Instant Payments – Echtzeitüberweisung für viele Bankkunden möglich!

Bild einer Sparkassenfiliale.
Bild einer Sparkassenfiliale.

Die Kunden der Sparkasse können sogenannte Instant Payments nutzen.

Geld kann per Überweisung von einem Konto auf ein anderes Konto transferiert werden. Anders als bei herkömmlichen Zahlungsarten ist der Geldbetrag sofort – in Echtzeit – auf dem Konto des Empfängers.

Was ist Instant Payment?

Bankkunden können das neue, schnelle System für Überweisungen nutzen, um Geldbeträge innerhalb von Sekunden untereinander oder auf das Konto eines Händlers zu überweisen. Im eigenen Account für Onlinebanking kann selbst ausgewählt werden, ob eine Überweisung in Echtzeit oder auf gewöhnlichem (langsamen) Wege getätigt werden soll. Aktuell gibt es eine Obergrenze von 15.000 Euro. Beträge, welche diese Grenze übersteigen, können nur auf herkömmlichem Wege ausgeführt werden.

Die Überweisung in Echtzeit funktioniert allerdings nur dann, wenn sowohl Sender als auch Empfänger an das neue System angeschlossen ist. Um das neue Zahlsystem des Instant Payments also wirklich effizient einsetzen zu können, ist es notwendig, dass weitere Banken nachziehen. Volksbanken und Raiffeisenbanken haben bereits zugesagt, dass sie das Instand Payment einführen wollen. Andere Privatbanken werden sehr wahrscheinlich folgen, indem sie entsprechende technische Voraussetzungen schaffen.

Warum dauern normale Überweisungen überhaupt so lange?

Bisher ist es so, dass Banken die Überweisungen der einzelnen Kunden sammeln. Erst abends leiten sie die Daten an die Bundesbank weiter, um sie dort prüfen zu lassen. Sowohl Forderungen als auch Gegenforderungen werden erst nach dieser Überprüfung ausgeführt. In der Regel werden die eigentlichen Überweisungen erst nach einem vollen Werktag überwiesen. Sogar Aufträge, welche online ausgeführt werden, werde erst nach einem zeitlichen Verzug abgewickelt.

Wie verbreitet ist Instant Payment bisher?

Das System soll schon bald flächendeckend in ganz Europa ausgerollt werden. Die Zahlungen in Echtzeit können dann auch über die Ländergrenzen hinweg ohne Verzögerung ausgeführt werden. Aktuell arbeiten in Europa immerhin 22 Institute aus 12 verschiedenen Ländern daran, Instant Payments möglichst bald einführen zu können. Langfristig werden Instant Payments die normale Überweisung sehr wahrscheinlich komplett ablöse. Für die Banken macht es wirtschaftlich nämlich überhaupt keinen Sinn, zwei Systeme parallel anzubieten.

Welche Vorteile bringen Instant Payments?

Händler, welche online ihre Ware verkaufen, können sich ebenso über die Neuerung freuen wie ihre Kunden. Da der zu zahlende Betrag sofort nach der Überweisung auf dem Händlerkonto eingeht, kann die Ware ohne zeitliche Verzögerung verschickt werden. Umgekehrt erhalten Verbraucher schneller ihr Geld, wenn sie private Verkäufe tätigen, wie beispielsweise im Falle eines Autoverkaufs. Am meisten profitieren allerdings die Geschäftskunden. Ein Spediteur kann die betreffenden Waren nämlich erst dann ausliefern, wenn die Zahlung vollständig eingetroffen ist. Die Lieferketten gestalten sich dank Instant Payments zukünftig effizienter; sie werden sicherer und schneller.

Was kosten Instant Payments?

Die Banken können selbstständig entscheiden, ob sie Gebühren für die Nutzung des neuen Dienstes verlangen oder nicht. In einigen Kontomodellen sind kostenlose Instant Payments enthalten, in anderen nicht. Bei einigen Sparkassen schlägt der Service mit satten 50 Cent pro Überweisung zu Buche. Die Gebühren werden in den offiziellen Verzeichnissen der einzelnen Institute beziffert. Auf Dauer sollten die Banken jedoch keine Gebühren für Instant Payments erheben, weil sie auf lange Sicht keine besonderen Preise durchsetzen könnten – so sagen zumindest Experten. Wenn Echtzeitzahlungen zum Standard werden, so müssten sie ohnehin kostenlos angeboten werden.

Was passiert bei Problemen mit der Überweisung in Echtzeit?

Bei normalen Überweisungen ist es noch einige Zeit lang möglich, einen irrtümlich überwiesenen Betrag zurückzuholen. Wenn die sendende Bank die Zahlung noch nicht veranlasst hat, ist das also kein großes Problem. Wenn die Überweisungen sofort ausgeführt werden, wird das zurückholen deutlich schwieriger. Das Zeitfenster, in welchem die Bank noch eingreifen könnte, ist auf ungefähr 10 Sekunden begrenzt. Für die Mitarbeiter vieler Banken wir die Einführung des Instant Payments unangenehm – sie müssen rund um die Uhr erreichbar sein.