Videospiele – Ein immer noch unterschätztes Medium.

Bild von der "Gamescom" in Köln.
Bild von der "Gamescom" in Köln.

Jeder kennt sie, aber nur manche lieben sie.

Und wiederum nur manche sind sich ihrer wirtschaftlichen Bedeutung bewusst. Auf der einen Seite beherrschen Videospiele schon seit längerem den Musik- und Filmmarkt zusammen, indem sie mehr Umsatz generieren. Auf der anderen Seite sind sie bei weitem noch nicht bei jedem angekommen. Woran liegt das?

Videospiele und das Wort Spielen
Wir verbinden nur allzu gerne das Wort Spielen mit einer Beschäftigung, die nicht anstrengend ist beziehungsweise nicht Arbeit bedeutet. Spielen bedeutet Spaß. Unglücklicherweise enthält das Wort Videospiele gerade diesen Terminus und wird somit als etwas abgestempelt, das nur aus Spaßgründen betrieben wird. Dass es bereits große Turniere gibt, in denen Profis gegeneinander antreten, beziehungsweise sogar die Diskussion aufgekommen ist, eSports als eine anerkannte Profisportart zu integrieren, das ist vielen noch immer nicht bewusst. Deutlich wird dies auch immer noch, wenn man bedenkt, dass nicht selten von Computerspielen geredet wird. Dabei gibt es ja noch die Videospielkonsolen. Und diese sind auf einem gewaltigen Vormarsch und heimsen einen Rekord nach dem anderen ein. Videospiele werden manchmal als etwas dargestellt, wie wenn der Rezipient ein Buch nicht lesen beziehungsweise studieren, sondern schmökern würde. Natürlich sind Videospiele auch gedacht, um Spaß zu haben. Jedoch können sie noch weitaus mehr in uns bewirken?

Die großen Drei
Lassen wir einmal den PC außen vor, so sind vor allem drei Unternehmen zu nennen, die einen immensen Einfluss auf den Markt haben. Diese wären Sony, Microsoft und Nintendo. Richtig, wir sprechen hier von jenem Microsoft, welches Bill Gates hervorgebracht hat. Der kleinste der drei ist Nintendo. Das japanische Unternehmen hat sich vor allem auf familienfreundliche Spiele spezialisiert. In der Vergangenheit musste man eine sehr große Schlappe in Form der Wii U hinnehmen. Diese verkaufte sich sehr enttäuschend. Im März 2017 jedoch änderte sich das Bild schlagartig. Die Nintendo Switch ist erschienen und mit ihr die Möglichkeit, sowohl zuhause am Fernseher als auch unterwegs spielen zu können. Und das mit nur einer Konsole. Schließlich sei auf Microsoft und die Xbox verwiesen. Microsoft muss sich seit Jahren damit begnügen, nur auf dem zweiten Platz zu sein. Um auf den Thron steigen zu können, wurde im November letzten Jahres die Xbox One X veröffentlicht. Eine leistungsstarke Konsole, wie sie sich Ottonormalbürger nur sehr schwer vorstellen kann. Ganze 500 Euro kostet das Prachtstück. Dennoch verkaufte es sich im Weihnachtsgeschäft wie warme Semmeln.

Die Nummer 1 – für wie lange?
Damit bleibt nur noch ein Unternehmen – Sony. Dieses kann sich glücklich schätzen, dass es auf dem Konsolenmarkt eindeutig die Nummer 1 ist und das bereits seit Jahren. Auch Sony weiß, wie leistungsfähige Konsolen zu bauen sind. Mit der PS4 erschien im November 2013 bereits die vierte Generation, ehe im November 2016 eine Art Update in Form der PS4 Pro kam. Mit diesen Konsolen wird es auch für Gamer immer attraktiver, in die nächste Stufe der Fernseher einzutauchen. 4K nennt sich das Feature, welches für den normalen Fernsehzuschauer nicht von Belang ist. Doch Videospiele verlangen nach immer mehr Leistung. Bereits jetzt weisen sie eine verblüffende realistische Grafik auf. Vorbilder in dieser Kategorie sind etwa die Exklusivtitel „The Last of Us“ oder aber „Horizon Zero Dawn“ auf der PlayStation. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahrzehnten sind aus Pixelfiguren lebensechte Charaktere geworden, welche teils von realen Schauspielern computeranimiert dargestellt werden.

Das ist noch nicht alles
Bei all diesen Fakten ist noch überhaupt nicht die virtuelle Realität erwähnt worden. Oculus Rift, HTC Vive, PS VR. Sie alle haben den Traum, den Spieler in eine andere Welt eintauchen zu lassen. Virtual Reality ist auf dem Wege zu ermöglichen, woran man vor dem 21. Jahrhundert kläglich scheiterte. Bereits heute wird diese Technologie nicht nur im Gaming-Bereich eingesetzt. Führungen durch die Traumimmobilie können durch solche Brillen durchgeführt werden, ohne dass der Interessent direkt vor Ort sein muss. Medizinstudenten können sich simulativ, aber nahe an der Realität an der Chirurgie versuchen. Der Videospielmarkt wächst und wächst. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wenn ein „Grand Theft Auto 5“ innerhalb der ersten drei Tage einen Umsatz von einer Milliarde Dollar aufweist, wenn die Gamescom-Messe in Köln jedes Jahr mehr aus den Nähten vor begeisterten Gamern platzt, ist klar, dass Videospiele ein Teil unserer Kultur sind und uns schon längst beeinflussen. Ob wir wollen oder nicht.