Stephen Hawking – Eine kurze Geschichte und ein langes Erbe.

Bild von Stephen Hawking.
Bild von Stephen Hawking.

Stephen Hawking ist am 14 März 2018 gestorben aber das Vermächtnis seiner bahnbrechenden wissenschaftlichen Entdeckungen wird weiterleben.

Seine letzte Arbeit hat das Potenzial, die Grundlagen für eine der wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des 21. Jahrhunderts zu legen. Die letzte Arbeit des Physikers kann zum Beweis der Existenz eines Multiversums führen. Wie die Tageszeitung Sunday Times berichtet, hat das Papier den Titel „A Smooth Exit from Eternal Inflation“ (Ein sanfter Ausstieg aus der ewigen Inflation). In Zusammenarbeit mit dem Physiker Thomas Hertog von der holländischen Universität Leuven beschreiben die Wissenschaftler die mathematischen Grundlagen zur experimentellen Überprüfung der Multiversum-Theorie.

Hawking hatte das Papier in seiner neusten Revision am 4. März – 10 Tage vor seinem Tod – zur Veröffentlichung freigegeben. Zur Zeit liegt die Arbeit bei Fachkollegen, die diese auf Plausibilität und Fehler prüfen. „Ein reibungsloser Ausstieg aus der ewigen Inflation“ ist ein mathematisches Papier, das nach einem Beweis für die Theorie des Multiversums sucht. Nicht nur Hawking argumentiert, dass es viele andere Universen neben unseren eigenen geben muss.

Wie Thomas Hertog, Co-Autor der Studie mit Hawking, sagte, sei es das Ziel der Arbeit, „die Idee eines Multiversums in einen experimentell nachweisbaren wissenschaftlichen Rahmen zu setzen“, wie die Zeitung Business Insider berichtete. Hertog sagte außerdem, dass er die letzte Version der Arbeit zur Veröffentlichung eingereicht habe nachdem auch Hawking die Publikation genehmigt hatte. Bis zu seinem Lebensende feilte Hawking an der Methode, die Idee des Multiversums experimentell zu beweisen. Das Papier liefert die mathematischen Berechnungen, die eine Raumsonde benötigt, um Beweise für die Existenz eines Paralleluniversums zu sammeln.

Hawking und Hertogs argumentieren in ihrer Arbeit, dass Beweise für ein Multiversum über die Hintergrundstrahlung ermittelt werden sollte, die bis zum Anfang des Universums zurückreicht. Das Papier sagt außerdem, wie diese Strahlung unter Verwendung einer Weltraumsonde gemessen werden kann, wenn die Sonde mit den richtigen Sensoren ausgestattet ist.

Wie die Sunday Times ebenfalls anmerkte, würden die Wissenschaftler die aufgrund dieser Arbeit den Nachweis paralleler Universen erbringen würden, sichere Kandidaten für einen Nobelpreis wären. Für Stephen Hawking käme der Nobelpreis nicht mehr infrage, denn die Auszeichnung wird nicht posthum vergeben. Wahrscheinlich wird es viele Jahre dauern, bis der Nachweis der Paralleluniversen gelingt.

Leider wurde Hawking für seine Arbeiten nie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Als theoretischer Physiker waren viele von Hawkings Theorien, obwohl wissenschaftlich und mathematisch fundiert, mit der aktuellen Technologie schwierig bis unmöglich zu beweisen. Das Nobelpreiskomitee vergibt die Auszeichnungen erst, wenn die Theorien durch Experimente bewiesen sind.

Hawking selbst konnte sich aufgrund seiner Krankheit nicht mehr bewegen. Dennoch war er eine treibende Kraft bei der Erforschung von Schwarzen Löchern. Einiges deutet darauf hin, dass diese Löcher Portale zu anderen Universen sein könnten, wie Hawking 2008 in einem Vortrag sagte. Diese manchmal auch als Wurmlöcher bezeichneten Portale sind nicht die ewigen Gefängnisse wie einst gedacht, sondern ermöglichen die Passage zu anderen Universen. In seinen letzten Jahren war Hawking die treibende Kraft beim Entwurf eines Planes winzige Raumschiffe zu anderen Sternen zu senden.

Im Moment fühlt es sich so an als wäre Stephen Hawking durch ein Schwarzes Loch, das wir Tod nennen, in ein anderes Universum gewechselt. Eine Vorstellung von Gott hielt der Physiker selbst für „unnötig“. Aber wenn unsere Existenz so ist, wie Hawking es geglaubt hat, dann gibt es irgendwo in einem anderen Universum einen alternativen Hawking.

Auch ohne Nobelpreis werden wir uns mit Stephen Hawking an einen Mann erinnern, der eine schicksalhafte physische Herausforderung überwunden hat, um den Horizont der Menschheit auf eine Weise zu erweitern, die wir gerade erst begreifen. Sein Vermächtnis als Botschafter der Wissenschaft und Bestseller-Autor des 1988 erschienen Buchs „Eine kurze Geschichte der Zeit“ wird weiterleben. Das Buch brachte Millionen von Lesern der Kosmologie ein Stückchen näher.