Immer mehr Bauern setzen auf Hydroponik!

Salat-Aufzucht in Hydroponik Kultur.
Salat-Aufzucht in Hydroponik Kultur.

Hydroponik – Die Zukunft der Landwirtschaft

Weniger Pestizide, weniger Wasser, mehr Ertrag: Die Vorteile der Hydroponik sind gewaltig. Unter diesem Begriff verbirgt sich eine neue Art der Pflanzenzucht – in Nährlösung statt Erde. Fast alle Pflanzen können in den Substraten gedeihen. Allerdings fällt nicht bei allen Pflanzen die Ernte gleich gut oder besser aus, als bei der Bewirtschaftung auf Erde.

Warum Hydroponik?
Immer mehr Menschen leben auf der Erde. Und die Zahl wächst stetig: Von momentan fast 7,5 Milliarden Menschen auf über acht Milliarden im Jahr 2025. Dadurch drängt sich das Problem auf, wie diese Menschen ernährt werden können. Besonders in Gebieten, in denen viele Menschen leben, aber nicht genügend Boden für Landwirtschaft zur Verfügung steht. Für diese Städte eignet sich die Hydroponik vor allem. Denn: Diese Form der Landwirtschaft kann auch im zwanzigsten Stock eines Hochhauses betrieben werden. Bei der Hydroponik muss weniger gegossen werden, da das Substrat, auf dem die Pflanzen wachsen, das Wasser speichert und einen geschlossenen Kreislauf bildet. Dadurch ist es auch für Regionen geeignet, in denen Wassermangel herrscht. Zudem gibt es im Allgemeinen weniger Bodenschädlinge, als bei konventionellem Anbau. Aufpassen sollten Interessierte auf die Wurzeln. Sind diese zu viel Licht ausgesetzt, können schneller Algen wachsen, die das Wachstum der Pflanzen stören könnten.

Zu den Vorteilen der Hydroponik gehören vor allem der geringe Bedarf an Unkraut- und Schädlingsvernichtern und der gezielte Einsatz von Dünger. Da keine Nährstoffe im Boden gebunden werden, sind viel geringere Konzentrationen an Dünger notwendig. Zudem wird Gemüse früher erntereif, als bei Feldanbau. Das kommt von einem beschleunigten Stoffwechsel. Diesen müssen Sie im Auge behalten und zur richtigen Zeit mit der Düngung beginnen.

Wo ist der Haken?
Doch gibt es natürlich auch Punkte, die Sie bedenken müssen: Zunächst muss ein System eingerichtet werden, mit dem die hydroponische Zucht begonnen werden kann. Dafür benötigen Sie Platz und ausreichend Geld, um ein ausgereiftes System zu etablieren. Da die Erfahrungen mit den einzelnen Pflanzenarten nicht eins-zu-eins von dem herkömmlichen Anbau auf die Hydroponik übertragen werden können, ist ein gutes Wissen über die Bedürfnisse der Pflanzen sowie Zeit und Geld für mögliche Rückschläge notwendig. Die Pflanzen bilden spezielle Wurzeln aus – deswegen ist es häufig nicht möglich, diese in Erde zu pflanzen. Wenn Sie sich für diesen Schritt entschlossen haben, können Sie also nicht so schnell wieder zurück.

Welche Substrate werden verwendet?
Keine Erde, aber was sonst? Die meisten Pflanzen benötigen einen Untergrund, in dem sie mit ihren Wurzeln Halt finden. In der Hydroponik wird häufig körniger Blähton verwendet, jedoch gibt es auch viele weitere Materialien, wie beispielsweise:
– Steinwolle
– Sand
– Rindenmulch
– Perlit
– Vermiculit
Diese Liste ließe sich noch lange weiterführen. Wichtig für den Untergrund ist vor allem, dass er genügend Raum lässt, damit Wasser und Sauerstoff gut zirkulieren können. Das Substrat darf nicht Faulen und muss auch mit unterschiedlichen Temperaturen zurecht kommen. Bei der Auswahl des Substrats sollten die Bedürfnisse der Pflanzen im Vordergrund stehen.

Arten des Anbaus
Möchten Sie Pflanzen in Nährlösung anbauen, haben Sie mehrere Möglichkeiten, dies umzusetzen. Zum einen gibt es die Nährlösungsfilmtechnik. Bei dieser werden die Pflanzen in Netztöpfen in Rinnen gesetzt, die von Nährlösung durchflossen werden. Vorteil dieser Technik ist, dass Sie die einzelnen Pflanzen gut ernten und tauschen können. Beachten Sie jedoch die Länge: Sind die Rinnen zu lang, können Sie sich aufheizen. Auch ziehen die Pflanzen die Nährstoffe aus der Lösung, so dass die Pflanzen am Ende der Rinne eventuell zu wenig Nährstoffe bekommen.

Eine andere Anbaumethode der Hydroponik ist die Deep Water Culture. Hier schwimmen die Pflanzen in einem großen Becken von Nährlösung. Die Lösung muss gut belüftet werden, da die Wurzeln ansonsten zu wenig Sauerstoff bekommen und absterben können.