Öffnungsautomaten für Fallschirme – Technik die Leben rettet.

Fallschirmspringer

Öffnungsautomaten für Fallschirme

Der Markenname Cypres hat sich allgemein als Bezeichnung für den Öffnungsautomaten etabliert. Üblich sind auch die Bezeichnungen „Automatic activation device“ (AAD) und „Automatic opening device“ (AOD). Cypres steht als Abkürzung für Cybernetic Parachute Release System, zu Deutsch: kybernetisches Fallschirmöffnungssystem. Seit die deutsche Firma Airtec im Jahr 1991 den ersten Öffnungsautomaten für Reservefallschirme entwickelt hatte, wurde das Gerät binnen weniger Jahre zum Marktführer und ist heute mit modernem Standard ausgestattet.

Es gibt mehrere Varianten des Cypres

– Cypres „Expert“ (Reserveschirmöffnung bei weniger als 225 m über dem Boden und mit mehr als einer Fallgeschwindigkeit von 35 m/s.)
– Cypres „Student“ (siehe „Expert“ und Öffnensfunktion des Reserveschirms, wenn der Sprungschüler niedriger als 225 m über dem Boden in einer Geschwindigkeit zwischen 13 m/s und 35 m/s fällt.)
– Cypres „Speed“ (Öffnung, wenn Springer sich zwischen 225 und 100 m über dem Boden befindet und mit mehr als 43 m/s fällt. Variante für Springer, die unterhalb von 100 Höhenmetern bewusst kurzzeitig mehr als 43 m/s erreichen.)
– Cypres „Tandem“ (Für Tandem-Sprünge – Reserveschirmöffnung bei weniger als 580 m über dem Boden und mit mehr als 35 m/s Fallgeschwindigkeit)

Der Öffnungsautomat misst nicht nur die Fallgeschwindigkeit, sondern sorgt für das selbständige Einleiten der Öffnung des Reservefallschirms. Das ist wichtig, falls der Fallschirmspringer bei Erreichen einer gewissen Höhe eine bestimmte Geschwindigkeit überschreitet.

Die Entwicklung der Öffnungsautomaten

In der Entwicklungsgeschichte des Fallschirmspringens war es zu Unfällen gekommen, bei denen ein Springer während des freien Falls ohnmächtig wurde – hierfür konnten Kollisionen ursächlich verantwortlich sein – oder aufgrund einer Verletzung nicht mehr in der Lage war, den Fallschirm aus eigener Kraft zu öffnen. Ursache für das nicht selbständige Öffnen waren ebenfalls falsche Reaktionen der Springer, wenn bei dem Fallschirm Störungen aufgetreten waren. Es war auch vorgekommen, dass sie es vollends vergaßen, während sie sich damit beschäftigten, das Problem zu beseitigen und dabei die Höhe am Hauptschirm nicht kontrollierten.

Pflicht in Deutschland

Um ein Versäumnis während des Freifalls zu umgehen, wodurch womöglich der Hauptschirm nicht geöffnet wird, wurde in Deutschland der Einsatz eines Öffnungsautomaten Pflicht. Das betrifft Sprungschüler, AFF-Instruktoren, Freeflyer, auch Tandemspringer und besonders Diabetiker, die aufgrund von plötzlich auftretenden Stoffwechselproblemen in ihren Reaktionen beeinträchtigt sein können. Aus Sicherheitsgründen wird heutzutage auf den meisten Sprungplätzen mit einem Öffnungsautomaten pflichtgemäß gesprungen.

Technik die Leben rettet

Die Todesfälle, die sich durch manuelle Versäumnisse bei der Landung, bzw. beim Aufprall auf dem Boden ereigneten, obwohl der Hauptschirm ebenso wie der Reserveschirm einwandfrei funktionstüchtig waren, wurden eine lehrreiche, wenn auch tragische Hilfe.

Funktionsweise der ersten Öffnungsautomaten

Die ersten Öffnungsautomaten bestanden aus einem mechanischen Gerät, das mit einer Druckdose ausgestattet war (FXC 1200 und KAP-3). Ihr Einsatz war nicht von langer Dauer, da sie sich als rundum unzuverlässig erwiesen. Später behalf man sich mit elektronischen Öffnungsautomaten (u. a. SSE Sentil). Der Firma Airtec gelang zu Beginn der 1990er Jahre ein entscheidender Durchbruch. Sie entwickelte einen Öffnungsautomaten, der vom Auslösesystem völlig unabhängig funktionierte. Mehr als 1.000 Fallschirmspringer konnten in den Jahren von 1991 bis 2003 vor einem tödlichen Unfallausgang bewahrt werden. Nachdem dieser Cypres auf den Markt gekommen war, wurde es üblich, mit solch einem System zu springen, während die mechanischen Systeme vordem nur von Wenigen in Erwägung gezogen wurden. Die hohe Zuverlässigkeit des Cypres macht ihn heutzutage zu einer Selbstverständlichkeit.

Sonstiges Sicherheitszubehör

Der zur Sicherheit genutzte Nierengurt, der zur Ausrüstung gehört, dient hauptsächlich dem Schutz des unteren Lendenbereichs, da der Temperaturunterschied bei der Überwindung großer Höhen sehr hoch ist und in den höchsten Regionen vor allem sehr kalte Temperaturen auf den Körper des Springers einwirken. Sprunggelenksbandagen und Knieschützer dienen der Minimierung von Verletzungen, die bei der Landung vorkommen können. Ein Gurtschneider als Absetzer und ein Karabinerhaken komplettieren die Ausrüstung.

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