Tarifverhandlungen in der Baubranche!

Symbolbild für Bauarbeiter.
Symbolbild für Bauarbeiter.

Bauarbeiter dürfen sich über ein attraktives Lohn-Plus freuen.

Wochenlang dauerten die Verhandlungen zwischen den Verbänden der Bauindustrie und des Baugewerbes und der Gewerkschaft IG BAU an. Nun kam es in der letzten Verhandlungsrunde endlich zum Schlichterspruch für das Baugewerbe, alle Beteiligten haben einem Tarifkompromiss zugestimmt. Die rund 800.000 Bauarbeiter sollen zukünftig deutlich mehr Geld erhalten. Allerdings gibt es noch einen Vorbehalt.

Deutlich mehr Geld für die Beschäftigten des Baugewerbes

Nachdem sämtliche Parteien die ganze Nacht durch verhandeln mussten, konnte Schlichter und ehemaliger Wirtschaftsminister Wolfgang Clement am Samstagmorgen das Ergebnis verkünden. Dietmar Schäfers, der Verhandlungsführende der IG-Bau, nannte es den „besten, diesjährigen Tarifabschluss in Deutschland“.

Für die Bauarbeiter in Westdeutschland ist rückwirkend zum 1. Mai eine Lohnerhöhung von 5,7 % bei einer Vertragslaufzeit von 26 Monaten vorgesehen. Die ostdeutschen Kollegen bekommen sogar 6,6 % mehr. Ab dem 01. Juni sollen außerdem die Löhne im Osten nochmals um 0,8 % steigen. Damit soll das noch niedrigere Ost-Einkommen besser an das Lohnniveau im Westen angeglichen werden.

Zudem sieht die Einigung Einmalzahlungen vor, wobei hier die Beschäftigten in Westdeutschland deutlich mehr bekommen. Insgesamt sind für die westdeutschen Angestellten insgesamt 1100 Euro vorgesehen, für die Ost-Bauarbeiter winken hingegen einmal 250 Euro im November 2019.

Auch ein 13. Monatseinkommen wurde für die Bauindustrie beschlossen. Die Beschäftigten können hier bis 2022 eine Aufstockung erwarten, die in drei Schritten durchgeführt werden wird – die entsprechende Höhe ist je nach Tarifgebiet unterschiedlich. Das 13. Monatsgehalt sollen auch alle Auszubildende bekommen.

Tarifverhandlungsergebnisse unter Vorbehalt

Formal ist der Tarifabschluss bisher noch nicht ganz unter Dach und Fach, denn zuerst müssen noch alle zuständigen Gremien aus dem Baugewerbe, die Bauindustrie und die IG Bau zustimmen. Clement betonte jedoch, dass er sehr zuversichtlich sei, das alle Parteien dies auch tun. Bis zum 26. Mai muss dem Vertrag zugestimmt werden aber auch die Verhandlungsführer äußerten sich bereits im Vorfeld sehr optimistisch.

Der IG-BAU-Vorsitzende Robert Feiger zeigte sich ebenfalls sehr erfreut über diese Entwicklung. Ab sofort würde ein Facharbeiter 1,11 EUR pro Stunde mehr bekommen, was ein Plus von satten 200 EUR monatlich bedeutet. Leider konnte das strittige und oft diskutierte Thema zum Wegegeld für Fahrten zur Baustelle in den Verhandlungen nicht geklärt werden. Nach der Übereinkunft beider Parteien solle dieser Punkt später diskutiert werden, wenn eine Überarbeitung des Bundesrahmentarifvertrages stattfindet.

Im Baugewerbe müssen die Mitgliederverbände mit einem Quorum von 85 % der Vereinbarung zustimmen, während in der Bauindustrie eine Mehrheit bereits genügt. Bei der Gewerkschaft entscheidet über die Annahme oder Ablehnung die Bundestarifkommission.