O du fröhliche Weihnachtszeit!?

Weihnachten, Satire Darstellung
Weihnachten, Satire Darstellung

Weihnachten – 4 Arten von Familienfesten

Weihnachten soll die besinnlichste Zeit des Jahres sein. Im Idealfall wird dieses mit der Familie verbracht. Dass dies jedoch riesiges Potenzial für die witzigsten Anekdoten bietet, ist sicherlich jedem schon einmal aufgefallen. Verallgemeinern lässt sich dies in vier Arten an Familienfesten, von denen sie sicherlich schon so einige miterlebt haben. Welche Art trifft am meisten auf sie zu?

1. Der Geschenke-Wettkampf
Weihnachten sollte als eine Chance gesehen werden, den Liebsten ein paar Geschenke machen zu können. Dieses gegenseitige Beschenken hat als Sinn, der anderen Person zu zeigen „Hey, ich habe an dich gedacht“. Dass dieser tolle Grundgedanke jedoch ziemlich in den Hintergrund gelangen kann, beweist diese Art von Familienfesten.

Das Schenken verliert seinen Stellenwert als Aufmerksamkeit und wird zu einem Wettkampf nach dem Motto „wer kann das tollere Geschenk machen“. So bekriegen sich die Geschwister, wer dem Familienvater den besten Whiskey schenken kann, obwohl dieser viel lieber seinen geliebten Jack Daniels trinkt und gar keine Verwendung für den teuren Fusel hat. Dass der Sinn von Weihnachten dann aus den Augen verloren wird, wird dann nicht bemerkt.

Tipp für diese Art von Familienfeiern: einfach mal eine finanzielle Obergrenze vereinbaren! Schon ist der Druck aus dem Geschenke-Wettkampf an Weihnachten genommen.

2. Der Dauer-Streit
Was sich liebt, das neckt sich. Was seit Jahrhunderten gilt, ist an Weihnachten nicht weniger wahr. Beim weihnachtlichen Essen kommen Themen auf den Tisch, die ganz und gar nicht zur Weihnachtsgans passen: alte Streitereien, sensible Themen und Sachen, die besser unausgesprochen bleiben sollten (oder ist es WIRKLICH wichtig der Schwester zu sagen dass sie zugenommen hat) nehmen die Überhand und es kommt wie es kommen muss – es entsteht ein riesiger Streit und das an Weihnachten.

Muss nicht sein – daher lieber einmal überlegen, ob das Thema wirklich so notwendig ist.

3. Sarkasmus-Olympiade
Manche Leute sprechen nicht nur Fremdsprachen, sondern auch Sarkasmus fließend. Diese subtile Art an passiv-aggressiven Verhaltens findet an vielen Familienfeiern Anlass. Die offensichtlich größer werdenden Geheimratsecken des Schwagers werden gekonnt mit einem Spruch wie „meine Schwester frisst dir die Haare vom Kopf, was?“ durch den Kakao gezogen und was danach folgt, ist ein Sarkasmus-Krieg der immer fieser und boshafter wird.

An Weihnachten sollten sie über solchen Themen stehen. Selbst wenn der Schwager tatsächlich riesige Geheimratsecken hat, sollten sie sich wie sein Toupée verhalten – nämlich bedeckt.

4. Das Wiedersehen
Definitiv die schönste Art, Weihnachten zu feiern. Die Familie ist über die ganze Welt verteilt und die Anrufe, die man eigentlich einander versprochen hat, haben sich ab März bereits in Vergessenheit verabschiedet. Hieraus sollten sie den Familienmitgliedern allerdings keinen Strick drehen – schließlich haben sie es genau so vergessen wie ihr Bruder selbst.

Viel wichtiger ist es, diesen besinnlichen Anlass zu nutzen um in Erinnerungen zu schwelgen und sich über das Wiedersehen der kompletten Familie zu freuen. Da diese Anlässe mit zunehmendem Alter immer seltener werden, sollte sie besonders geschätzt werden.

Natürlich können sie sich ihr Recht vorbehalten, den Cousin zu hassen weil er sie damals beim Billard immer hat verlieren lassen. Dies sollte jedoch hinten angestellt werden, da die anderen Familienmitglieder diesen Hass nicht teilen können.

Wie sie also sehen, gibt es verschiedene Arten von Familienfesten an Weihnachten. Oft kommt es auch vor, dass das eine Jahr die erste Art und das Jahr darauf die vierte Art vorkommt. Jedoch durchläuft jede Familienfeier eine dieser Phasen und führt dazu, dass Weihnachten so einige Probleme bieten kann.

Diese Probleme sollten jedoch mit Humor genommen werden. Niemand ist perfekt und die Familie ist es schon gar nicht. Getreu dem Motto „Familie ist dort, wo man an Peinlichkeiten von vor 15 Jahren erinnert wird“, müssen sie den Drang nach Normalität ablegen und einfach den Moment genießen. Wer weiß, wann sich die nächste Chance dazu erst bietet. Wahrscheinlich erst am nächsten Weihnachten.