Schwärme, Intelligenz der Massen!

Bild von einem Fischschwarm
Bild von einem Fischschwarm

Mehr als nur die Summe der Einzelteile: Schwärme

Es gibt böse Zungen, die behaupten, dass alles, was viele tun, stupide sei und Schaf-artig. Von der Vorstellung sollte man sich aber befreien, denn ein Schwarm, egal woraus er besteht, kann eine Menge erreichen, oft sehr viel mehr als der Einzelne es vermag.

Um die Idee der Schwärme zu verstehen und sie voll und ganz goutieren zu können, sollten Sie sich einen Moment von der etwas naiven Vorstellung befreien, dass wir alle ach so individuell sind. Das dem nicht so ist, sieht man schon daran, dass landauf, landab die gleichen Jeans mit „used“ Patches getragen werden, die gleichen wippenden Ariana Grande Pferdeschwänze die Mädels schmücken und auch mancher sprachliche Lapsus munter von den Massen wieder und wieder verwendet wird. Also seien Sie ehrlich: So weit her ist es mit der Individualität doch gar nicht. Wenn das klar und akzeptiert ist, sind wir auch schon bei unserem Thema, nämlich dem, was Schwärme sind und können.

Lauter blaue Fische – im Gleichschritt, Marsch!
Um sich dieser Thematik nähern zu können, ist vielleicht der Film „Schwärme, die Intelligenz der Massen“, von Jakob Kneser eine gute Einstimmung. In diesem Film wird auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie Vogel- oder Fischschwärme beispielsweise ohne ein von außen erkennbares Kommando die tollsten Taten vollbringen. Der staunende Zuschauer fragt sich ein ums andere Mal: Warum ziehen die Schwäne gerade jetzt alle nach links, wieso finden sich plötzlich Tausende von Heuschrecken an einem Fleck wieder (sehr zum Leidwesen mancher Farmer natürlich). Nun, sie haben eine Mission zu erfüllen, die nur in Gruppen möglich ist. Man könnte an dieser Stelle sogar einen alten Slogan bemühen, der lautet: Gemeinsam sind wir stark! Und wenn für diese Stärke eben ein gewisser Gleichschritt nötig ist, so what, er dient doch einem höheren Zweck. !

Kein Schaf auf der Schlachtbank
Wenn Sie jetzt noch eher in ästhetischen Kategorien denken, liegen Sie falsch. Es geht hier nicht so sehr darum, ob bzw. dass die glitzernden Fische so schön anzusehen sind, wie sie da ihre geschlossenen Bahnen ziehen. Es geht vielmehr darum, sich darüber klar zu werden, welches Wunder sich überhaupt hinter der Ordnung der Abläufe verbirgt. Die Tiere oder Insekten wuseln ja nicht einfach wild herum, sie produzieren diese eindrucksvollen Formationen, die so gar nichts mit dem stoischen zur Schlachtbank geführt werden mancher armer Tiere zu tun haben. Wieso tun sie das also? Die Antwort lautet: Sie treten als Schwärme oder, wenn mann so will, als Kollektive, auf, weil sie auf die Art einfach mehr Power haben, mehr erreichen können und sich gegenseitig stützen und sogar bei Bedarf ersetzen können.

Können Menschen das auch?
Dass auch Menschen Schwärme bilden können, steht natürlich außer Frage. Oft tun sie das allerdings, weil sie müssen. So stehen ganze Trauben von Menschen vor einem Laden, der verspricht, das neuste Smartphone zu verkaufen, sobald die Tür geöffnet ist. Auch an Flughäfen sieht man sie, ganze Schwärme von Menschen, die auf die Abgabe oder Entgegennahme ihres Gepäcks hinarbeiten. Aber so richtig toll ist das noch nicht, denn es ist sozusagen von oben verordnet. Da Menschen aber grundsätzlich schlau sind, und weil viele auch den Film von Jakob Kneser gesehen haben, geht es im weiteren darum, die Idee des Schwarms für Geräte oder andere Gewinn- bringende Mechanismen zu nutzen. Die geballte – und sehr intelligente – Power des Schwarms für mehr Effizienz und für reibungslose Abläufe nutzen zu können, das ist das, was heute immer mehr Tüftler und Ingenieure umtreibt. Die Schwärme sind ein interessantes Symbol, und in Natura natürlich oft sehr schön anzusehen.

 

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