Intuition bestimmt über unser Leben!

Symbolbild für Intuition.
Symbolbild für Intuition.

Wie viel Macht hat die menschliche Intuition wirklich?

Dass wir uns hin und wieder auf unser sogenanntes Bauchgefühl verlassen sollten, ist nichts Neues. Doch nicht immer ist es sinnvoll, sich auf die eigene Intuition zu stützen. Aber wie viel Macht hat die menschliche Intuition wirklich? Richten wir uns am Ende gar mehr nach ihr als nach unseren rationalen Gedanken? Forschungen deuten darauf hin, dass die Gefühle des Menschen manchmal wirklich klüger sind als die viel gepriesene Vernunft.

Ohne nachzudenken das Richtige tun

Bei Profisportlern entscheiden meist Millisekunden darüber, für welche Richtung sie sich entscheiden, ob sie einen Haken schlagen oder ob sie dieses oder jenes tun. Die Richtigkeit der entsprechenden Entscheidung ist ausschlaggebend dafür, dass sie Erfolg haben oder eine Niederlage erleben. Trotz dieses Drucks ist es sehr häufig so, dass die menschliche Intuition jene Sportler genau in die richtige Richtung lenkt. Ohne nachdenken zu müssen, automatisch das Richtige zu tun, ist eine der größten Stärken eines Menschen. Doch natürlich behelfen sich nicht nur die Größen im Sport dieser Gabe, sondern auch ganz normale Personen in völlig banalen Alltagssituationen. Häufig entscheidet die Intuition auch darüber, wie wir uns bei schwerwiegenderen Dingen letztlich entscheiden. Natürlich spielen rationale Gedanken eine Rolle bei Fragen, wie „Lege ich mein Geld in Aktien an?“ und dergleichen – trotzdem entscheiden die meisten Menschen am Ende nach ihrem Bauchgefühl.

Wo ist die Intuition im Gehirn verankert?

Psychologen und vor allem Hirnforscher beschäftigen sich bereits seit vielen Jahrzehnten mit dem Thema Intuition. Sie interessieren sich vor allem dafür, wo sich die Stelle in unserem Hirn befindet, an welcher das sogenannte Bauchgefühl sitzt. Wie immer bei solchen Angelegenheiten ist die Forschung auf diesem Gebiet sehr schwierig und die Wissenschaftler kommen nur langsam voran. Eines ist inzwischen allerdings klar: Das Bauchgefühl ist dem Menschen nicht etwa angeboren, sondern es handelt sich bei der Intuition um eine erlernte Fähigkeit. Kognitionsforscher haben herausgefunden, dass alle Areale, welche für das intuitive Handeln verantwortlich sind, sich auf der rechten Hälfte des Gehirns befinden. Außerdem ist inzwischen klar, dass die Fähigkeit zu spontan richtigen Entscheidungen bereits in der menschlichen Evolution begründet liegt. Im Laufe unserer Entstehungsgeschichte mussten wir uns daran gewöhnen, dass wir manchmal gar keine Zeit haben, um lange zu überlegen. In Urzeiten, als unsere Vorfahren noch vor gefährlichen Tieren flüchten mussten, war es wichtig für das Überleben, schnelle und zudem richtige Entscheidungen zu treffen.

Menschen handeln oft schneller, als sie denken

Bei speziellen Fähigkeiten, wie zum Beispiel dem Ausführen des Zehn-Finger-Systems oder dem Erlernen eines Musikinstruments sieht man Menschen an, dass sie nicht mehr nachzudenken brauchen, um ihre Aufgabe auszuführen. Und tatsächlich – speziell bei Pianisten hat sich herausgestellt, dass sie die Griffe so schnell und automatisiert ausführen, dass der bewusst denkende Teil des Gehirns bei dieser Tätigkeit gar nicht mehr zurate gezogen wird. Ein weiteres beeindruckendes Beispiel sind professionelle Sprinter. Diese hören den Startschuss nachgewiesener Weise erst dann, wenn sie bereits unterwegs sind. Ein professioneller Sportler verlässt seinen Startblock nämlich bereits rund 120 Millisekunden nach dem Startschuss. Diese Zeitspanne ist vergleichbar mit der Dauer eines einzigen Wimpernschlags. Während dieser Zeit kann er das Zeichen zum Start unmöglich gehört, vom Ohr an das Gehirn weitergeleitet und dort adäquat verarbeitet haben. Daher ist davon auszugehen, dass auch an dieser Stelle die Intuition nicht nur eine bedeutende Rolle spielt, sondern einen wichtigen Anteil zum Gewinn beiträgt. Anders wäre der frühe Start gar nicht erst möglich. Ein anderes Beispiel: Den sogenannten Gefühlswert eines Wortes erkennt der Mensch innerhalb von 200 Millisekunden, was der Dauer von zwei Wimpernschlägen entspricht. Zu diesem Zeitpunkt kann das Gehirn unmöglich die exakte Bedeutung erfasst haben. Auch hier erfolgt die Interpretation über die Intuition.