Social Media – wirklich so sozial?

Symbolbild für Social Media.
Symbolbild für Social Media.

Social Media – zwischen Cybermobbing und Fake News?

Mit dem Begriff Social Media kann heute nahezu jeder etwas anfangen. Facebook, Youtube, Instagram und noch zahlreiche weitere Plattformen dienen dazu, sich unkompliziert im Internet miteinander zu vernetzen. Im ersten Moment scheinen die sozialen Medien sich ihren Namen verdient zu haben. Immerhin geht es darum, dass Menschen miteinander kommunizieren, sich zusammenschließen und sich gemeinsamen Interessen widmen. Aber wie sozial ist diese Form der Medien wirklich?

Die Ursprünge von Social Media
Lange bevor es den heutigen Internetriesen Facebook gab, existierten sogenannte Foren. In diesen abgeschlossenen Bereichen des Internets tauschten sich User zu bestimmten Themen untereinander aus. Jeder angemeldete Nutzer konnte Beiträge verfassen, neue Diskussionsthemen bereitstellen oder auf Beiträge anderer Mitglieder antworten. Eingebundene Videos oder andere Inhalte jenseits von bloßem Text gab es damals noch nicht – das Internet wäre für die meisten User ohnehin viel zu leistungsschwach gewesen. Ihren Ursprung haben diese Art der frühen sozialen Medien in einer Software namens Bulletin Board, welche die Erstellung von neuen Foren recht einfach machte und dadurch auch weniger internetaffinen Menschen den Zugang zu diesem Bereich erlaubte.

In den 80er Jahren wurde außerdem das sogenannte Usenet ins Leben gerufen – damals noch eine Plattform zum Austausch über gesellschaftliche und vor allem wissenschaftliche Themen. Der erste Blog wurde erst Mitte der 1990er Jahre erstellt. Danach ging dann alles ganz schnell. Blogs, Foren und persönliche Websites zu allen möglichen Themen schossen aus dem Boden wie Pilze. Das erste offizielle soziale Netzwerk war MySpace, welches 2002 online ging und für jedermann erreichbar war. Die Plattformen Facebook und Youtube folgten nur zwei Jahre später.

Mit zunehmenden Wachstum immer mehr Probleme
Während in den Anfängen von Social Media noch recht wenige Menschen einen Account hatten, ist heute so gut wie jeder Mensch auf mindestens einer Plattform angemeldet. Die meisten nutzen die sozialen Medien zum Austausch mit Bekannten, Kollegen und Freunden. Außerdem werden Inhalte von Prominenten, Unternehmen und sogar Nachrichtenkanälen über Social Media konsumiert. Wie so häufig kommen mit dem schnellen Wachstum immer mehr Probleme auf. Die hohe Reichweite der sozialen Medien wird von Organisationen dazu missbraucht, um sogenannte Fake News zu verbreiten. Hierbei handelt es sich um Nachrichten, welche entweder vollumfänglich oder zumindest in Teilen unwahr sind. Da sich die Inhalte über das Internet sehr schnell und noch dazu weltweit verbreiten, sind absichtlich in die Welt gesetzte Fehlinformationen äußerst gefährlich.

Social Media kämpft mit Cybermobbing
Dass speziell Kinder und Jugendliche unfair und verletzend sein können, ist nichts Neues. Während es das Phänomen des Mobbings auf Schulhöfen und in Kinderzimmern schon immer gab, erreicht das Schikanieren von Klassenkameraden und sogar Fremden ganz neue Dimensionen. Da bereits sehr junge User häufig unbegrenzten Zugriff auf Social Media haben, legen sie sich in der Regel schon früh eigene Accounts an. Diese werden mit persönlichen Informationen, privaten Bildern und jeder Menge empfindlicher Inhalte gefüttert. Natürlich stellen diese Konten ein wunderbares Ziel für mobbende Jugendliche dar. Die Betroffenen werden daher nicht mehr nur zu bestimmten Zeiten bloßgestellt, gegängelt und belästigt, sondern dienen anderen Kindern und Jugendlichen rund um die Uhr als willkommenes Ziel für ein doch eher unsoziales Verhalten.

Dem Trend des Cybermobbings entgegenzusteuern gestaltet sich schwierig, da das Internet und Social Media heute ein Teil des Alltags ist. Wer da nicht mitmacht, der ist schnell raus aus einer bestimmten Gruppe, einer Schulklasse oder einer Interessengemeinschaft. Daher ist es kaum möglich, den Kindern einen regelmäßigen Umgang mit den sozialen Plattformen zu verbieten, ohne sie dabei noch mehr einzuschränken. Doch nicht nur die ganz junge Generation ist von virtuellen Attacken betroffen. Auch Erwachsene werden zu Tätern und zu Opfern innerhalb von Social Media.