Schottische Hochlandrinder – auch abseits Schottlands ein Geheimtipp.

Bild von einem schottischen Hochlandrind.
Bild von einem schottischen Hochlandrind.

In unserer zunehmend technisierten und auf Massenproduktion ausgelegten Agrarwirtschaft lässt sich seit einiger Zeit eine Art Gegenbewegung feststellen.

Immer mehr Kleinbetriebe suchen und finden eine Alternative zur bekannten Bewirtschaftungsform in der Haltung „exotischer“ Tierarten, wie Strauß, Alpaka oder Schottischem Hochlandrind. Doch warum erfreuen sich gerade Schottische Hochlandrinder so großer Beliebtheit und welche Vorzüge haben Sie im Vergleich zu unseren heimischen Milchkühen?

Name, Herkunft und Abstammung

Schottische Hochlandrinder werden im Englischen meist als „Highland Cattle“ bezeichnet. Altertümlich bezeichnet man sie aber auch mit dem gälischen Begriff „Kyloe“. Dieser Begriff besagt nicht mehr oder weniger als es sich um ein gälisches Rind handelt.

Wie der Name schon sagt, stammen diese Tiere ursprünglich aus Schottland. Genauer gesagt wurden Schottische Hochlandrinder vor allem aus den westlichen Highlands, sowie den vorgelagerten Inseln gezüchtet und von dort zuletzt auch zu uns nach Deutschland importiert. Auch wenig rinderaffinen Menschen dürfte vor allem die Isle of Skye ein Begriff sein. Aber auch Stornoway ist vielen Menschen abseits der Rinderzucht ein Begriff.

Rassenmerkmale und genetische Herkunft

Als Schottische Hochlandrinder wird eine Rasse des Hausrinds bezeichnet. Die Ursprünge dieser Rinder liegt beim keltischen Ochsen, wobei die Rasse über die letzten 150 Jahre ohne Einkreuzung fremder Rinderrassen gezüchtet wurde. So konnten die Eigenheiten des Hochlandrinds ohne Abschwächung oder Vermischung beibehalten werden. Das führt einerseits natürlich dazu, dass die Halter die Vorteile der Tiere uneingeschränkt in Anspruch nehmen können. Darüber hinaus bedeutet die rassereine Züchtung aber auch einen enormen Vorteil für den Genpool. Da Schottische Hochlandrinder über eine so lange Zeit von anderen Rassen getrennt gezüchtet wurden, ist ihr Genpool unbeeinträchtigt und unverändert erhalten. Dies kann sowohl für die zukünftige Zucht, als auch die Bekämpfung möglicher zukünftiger Rinder-Krankheiten von ausschlaggebender Bedeutung sein.

Schottische Hochlandrinder sind im Vergleich zu modernen Rinderrassen klein und von niederem Wuchs. Ihr langes, zotteliges Fell macht sie besonders unempfindlich gegen Witterungseinflüsse, wie Wind, Regen und Kälte. Die ausgeprägten Hörner sind geschlechtsspezifisch geformt. Die Hörner weiblicher Tiere zeigen ausladend nach oben, während die Hörner männlicher Tiere eher gerade und nach vorn gekrümmt sind. Die Fellfarben decken beinahe die ganze Bandbreite ab, wobei rot, gelb und schwarz am häufigsten vorkommen. Weit seltener treten Fellfärbungen in graubraun und weiß auf.

Ursprünglich handelte es sich beim Highland Cattle sogar um zwei verschiedene Rassen. Die Inseln wurden bevorzugt von kleineren, schwarzen Tieren bewohnt, während die Highlands eine größere Rasse mit roter Färbung beheimatete. Aus beiden Rassen wurde aber die bei uns am häufigsten anzutreffende Rasse mit mittel-großem Wuchs und meist rotbrauner Fellfarbe gezüchtet.

Die Vorteile der Haltung

Doch warum werden gerade Schottische Hochlandrinder bei uns zunehmend eingesetzt? Die Vorteile liegen in der Kombination verschiedener Eigenschaften dieser Rasse. Durch die Unempfindlichkeit gegen Wind und Wetter eignen sich die Tiere für eine langfristige Freilandhaltung bis hin zur ganzjährigen Weidehaltung. Da Schottische Hochlandrinder noch deutlich ursprünglichere Eigenschaften aufweisen, als sonstige Hochleistungsrinder, sind sie sehr genügsam und kommen auch mit kargem Bewuchs zurecht. Weiterhin kalben sie relativ häufig und üblicherweise auch ohne menschliche Hilfe.

Durch ihre geringe Größe und ihr geringes Gewicht eigenen sich Schottische Hochlandrinder selbst für weiche Böden und ungünstige Geländeverläufe. Sie sind damit nicht nur anderen Rinderrassen überlegen, sie übertreffen in der Bewirtschaftung von schwierigen Flächen sogar moderne technische Geräte.

Somit erweisen sich Schottische Hochlandrinder nicht nur als genügsam und einfach in der Haltung, sondern gerade für die heute in zunehmendem Maße an Bedeutung gewinnenden Bereiche der Natur- und Landschaftspflege als unerlässlich. Abgelegene und nur schwer zu bearbeitende Regionen, wie sie zum Beispiel auf der Schwäbischen Alb, aber auch in vielen anderen Teilen Deutschlands zu finden sind, sind die Stärke dieser markanten Rinder.