Walfang – Verbrechen an der Natur!

Bild von einem springenden Buckelwals.
Bild von einem springenden Buckelwals.

Lange ist es her, als die Gebiete rund um Australien und Neuseeland dicht mit Walen besiedelt waren.

Auf ihren wiederkehrenden Wanderungen durch die Meere sind die riesigen Tiere an den Küstenlinien zusammen mit ihren Herden entlang-geschwommen.
Aber warum verschwanden die majestätischen Tiere so plötzlich von der Bildfläche? Die Ursachen dafür lagen lange im Dunklen. Erst viel später wurden sie vollständig aufgeklärt: Der Walfang war schuld.

Sowjetunion als Verantwortlicher entlarvt
Länder wie Norwegen, Island und vor allem Japan sind weltweit bekannt dafür, dass sie exzessiven Walfang betreiben. Allerdings scheinen sie nicht alleine dafür verantwortlich zu sein, dass die Walbestände im 20. Jahrhundert stark abgenommen haben. Beinahe 50 Jahre wurde ein Geheimnis bewahrt, dass den Verdacht in Richtung Sowjetunion lenkt.

In Australien und Neuseeland wurden die Wale fast vollständig durch einen mehrere Jahrzehnte andauernden Walfang ausgerottet. Flotten der UdSSR erlegten weltweit circa 370.000 Wale – einen Großteil töteten sie in der südlichen Hemisphäre. Erst um 1946 herum hatte die Sowjetunion sich am Walfang beteiligt, welcher zuvor bereits von anderen Ländern intensiv betrieben wurde. Kurz danach wurde die Walfang-Kommission (kurz: IWC) gegründet. Der Vertrag, welchem sich die Sowjetunion sogar anschloss, sollte den brutalen Walfang beenden.

Vertragsbruch mit Folgen
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die UdSSR sich nur zum Schein an der IWC beteiligt hatte. An den gemeinsamen Vertrag halten wollte sie sich offensichtlich nicht. Heimlich entsandte die Sowjetunion gleich mehrere Flotten zu jeder Walfangsaison. Solche Flotten waren gut 600 Mann stark und wurden von ungefähr 25 bis 30 kleinen Fangbooten und Spähbooten begleitet. Das Ausmaß der Jagd kann man sich anhand dieser Zahlen vorstellen. Oft wurden sogar mehr Wale getötet als überhaupt verarbeitet werden konnten. Der Überschuss verrottete im Meer.

Neben dem Fleisch gewann man in der UdSSR Schweröle und Tierfutter aus dem Fett der Zahnwale. Auch Margarine sowie Mehl aus Walkadavern wurden aus den getöteten Tieren gewonnen. Das Mehl wurde großflächig als effektives Düngemittel verwendet.

Walfang als besonders angesehener Wirtschaftszweig
Arbeiter, welche auf den Walfangschiffen tätig waren, genossen einige Privilegien. Ihre Bezahlung gehörte zu den höchsten, welche vom Staat ausgezahlt wurden. Hohe finanzielle Prämien und das gute Ansehen in der Öffentlichkeit machten die Jobs extrem attraktiv.

Wenn die Fangflotten an ihre Heimathäfen zurückkehrten, wurden von der Regierung oft regelrechte Willkommensfeste veranstaltet. Auch öffentliche Medien feierten die am Walfang Beteiligten als Helden.

Hohe Quoten verursachten großes Leid
Die Zweige in der Industrie der Sowjetunion hatten laut Staat bestimmte Ziele zu erreichen. Die genauen Zahlen wurden von der Regierung je Monat und Jahr genau festgelegt. Im Walfang ging es dabei konkret um die Fangquoten für die kommende Saison. Wenn die Flotten ihre vorgegebenen Quoten nicht erfüllten, musste mit Konsequenzen gerechnet werden. Vorgesetzte wurden gezwungen, über jeden Arbeiter Rechnung abzulegen und über die Leistung zu berichten. Wer nicht die volle Leistung erbrachte, wurde kurzerhand gekündigt. Hohe Prämien für eine gute Erfüllung wurden wiederum mit großen Sonderzahlungen belohnt. Dementsprechend hoch war die Motivation der Arbeiter im Walfang.

Falsche Berichte zur Täuschung der Verbündeten
Um die anderen Länder, welche zur IWC gehörten, zu täuschen, wurden falsche Berichte vorgelegt. Über ganze drei Jahrzehnte hinweg schöpfte niemand Verdacht. Der exzessive Walfang wurde unbemerkt immer weiter auf die Spitze getrieben.

Erst die Einführung des „International Observer Scheme“ drosselte den Walfang in der UdSSR erheblich. Außerdem waren nicht mehr genügend Wale vorhanden, um die hohen Quoten zu erreichen. Zu viele waren bereits getötet worden.

Die Enthüllung und aktueller Stand
Erst 1993 brach ein russischer Biologe, der jahrelang im Walfang gearbeitet hatte, sein Schweigen. Die Welt erfuhr, was damals mit den Walen passiert war. Heute haben die Bestände trotz dem jahrelangen exzessiven Walfang wieder beinahe das Ausmaß von früher erreicht. Trotzdem wird der illegale Walfang von damals als einer der größten Umweltverbrechen aller Zeiten bezeichnet.