Kinder und Medien – der goldene Mittelweg.

Ein Kind mit einem Tablet-Computer.
Ein Kind mit einem Tablet-Computer.

Kinder und Medien sind ein tägliches Thema für alle Eltern.

Ab welchem Alter ist ein Handy sinnvoll, wieviel Zeit sollte ein Grundschüler maximal vor dem Tablet verbringen und darf das Kind schon alleine im Internet surfen? Klar ist, dass Medien einfach dazugehören. Spätestens in der weiterführenden Schule ist ein Zugang in die digitale Welt sogar unerlässlich. Wo aber sollten Sie die Grenze ziehen?

Beobachtet man den Nachwuchs auf dem Schulweg, an der Haltestelle, vor dem Kino oder im Bus ist das Bild immer ähnlich. Kaum ein Kind hat nicht sein Smartphone in der Hand. Es wird gechattet, gedaddelt, Musik gehört. Das obligatorische Selfie wird auch noch schnell gemacht, um bei Instagram, Twitter oder Snapchat der Welt mitzuteilen, dass der Sportunterricht die Frisur zerstört hat, Hashtag damagedhair. Natürlich darf die interaktive Kommunikation nicht fehlen, also startet der Teenie von heute eine digitale Umfrage: Soll ich gleich zum Friseur gehen – JA oder NEIN?

Was sich so lustig liest, gehört längst zum Alltag aller Jugendlichen – und nebenbei auch vieler Erwachsenen. Denn seien Sie mal ehrlich – vom schnellen Blick aufs Smartphone, einem kurzen Zwischenstopp bei Facebook und der abendlichen Viertelnachacht-Sendung können auch Sie sich nicht freisprechen, oder? Die Kinder wachsen in einer Welt voller Medien auf, meistens leben sie in einem Überangebot. Ein oder sogar mehrere Tablets, Smartphones, ein Laptop, Fernseher, Spielekonsolen und Co findet man in fast jedem Haushalt. Da wäre es eher ungewöhnlich, wenn der Nachwuchs sich nicht dafür interessieren würde.

Spätestens nach der Grundschule findet ein Teil der Kommunikation mit der weiterführenden Schule via Internet statt. Lehrer verschicken Hausaufgaben per Mail, morgendlich werden Vertretungsstunden oder Ausfälle auf der Homepage der Schule bekanntgegeben, die Bestellung für das Mittagessen erfolgt online. Kinder und Medien sind nicht mehr voneinander zu trennen. Bleibt die Frage nach der sinnvollen Nutzung. Was und wieviel sollen Sie als Eltern Ihren Kindern erlauben?

Es gibt tatsächlich Videos, in denen zweijährige Knirpse in erstaunlicher Präzision ein Tablet bedienen. Soll man da die motorischen Fähigkeiten des Kindes bewundern oder eher den Kopf schütteln? Ganz klar, in dem Alter gehören weder Smartphones noch Tablets in Kinderhände. Die Kleinen können die Informationen noch gar nicht verarbeiten, manchmal sind Kopfschmerzen und Überreizung die Folge. Dazu kommt, dass einige Eltern dazu neigen, ihren Kindern mal eben ein Tablet in die Hand zu drücken, um Ruhe zu haben. Auf lange Sicht leidet die Eltern-Kind-Beziehung.

Mit wieviel Jahren Ihr Kind das erste eigene Smartphone bekommt, wieviel Zeit es im Internet verbringen darf, wie hoch der Fernsehkonsum ist – all das muss jeder persönlich entscheiden. Die Meinungen dazu gehen auseinander. Wirklich brauchen tut ein 9-jähriger ein Smartphone sicher nicht. Und ob die berühmte Castingshow am Samstagabend das geeignete Programm für ein zehnjähriges Mädchen ist, ist bestimmt auch fraglich. Auf der anderen Seite möchte man sein Kind nicht zum Außenseiter machen. Wenn alle Freunde schon ein Smartphone haben und sich in WhatsApp-Gruppen über die aktuellen Fußballergebnisse austauschen oder am Montagmorgen kichernd besprechen, wie grausam Sängerin xy den aktuellen Hit von Rihanna dahingeschmettert hat, möchte Ihr Kind eben auch nicht daneben stehen.

Kinder und Medien aller Art müssen in einem gesunden Verhältnis stehen. Arbeiten Sie zusammen mit Ihrem Kind einen altersgerechten Plan zur Nutzung aus. Wer nur verbietet, hat meist schlechte Karten. Besprechen Sie gemeinsam, wann das Smartphone „lebenswichtig“ ist und wann Ihr Nachwuchs darauf verzichten kann. Richten Sie medienfreie Familienzeiten ein, gültig für alle Familienmitglieder. Smartphones werden weggelegt, Laptops zugeklappt, der Fernseher bleibt aus. Dabei zählt Qualität vor Quantität. Ein kompletter Sonntag ohne Smartphone wird vermutlich für alle eine Qual. Zwei Stunden am Samstagnachmittag mit ein paar Leckereien und einer Runde Monopoly – als Brettspiel versteht sich – gehen schneller um, als Sie denken.

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