Mondfinsternis über Deutschland im Juli 2018.

Bild einer Mondfinsternis.
Bild einer Mondfinsternis.

Die totale Mondfinsternis ist ein seltenes Ereignis.

In Deutschland ist es Ende Juli 2018 endlich wieder so weit, dass man das beeindruckende Phänomen live mitverfolgen kann. Da eine Mondfinsternis nur sehr selten mit der günstigen Sichtbarkeit eines äußeren Planten zusammenfällt, gibt das Ereignis einen zusätzlichen Anlass zur Freude.

Wann können Sie den Anblick am besten genießen?
Erst am späten Abend des 27. Juli 2018 steht der verfinsterte Erdtrabant so tief über dem Südosthorizont, dass man das Ereignis mit bloßem Auge gut sehen kann. Erst zwischen ungefähr 21:30 Uhr und 23:30 Uhr wird es dann soweit sein. Sollten Sie gegen zehn Uhr abends noch nichts erkennen können, sollten sie daher nicht allzu enttäuscht sein. Geduldiges Warten macht sich in diesem Fall bezahlbar.

Was sieht man genau?
Zur Vollmondzeit tritt der Erdtrabant in den Schatten der Erde und schimmert in einem leuchtenden Kupferton. Nur ungefähr eine Hand breit darunter leuchtet noch ein anderer Himmelskörper: Der Mars. Dieser Planet bleibt besonders hell und daher für das menschliche Auge sehr gut sichtbar über die gesamte Nacht am Horizont.
Betrachten Sie das Schauspiel durch ein Fernglas oder ein Teleskop, so werden Sie in nächster Nähe zum Mond mehrere Sterne sehen, die eher lichtschwach sind. Im gewöhnlichen, gleißend hellen Licht des Mondes wären diese Stern nicht sichtbar. Zusammen mit der beeindruckenden Färbung des Mondes lädt der selten Anblick zum Träumen ein.

Wie kommt es zur der Mondfinsternis?
Bei einer totalen Mondfinsternis befindet sich der Erdtrabant genau gegenüber zur Sonne. Das bedeutet, dass die Sonne, Erde und Mond wie in einer Linie nebeneinander aufgereiht sind. Auch der Mars geht nach dem Sonnenuntergang in Richtung Südosten, der Planet befindet sich sozusagen in Opposition zur Sonne. Die Mondfinsternis entsteht dann, wenn der Mond während seiner Umkreisung der Erde in den Schatten unseres Planeten gelangt.

Welche Phasen durchläuft die Mondfinsternis?
Gegen 20:20 Uhr MESZ beginnt der östliche Rand des Mondes, wie „ausgefranst“ auszusehen. Diese Phase der teilweisen Verfinsterung lässt sich allerdings nur im Osten und Südosten Europas gut beobachten. In der Mitte Europas erreicht der Mond erste gegen halb zehn die ausreichende Höhe, um vollständig in den Schatten der Erde einzutauchen. Dann ist der Mond so weit oben am Horizont, dass auch die Menschen in Deutschland das Spektakel gut beobachten können. Nach dem Ende der Totalität lassen sich die Phasen der Mondfinsternis am besten verfolgen. Das ist ab circa 23:15 Uhr der Fall.

Warum ist die Mondfinsternis so selten?
Das wunderbare Schauspiel der totalen Mondfinsternis findet nicht etwa bei jedem Vollmond statt, denn dafür müsste die Bahn des Mondes genau innerhalb der Ebene der Erdbahn liegen. In Wirklichkeit ist die Mondbahn jedoch um ungefähr 5 Grad zur Seite geneigt. Deshalb durchquert der Mond während eines Umlaufs die Erdbahnebene an genau zwei Punkten. Diese beiden Stellen nennen sich „Knotenpunkte“.

Wenn der Mond gerade von Norden nach Süden wandert, steht er im absteigenden Knoten, ansonsten im aufsteigenden Knoten. Der Erdtrabant müsste sich genau an einem der beiden Punkte befinden, damit eine vollkommene Mondfinsternis eintreten kann. Weil der Erdschatten jedoch so groß ist, genügt es in der Regel, wenn der Vollmond einem Knoten sehr nahe kommt.

Viele Ereignisse sind nicht sichtbar
Die totale Mondfinsternis im Januar 2018 konnten wir nicht sehen. Das liegt daran, dass sich Mitteleuropa zu diesem Zeitpunkt auf der vom Mond abgewandten Seite befunden hat. Oft müssen ortsgebundene Beobachter ein oder eher zwei Jahre auf eine folgende totale Mondfinsternis warten. Die nur teilweise Verfinsterung des Mondes kommt dagegen häufiger vor. Mehrmals jährlich wird der Trabant zumindest teilweise in den Schatten der Erde eingetaucht. Ob man dieses Ereignis tatsächlich wahrnimmt, hängt hauptsächlich von Bedingungen wie der Wetterlage und der Uhrzeit ab.