Veganismus – gefährlicher Trend oder gesunde Lebensphilosphie?

(Symbolbild) Frauen präsentieren Paprika und Tomaten.
(Symbolbild) Frauen präsentieren Paprika und Tomaten.

Ist Veganismus wirklich besser?

Von jeher gibt es Menschen, die sich anders ernähren als der Durchschnittsverbraucher. Dazu gehören neben den Personen mit einer Unverträglichkeit oder einer speziellen Erkrankung auch die Vegetarier und die Veganer. Während die einen lediglich auf Fleisch und Fisch verzichten, führt der Veganismus um einiges weiter: Bei dieser Ernährungsform wird auf Lebensmittel und Rohstoffe tierischen Ursprungs vollkommen verzichtet.

Veganismus immer populärer
Die Regale in Supermärkten quellen aufgrund zahlreicher veganer Lebensmittel über. Was es früher nur in Bioläden oder Reformhäusern gab, bieten jetzt auch immer mehr Discounter an: Vom Tofu-Würstchen über die vegane Pizza bis hin zu fleischfreien Burgern ist die Palette an fleischlosen Alternativen riesig. Ob es sich bei der Verbreitung des Veganismus um einen vorübergehenden Trend handelt oder sich tatsächlich ein großer Teil der Bevölkerung auch langfristig für diese Ernährungsform entscheidet, wird sich zeigen. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich die Kehrtwende in Sachen Ernährung aber auf jeden Fall. Nahrungsergänzungsmittel für Veganer, vegane Kochbücher und biologisch angebaute Lebensmittel erfreuend sich größter Beliebtheit. Da die betreffenden Produkte in der Regel teurer sind als herkömmliche Lebensmittel und Waren, verdienen die Hersteller und Einzelhändler gut am Veganismus.

Ethische Gründe für eine vegane Lebensweise
Neben gesundheitlichen Aspekten spielt vor allem die Ethik eine große Rolle bei der Entscheidung für den Veganismus. Besonders die schlechten Haltungsbedingungen und die generelle Schlachtung von Tieren bewegen einige Menschen dazu, sich über den Veganismus zumindest Gedanken zu machen. Veganer betrachten alle Lebewesen als gleichwertig und lehnen es daher ab, Tiere zum Zweck des Genusses zu halten oder zu töten. Es reicht ihnen ausdrücklich nicht aus, wenn Nutzvieh unter tierfreundlichen Bedingungen gehalten wird. Stattdessen wird der Verzehr von Fleisch oder anderen tierischen Produkten als Ausbeutung der Lebewesen angesehen.

Veganismus gilt als umweltfreundlich und sozial
Auch Umweltaspekte und Nachhaltigkeit sind für manche Menschen ausschlaggebend, um sich dem Veganismus zuzuwenden. Hoher Fleischkonsum verursacht enorm viele Treibhausgase – die Fleischproduktion macht nachweislich sogar den größten Teil der CO2-Produktion aus. Die Viehhaltung ist daher alles andere als nachhaltig; der schädliche Effekt für Umwelt und Menschen gilt längst als erwiesen. Auch die Verschmutzung des Grundwassers durch die Exkremente und Düngemittel wird von Veganern und anderen Umweltschützern kritisch gesehen. In dem Verzicht auf tierische Produkte sehen Veganer daher eine große Entlastung der Umwelt. Ein weiterer sozialer Aspekt: Der verschwenderische Umgang mit Futtermitteln. Während in der sogenannten Dritten Welt die Menschen hungern, verursacht die Fütterung von Nutztieren zur Fleischerzeugung einen hohen Verbrauch von Getreide. Veganer möchten mit ihrer Lebensweise daher auch gegen den Welthunger angehen.

Ist Veganismus wirklich besser für die Umwelt?
Kritiker behaupten, dass vor allem der Transport exotischer Lebensmittel – wie Obst, Gemüse und Getreidesorten – ebenso für einen hohen CO2-Ausstoß sorgt wie die Fleischproduktion. Da Veganer sehr viel solche Lebensmittel essen, um ihren Energiebedarf zu decken, steigt der Konsum von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten usw. signifikant an. Diese Lebensmittel müssen jedoch zuerst angebaut, gedüngt, geerntet und in den örtlichen Supermarkt gebracht werden. Da die landwirtschaftliche Fläche in Deutschland für solche Mengen nicht ausreicht, stammen die Lebensmittel häufig aus dem Ausland. Während dem gesamten Prozess wird die Umwelt nachweislich stark belastet. Auch der Wasserverbrauch ist enorm.

Wie gesund ist es, vegan zu leben?
Die gesundheitlichen Aspekte des Veganismus sollten nicht unterschätzt werden. Einige lebenswichtige Nährstoffe kann der menschliche Körper nur in tierischer Form aufnehmen und verarbeiten. Diese müssen als Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Es gilt daher als gefährlich, von heute auf morgen vegan zu leben, ohne sich ausreichend über eine mögliche Mangelernährung zu informieren. Wer den Veganismus nicht systematisch angeht, der ernährt sich in der Regel nicht gesünder als ein Vegetarier oder Flexitarier – ganz im Gegenteil.