Verschwörungstheorie, „Flache Erde“ ist nicht tot zu kriegen!

So sieht angeblich die flache Erde aus.
So sieht angeblich die flache Erde aus.

Wenn die Erde für manche eine Scheibe ist.

Die Erde ist eine Scheibe! Was sich im ersten Moment wie eine Geschichtslektion anhört oder der Beginn eines Science Fiktion Romans mit einem alternativen Weltbild ist, ist für eine nicht kleine Gruppe von Menschen die Realität. Die Flat Earth Society vertritt nach wie vor die Ansicht, dass die Erde flach sei und dass es keine Beweise dafür gibt, dass die Erde rund ist. Die im 19. Jahrhundert gegründete Bewegung hat mehrere Tausend eingetragene Mitglieder, die Anzahl an Anhängern dieser Theorie dürfte weltweit jedoch weit größer sein.

Wie sieht die flache Erde aus?

Das Konzept der flachen Erde ist sehr einfach und angelehnt an die historischen Modelle. Grundsätzlich ist die flache Erde eine Scheibe über die eine große Kuppel gestülpt ist, die die Luft zum Atmen beinhaltet. Am Rand der Kuppel befinden sich riesige Eiswälle, die Antarktis, was gleichzeitig die Erklärung der Anhänger ist, warum noch niemand runter gefallen ist. Die Arktis selbst liegt in der Mitte des Modells und rund um sie sind die Kontinente angeordnet. Im Prinzip ähnelt das Modell den Darstellungen in Atlanten, nur dass der Blick von oben, mit der Arktis im Zentrum erfolgt. Die flache Erde hat jedoch weit geringere Dimensionen und die südlichen Eiswälle sind lediglich knapp 4.000 Meilen (6437,376 KM) von London entfernt. Das Konzept der flachen Erde hat seinen Ursprung nicht in den historischen Modellen der Antike, sondern die Anhänger fanden den Beweis in der Bibel, wo an einer Stelle von einer Erdscheibe die Rede ist, jedoch niemals von einer Kugel. Viele Anhänger der Theorie gehören daher dem Glauben der Kreationisten an, die nicht an die Evolutionstheorie glauben.

Alles Fotomontage!

Die Erdkrümmung ist tatsächlich mit bloßem Auge nicht zu erkennen und nur wenige Menschen hatten bisher die Möglichkeit dies live zu sehen. Genau dass ist eines der stärksten Argumente der Anhänger der flachen Erde. Im Schnitt hat die Erde einen Radius von über 6.000 Kilometer. Die ist so, als würde ein Floh auf einen Fußball sitzen. Er würde nicht erkennen können, dass dieser gekrümmt ist. Um eine Krümmung wahrnehmen zu können, muss man eine gewisse Distanz zu einem Objekt haben. Im Falle der Erde müssten es mindesten 10.600 Meter sein. Auf der Erde selbst würde es keinen Punkt geben, der hoch genug wäre, um die Krümmung zu sehen. Selbst Verkehrsflugzeuge erreichen kaum diese Höhe – lediglich Düsenflugzeuge übersteigen manchmal diese Höhe. Die gekrümmte Erde ist lediglich vom Weltall zu sehen, was nur Astronauten und mittels Satellitenfotos möglich ist. Bei Fotos behauten die Anhänger der Theorie, dass dies alles nur eine Fotomontage sei.

Wem nutzt es?

Im Gespräch mit den Anhängern über die flache Erde kommt irgendwann einmal die Frage auf, für wen es von Nutzen wäre, dass dieses Konzept verschwiegen wird. Die Mitglieder der Flat Earth Society haben ein starkes Interesse, dass das Konzept verbreitet wird. Es gibt Kongresse, in denen über die flache Erde philosophiert wird. Neben dem Präsidenten, der Flat Earth Society, gibt es in der Szene richtige Größen, die wie Stars von ihren Anhängern gefeiert werden. Dennoch bleibt die Frage offen, wem dieses Konzept nutzt. Die Antwort auf diese Frage bleiben die Anhänger selbst schuldig und oft müssen Regierungen als Ausrede herhalten.

Muss man alles glauben?

Über Generationen glaube man an die flache Erde, allerdings stellten Pythagoras und Plato viele Jahrhunderte vor Christus schon die Theorie auf, dass die Erde eine Kugel sei. Ein entscheidender Faktor der Wissenschaft ist, auch einmal bestehende Konzepte infrage zu stellen. Nur durch unkonventionelles Denken können neue Lösungen gefunden werden. Über die Sinnhaftigkeit bereits bewiesene physikalische Tatsachen zu hinterfragen und sie mit nicht haltbaren Methoden zu widerlegen versucht, kann man sich streiten.