Inspiration Underdog.

Künstlerische Darstellung, "eine Idee haben".
Künstlerische Darstellung, "eine Idee haben".

Wie die Lebensgeschichten von Underdogs inspirieren können.

Eine Studie amerikanischer Psychologen untersuchte den Zusammenhang des Erfolgs von sogenannten Underdogs und Ihrer Kreativität. Wie das Fachblatt „Thinking Skills and Creativity“ berichtet, gibt es einen großen Zusammenhang. Kreatives Denken, gepaart mit einem starken Willen, lässt den Underdog bei Herausforderungen sogar an Sieger-typen vorbeiziehen. Der Underdog ist ein Gegenentwurf zum Sieger- oder Verlierer-Typus. Er hat die schlechtesten Voraussetzungen, jedoch eine besonders starke Motivation und scheut keine Herausforderung. Zusätzlich hilft ihm auch seine ausgeprägte Kreativität, sich aus seiner schlechten Lage zu befreien.

Was an den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchung besonders faszinierend ist: Das Lesen eines kurzen Textes über die Lebensgeschichte eines Underdogs bewirkte, dass die Leser anschließend in einem Kreativitätstest besser abschnitten. Schwierige Ausgangsbedingungen und große Hürden fördern anscheinend das kreative Denken, auch wenn sie nur aus zweiter Hand erlebt werden. Das erlaubt ein tieferes Verständnis von Kreativität und ihren Rahmenbedingungen, wie die Forscher um JongHan Kim von der Coastal Carolina University beschreiben.

Die Forscher beschäftigten sich mit der Bedeutung des kreativen Denkens für den Erfolg eines Menschen, ob im Beruf oder im Sport. In ihrer Untersuchung stellten sie den Underdog und den Erfolgsmenschen nebeneinander. Der Erfolgsmensch, auch Sieger-Typ genannt, ist es gewohnt zu gewinnen. Er hat meist sehr gute Voraussetzungen und ist quasi schon Zeit seines Lebens auf der Gewinnerspur. Als Underdog bezeichnete man ursprünglich einen Hund, der im Zweikampf unterlegen war. Für die Studie wurde dieser Begriff auf Menschen angewandt, die trotz schiecher Ausgangsbedingungen die Herausforderung suchen und beharrlich mit den Erfolgsmenschen konkurrieren. Das unterscheidet sie von den Losern, die ohnehin kein Interesse daran haben, sich anzustrengen, um etwas zu erreichen.

Der Underdog hat weder besonders viel Stärke, Intelligenz, Kontakte, Geld, oder Status. Diese nachteiligen Bedingungen fordern seine Kreativität heraus, dennoch Lösungen zu finden, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Für die Studie lasen 61 Studenten die Lebensgeschichten erfolgreicher Menschen. Die eine Gruppe beschäftigte sich mit der Erfolgsgeschichte eines Underdogs, die andere las über Bill Gates, der als Paradebeispiel eines Sieger-typen diente. Nach der Lektüre wurden psychologische Kreativitätstests gemacht. Zum Beispiel sollten die Probanden sich Dinge einfallen lassen, die man mit einem Ziegelstein machen kann. Die Gruppe, die sich mit dem Leben des Underdogs beschäftigt hatte, schnitt weitaus besser ab. Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass sich die kreative Energie des beschriebenen Underdogs schon beim Lesen auf die Studenten übertrug.

Schwierige Ausgangsbedingungen und negative Erfahrungen können zu kreativen Lösungen anregen, so die Psychologen. Diese Kreativität schafft die Voraussetzung dafür, erfolgreich mit dem verwöhnten Sieger-typen konkurrieren zu können.