Soziale Netzwerke sind nicht immer sozial!

Künstlerische Darstellung sozialer-Netzwerke.
Künstlerische Darstellung sozialer-Netzwerke.

Die unterschiedlichsten Onlineplattformen gestatten es ihren Nutzern, sich überall einfach und schnell selbst zu äußern.

Das klingt nach Demokratisierung. Aber nicht notwendig sind soziale Netzwerke auch immer sozial. Auch Phänomene wie Shitstorm und Hassreden gehören zur Realität im Internet. Was bedeutet dies und wie können Sie sich dazu verhalten?

Das Versprechen des Web 2.0
Unter dem Schlagwort des Web 2.0 wurden die Möglichkeiten des Mediums Internet und der sozialen Netzwerke angepriesen. Web 2.0 das bedeutet seinem Sinn nach, dass die Nutzer des Internets in diesem nicht nur Empfänger sind, sondern ganz einfach auch selbst zu Sendern werden können. Über die Gestaltung einer Homepage oder eines Blogs ist dies beispielsweise möglich. Soziale Netzwerke machen es noch einfacher. Hier kann jeder öffentlich kommentieren und sich zu einem bestimmten Thema äußern. Das klingt nach Demokratie und ist es auch. Aber nicht jeder Mensch verhält sich in seiner Argumentation vernünftig. Was, wenn User mit Beschimpfungen auffallen oder menschenfeindliche Hetze geäußert wird. In den sozialen Netzwerken ist auch dieses Verhalten keine Seltenheit. Das Internet ist wie die Wirklichkeit heute ein Ort, an dem leider nicht nur vernünftige Argumentationen ausgetauscht werden. Für soziale Netzwerke ist es dabei eine ganz besondere Herausforderung, mit diesem Problem umzugehen. Auch die Bildungsinstitutionen unserer Gesellschaft haben dies bereits bemerkt. Viele Schulen und Anbieter von Erwachsenenbildung vermitteln Wissen darüber, wie man sich im Internet bewegt. In Bezug auf soziale Netzwerke ist dabei nicht nur die Datensicherheit ein wichtiges Thema.

Onlineplattformen und Hate Speech
Ein bekanntes Phänomen ist der sogenannte Shitstorm. In diesem Fall wird eine Person von immer mehr anderen Nutzern für eine bestimmte Äußerung oder Sache kritisiert. Sogar bloße Gerüchte können einen Shitstorm nach sich ziehen. Im Internet gibt es keine Instanz, die Äußerungen auf ihren tatsächlichen Wahrheitsgehalt prüft. Aber auch wenn sich noch kein Shitstorm eingestellt hat, verläuft die allgemeine Diskussion in diesem Medium nicht immer rational und vernünftig. Wie Wissenschaftler immer wieder betonen, scheint das Web 2.0 bei manchen Menschen sogar die Hemmschwellen bei der Beschimpfung anderer Menschen zu senken. Mancher Nutzer nimmt gar nicht wahr, dass auch eine im Internet geäußerte Beleidigung rechtliche Folgen nach sich ziehen kann. Auch wer hier Hassreden schwingt, kann dafür belangt werden. Da den Menschen dies oft nicht bewusst ist, steigern soziale Netzwerke so manche Debatte immer weiter hoch. Der Tatbestand, was das amerikanische Strafrecht als Hate Speech bezeichnet, ist in sozialen Netzwerken heute keine Seltenheit mehr. Die Debatte im Internet ist eben oft nur so vernünftig, wie die Menschen, die sie führen.

Wie wehrt man sich?
Für einen vernünftigen Meinungsaustausch ist es wichtig, dass sich auch vernünftige Menschen äußern. Wenn immer nur die Menschen das Wort ergreifen, die durch lautes Geschrei oder Beleidigungen auffallen, hat das erhebliche Folgen für die Diskussionskultur einer Gesellschaft. Um zu verhindern, dass in sozialen Netzwerken der rhetorische Grobianismus um sich greift, ist jeder von uns gefragt. Wenn Sie beobachten, dass eine Debatte aus dem Ruder läuft, sollten Sie entsprechend eingreifen. Wichtigste Tipps dabei sind die folgenden: Schalten Sie nicht gleich auf Eskalation, sondern melden Sie sich zunächst lieber mit beschwichtigenden Hinweisen zu Wort. Fragen Sie bewusst nach, ob Sie die Äußerung eines Nutzers auch richtig verstanden haben. Falls Nutzer an ihren Beleidigungen festhalten, sollten Sie darauf hinweisen, dass auch eine Äußerung im Internet eine öffentliche Äußerung ist. Auch wer an dieser Stelle Beschimpfungen von sich gibt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Bei menschenfeindlichen Äußerungen haben Sie zudem auch die Möglichkeit, die Beiträge der Nutzer beim sozialen Netzwerk zu melden. Viele soziale Netzwerke greifen dann ein und löschen Meldungen, die zum Beispiel einen rassistischen Inhalt haben oder offen Gewalt verherrlichen.

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