. Diese ähnelten in ihrem Aufbau, der Funktion und vor allem hinsichtlich ihrer Popularität bereits viel mehr den heutigen Kinos. Die Einrichtungen dienten nun ganz offiziell dazu, regelmäßig öffentlich Filme vorzuführen – gegen einen Eintrittspreis versteht sich. Mit der Zeit wurden die Vorführungen immer regelmäßiger und der Gang ins Kino entwickelte sich zu einer ganz normalen Freizeitbeschäftigung für jedermann. In den USA ging man dazu über, die Säle von kleinen, dunklen Bauten in prächtige Säle zu verwandeln, in denen immer mehr Menschen Platz fanden. Ihre erste Glanzzeit erlebten die Kinos dann gegen 1913 bis 1915, als die eleganten Kinos in den amerikanischen Großstädten eröffnet wurden. Diese ähnelten allerdings eher Opern oder Theatern als den heutigen Kinos, welche es sowohl in kleiner als auch in luxuriöserer Ausführung gibt.

Ist das Kino bald ein Relikt aus vergangenen Zeiten?

Über viele Jahrzehnte war das Kino beliebt bei Alt und Jung, sowie bei Menschen aus allen Schichten. Selbst die Kultur oder Herkunft spielten in diesem Zusammenhang keine Rolle – fast jeder sah sich gerne die neuesten Filme auf der großen Leinwand an. In den letzten Jahren gibt es allerdings eine Entwicklung, welche den Besuch im Kino mehr und mehr zu verdrängen scheint: das sogenannte Streaming. Während am Anfang im Programm von Netflix und Co eher Serien sowie ältere Filme zu finden waren, geht der Trend hin zu brandaktuellen Filmen. Nicht nur die privaten Fernsehsender werden von der Bildfläche verdrängt, sondern auch das Kino muss um seinen Fortbestand bangen. Immer mehr Menschen haben mindestens bei einem der großen Streaming-Anbieter einen Account. Kein Wunder, denn das Streaming bietet wesentlich mehr Freiheiten als das gute alte Fernsehen. Konsumenten können sich die Filme und Serien anschauen, welche sie sehen möchten – und das zu jedmöglicher Uhrzeit. Doch das neue Zauberwort heißt Premium-Streaming. Hierbei geht es darum, den Zuschauern auch solche Filme anzubieten, die brandaktuell sind. Konsumenten müssen dann nicht mehr länger ins Kino gehen, sondern sehen sich die Blockbuster bequem zu Hause an. Das klassische Kino muss sich also warm anziehen, um dem Trend entgegenzustehen.