Robben legen Rekord hin – selten hatten Seehunde soviel Nachwuchs!

Seehunde auf einer Sandbank.
Seehunde auf einer Sandbank.

Seehunde gehören zu den gefährdeten Arten.

Sie werden deshalb in der Roten Liste geführt. Ihr Nachwuchs im Wattenmeer wird seit vielen Jahrzehnten immer einmal im Jahr erhoben. Die neusten Zählungen lassen nun eine besondere Hoffnung aufkeimen. 9285 Welpen gezählt. Damit legen die Robben einen Rekord hin. Denn so viele Welpen gab es seit den ersten Zählungen nicht.

Markenzeichen des Wattenmeers

Der Seehund gehört zum Wattenmeer wie der Bär zum Berliner Wappen. Die knuddeligen kleinen Tiere werden mit vielen Menschen mit der Nordsee in Verbindung gebracht. Ihre schwarzen Kulleraugen und ihr rundlicher kleiner Körper ohne Arme und Beine weckt nicht nur Mutterinstinkte. Kinder wie Erwachsene haben erfahrungsgemäß eine besondere Freude, die Tiere vom Schiff aus auf ihren Sandbänken zu beobachten. Doch die Population des markanten Tiers aus der Familie der Hundsrobben nimmt ab. Dabei sind es nicht nur tierische Feinde, die den Robben zusetzen. Der Mensch selbst hat die Bestände der Tiere lange Zeit reduziert. Und das aus gleich zwei Gründen. Jäger hatten es auf die Haut des Tieres abgesehen. Aus ihr wurde ein begehrtes Leder hergestellt. Auf der anderen Seite machten aber auch die Fischer Jagd auf die Tiere. Sie standen im Ruf, das Fischvorkommen im Meer zu senken. Allmählich gab es immer weniger Seehunde. Heute stehen sie auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere. Während die Ausrottungskampagnen aufgehört haben, macht den Tieren ein anderes Problem zu schaffen: die Verschmutzung der Meere.

Der Nachwuchs der Tiere wird jährlich gezählt

Im Norden ist man heute sehr stolz auf die Seehunde. Sie ziehen Jahr für Jahr viele Touristen in die Region. Außerdem ist die Robbenart eine Art Wappentier. Wer in der Region geboren ist, verbindet ebenfalls einen besonderen Charme mit ihm. Um den Bestand der Tiere zu sichern und ihre Entwicklung im Blick zu behalten, wurden allerlei Maßnahmen getroffen. Zum einen gibt es Auffangstationen für verletzte Tiere. Hier kümmert man sich um verletzte oder unterernährte Tiere. Die kleinen Heuler werden wieder aufgepäppelt, bis man sie wieder in die Wildnis entlassen kann. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die jährliche Zählung der Jungtiere. Sie gibt Gelegenheit für mögliche Zukunftsprognosen und kann in bestimmten Jahren auch ein Warnsignal sein. Im Jahr 2002 etwa gab es solche Warnsignale. Hier wurde eine Vielzahl der Jungtiere von einem speziellen Virus befallen. Die Population verringerte sich in der Folge erheblich. Seit kurzem liegen nun die Zahlen der letzten Beobachtungsflüge vor. Sie wurden von Experten mit großer Spannung erwartet.

9000 neue Welpen gesichtet – ein echter Robben-Rekord

Das Ergebnis der Zählung gibt Grund zur Hoffnung. 9285 Welpen wurden gezählt. Das ist sogar noch etwas mehr als im Jahr 2017. Mit den Zählungen von 2017 und 2018 legen die Seehunde einen neuen Robben-Rekord hin. Derart viel Nachwuchs hatten die Seehunde selten. Tatsächlich ist es die höchste Zahl seit Beginn der Zählungen im Jahr 1974. Über den Gesamtbestand der Seehunde lässt sich damit keine sichere Aussage treffen. Bei den Zählungen werden schließlich nur die Jungtiere gezählt. Das hat einen guten Grund: Die älteren Tiere bewegen sich öfters im Wasser. Es ist so gut wie unmöglich, vom Flugzeug aus eine Übersicht über deren Population zu erhalten. Bei den kleinen Tieren am Ufer fällt dies schon einfacher. Während Sie auf der Sandbank oder am Strand liegen, muss man sie nur fotografieren oder per Video aufnehmen. Anschließend lässt sich der Bestand Stück für Stück zählen. So machen es die Kenner bei den Zählungen auch. Das Ergebnis einer mühsamen Kleinstarbeit ist eine recht genaue Zahl. Die Zahl, die dabei aktuell herausgekommen ist, dürfte alle Fans der Seehunde und des Wattenmeers freuen. Sie ist möglicherweise auch ein Hinweis darauf, dass die Verschmutzung des Wattenmeers wieder abnimmt.