Quallen erwecken das Interesse der Wissenschaft – auch sie bereichern das Meer.

Bild eines Quallen-Schwarms.
Bild eines Quallen-Schwarms.

Quallen gehören zu den Lebewesen, die seit Jahrmillionen die Welt bevölkern.

Bei vielen Urlaubern erzeugen die Gallerttiere ein unangenehmes Gefühl. Am Strand wirken Sie unansehnlich und manche Quallen können Menschen sogar verletzen. Die Wissenschaft und auch die Kunst hat sich in den letzten Jahren jedoch verstärkt für die besonderen Bewohner der Meere interessiert – und manches interessante Detail über die Tiere zu Tage gefördert.

Im Wasser üben die Tiere eine besondere Faszination aus

Durch die Gestalt ihrer Körper erzeugen Quallen ambivalente Reaktionen. Am Strand wirkt das Tier wie ein Wackelpudding. Selbst wenn ein Großteil der Tiere keine Schmerzen hervorruft, so reagieren viele Menschen doch mit einem Gefühl des Ekels. Der gestrandete Körper wirkt unförmig und will nur von wenigen Menschen berührt werden. Wenn die Tiere sich aber im Wasser bewegen, entfaltet sich eine ganz andere Bewegung. Die sanfte Bewegung der transparenten Körper wirkt ähnlich elegant wie der Tanz einer Ballerina. Wo sich die Tiere in einem Aquarium aufhalten und beleuchtet werden, rufen Sie Faszination und Erstaunen bei den Betrachtern hervor. Offenbar ist es das Meer und nur das Meer, das den Körpern der Tiere ihre besondere Wirkung verleiht. Nur hier können Sie sich voll und ganz entfalten. Mit der Ausstellung in beleuchteten Aquarien hat sich entsprechend auch das Interesse an den Tieren aus der Tiefsee gesteigert. Künstler wie auch Wissenschaftler haben sich für die Tiere interessiert.

Weshalb die Wissenschaft sich plötzlich mit Quallen beschäftigte

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass Quallen keinen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Flora und Fauna leisten. Dass die Tiere dennoch in großen Schwärmen auftreten, ist den Wissenschaftlern jedoch aufgefallen. Die großen Schwärme haben schließlich auch dazu beigetragen, dass die Wissenschaftler sich in den letzten Jahren diesen Tieren gewidmet haben. Die Tiere haben eine Beschäftigung mit dem Objekt sozusagen erzwungen: Große Mengen von Quallen haben dafür gesorgt, dass ganze Atomkraftwerke stillgelegt werden mussten. Große Schwärme von Quallen sorgten bei verschiedenen Kraftwerken dafür, dass das Kühlsystem nicht mehr funktionierte. Sie blockierten die Stellen, an denen das Kraftwerk zur Kühlung mit frischem Meerwasser versorgt wurde. In der Folge musste der Betrieb des Kraftwerks ausgesetzt werden. Tatsächlich gelang den Tieren dies nur, weil sie mit vielen Millionen Exemplaren unterwegs waren.

Die Forschung über Quallen bringt interessante Ergebnisse

In der Folge analysierten die Wissenschaftler, wieso es zu solchen Quallenblüten kam. An bestimmten Stellen im Meer werden die Grundlagen für das Entstehen von Quallen gelegt. Betonmauern von Windkraftanlagen oder Öl-Bohrinseln bieten dafür die beste Grundlage. Der Mensch hat also selbst zur Verbreitung der Quallen mit beigetragen. Aber die Wissenschaftler fanden noch eine weit interessantere Sache heraus: Die Körper der Quallen sind dazu in der Lage, bestimmte Schadstoffe langsam abzubauen. Die Tiere tragen so in einem bestimmten Maß auch dazu bei, dass das Meer sauber gehalten wird. Möglicherweise lässt sich das Wissen aus der Quallenforschung für die Gesunderhaltung des Ökosystems nutzen. Die Unmengen an Plastik, die der Mensch in das Meer wirft, kann allerdings kein Quallenschwarm der Welt bewältigen. Das schädlichste Tier in Bezug auf die Verschmutzung der Meere ist also nach wie vor ganz klar der Mensch. Vielleicht hält die Schönheit der schwimmenden Quallen ihn dazu an, etwas besser mit dem blauen Planeten umzugehen.