Neuer Bluttest erkennt Anzeichen von 8 Krebsarten.

Bild von einem medizinischen Untersuchungslabors.
Bild von einem medizinischen Untersuchungslabors.

Acht Krebsarten sollen sich aufgrund neuester Forschungsergebnisse in einem Bluttest nachweisen lassen.

Wie funktioniert der neue Bluttest?
Schon seit Jahren sind Forscher damit beschäftigt, Methoden zu entwickeln, um eine frühestmögliche Diagnose von Krebserkrankungen zu erzielen. Nun wurde eine Methode entwickelt, die allein auf Basis einer Blutprobe die Krebsentdeckung von acht Krebsarten bei Betroffenen möglich machen soll. In den USA wurde im Jahr 2017 ein so bezeichneter Septin9-Test zugelassen, der den Darmkrebs nachweisen soll und als erster blutbasierter Screening-Test durchgeführt wird. Die Schweiz hat bereits seit dem Jahr 2016 einen solchen Darmkrebs-Bluttest namens Colox in der Nutzung. Forschern der Columbia-Universität in New York ist es nun gelungen, unter der Leitung von J. D. Cohen innerhalb der bekannten Fachzeitschrift Science eine weitere Methode zur Früherkennung von Krebsarten vorzustellen. Der Test funktioniert dahingehend, dass die Wissenschaftler den Nachweis des im Blut zirkulierenden Tumorproteins mit dem spezifischen Erbmaterial möglicher Tumoren vergleichen.

Welche Arten von Krebs kann der Test erkennen?
Die Forscher berichten, dass es ihnen mittels einer sogenannten Flüssigbiopsie oder – wie im englischen Sprachgebrauch – Liquid Biopsy gelungen ist, einen Test zu entwickeln, der die acht am häufigsten vertretenen Krebsarten nachweisen kann und damit den bereits existierenden Krebstest auf Blutbasis weit voraus ist. Die Erkrankungen können bereits in einem sehr frühen Stadium des Krebsbefalls bei Betroffenen aufgrund dieses Bluttests nachgewiesen werden. Der Bluttest ist in der Lage, Tumoren in der Leber sowie den Eierstöcken, aber auch im Magen und der Speiseröhre, dem Darm, in der Bauchspeicheldrüse wie auch der Lunge und der Brust sehr früh nachzuweisen. Damit können insgesamt mit diesem Test gleich acht Krebsarten per Bluttest nachgewiesen werden, was an sich schon medizinisch sehr interessant ist. Besonders bedeutsam ist die Früherkennung per Bluttest deshalb, weil es sich hier teilweise um Krebsarten handelt, die heute noch schwer behandelbar sind, da sie sich erst in – oftmals stark – fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung zeigen.

Medizinisches Hintergrundwissen
Deutsche Experten sehen den Test allerdings noch kritisch und warnen gerade medizinische Laien vor zu großen Erwartungen an den Test. Deshalb erhalten die Publikationen auch starke Kritik. Im genannten Verfahren mit dem Bluttest sind zwar methodisch betrachtet durchaus interessante Ansätze zu erkennen, wie Professor Florian Haller mit seinen Kollegen von der Deutschen Gesellschaft für Pathologie anmerkt. In Bezug auf eine Früherkennung von Krebs sollen die Ergebnisse allerdings ohne Aussagekraft sein. Er kritisiert, dass die Gefahr der falsch positiv ausgewerteten Testergebnisse noch unakzeptabel hoch ausfalle. Zudem werden viele gesunde Menschen so stark verunsichert und mit unnötigen Anschlussuntersuchungen belastet.

Behandlungs-Möglichkeiten
Als sehr positiv bei einer weiteren Ausarbeitung des Tests erachten auch Kritiker, dass mit einem solchen Bluttest Krebszellen sehr frühzeitig im Körper entdeckt werden und die Behandlungsmöglichkeiten sich damit verbessern. Das heißt, dass der Bluttest die Tumoren im Körper lange vorher nachweisen kann, bevor dies eine Biopsie ermöglicht, die heute die gängige Methode ist, den Krebsnachweis im Körper zu erbringen. Die Behandlungs-Möglichkeiten von Krebs lassen sich so deutlich verbessern, denn je früher gerade schwer erkennbare Krebsarten nachgewiesen werden, umso früher kann die Behandlung beginnen. So können auch heute als noch schwer heilbare Krebsarten früher und damit erfolgreicher behandelt werden. Zudem verhindern frühzeitige Behandlungs-Möglichkeiten, dass sich der Krebs im Körper ausbreiten kann. Langfristig erwarten sich die Forscher mit dem Bluttest, dass verschiedene Krebsarten in Zukunft deutlich vor dem Ausbruch erkannt werden. Allerdings liegt hier auch die Problematik der Weiterentwicklung des Tests. Kein Krebs gleicht wirklich genau dem anderen und somit erweist sich die Methode, den Bluttest für den Krebsnachweis weiter zu entwickeln, auch als eine sehr große Aufgabe. Fakt ist allerdings, dass der frühzeitige Nachweis von Krebszellen im Körper die Behandlungs-Möglichkeiten deutlich verbessert und sich auch Verbesserungen bei den Heilungschancen schwer erkennbarer Krebsarten – wie dem Bauchspeicheldrüsenkrebs – ergeben.